Sicherheitsfehler bei Bitcoin entdeckt: So groß ist das Problem

Das Wichtigste in Kürze
- Bitcoin Core veröffentlichte gestern Berichte über drei verschiedene Sicherheitsfehler, welche mittlere bis schwache Ausmaße erreichen.
- Angreifer hätten die Netzknoten der Bitcoin-Blockchain manipulieren können – etwa, um diese lahmzulegen, oder um die Datenintegrität der Blockchain zu attackieren.
- In den Bitcoin-Core-Versionen 29.5, 30.4, 31.2, und 32.1 sind die Fehler behoben, allerdings lässt sich eine Schwachstelle nicht komplett ausschließen.
Drei Sicherheitsfehler bei Bitcoin Core entdeckt
Bitcoin wies bis zuletzt Sicherheitsfehler auf – diese Entdeckung machten IT-Sicherheitsexperten von Spiral und Red Team. Drei verschiedene Fehler konnten identifiziert werden. Hauptverantwortlich ist eine künstliche Intelligenz.
Bitcoin Core machte alle drei Fehler öffentlich bekannt. Zwei der Sicherheitslücken – “Slow Unbounded Memory Growth” und “Unbounded Memory Growth” – erlaubten es Angreifern, fremde Netzknoten zu manipulieren, sodass diese die Blockchain nicht mehr absichern könnten.
Dabei hätte man den Speicher der Netzknoten überflutet. Die grundlegende Funktionsweise der Bitcoin-Blockchain hätte bei einer Ausnutzung Schäden erlitten. Eine tatsächliche Ausnutzung der zwei Schwachstellen ist nicht bekannt. Entwickler von Bitcoin Core stufen die Schwere der Lücken als mittelmäßig ein.
Ein dritter Fehler, „Undo File Overflow”, hätte Abweichungen der auf der Blockchain gesicherten Daten verursachen können. Zudem hätten Netzknoten durch einen Angriff abgeschaltet werden können. Weil die Ausnutzung in der Praxis nur schwer möglich ist, stufen Entwickler von Bitcoin Core diese Lücke als geringe Gefahr ein.
Die Entdeckung der Sicherheitslücken datiert auf den Juli und September zurück. Nur einen der Fehler entdeckte man vor wenigen Tagen. Alle Fehler habe man inzwischen behoben. Entsprechende Fehlerbehebungen wurden auf den Bitcoin Core Versionen 29.5, 30.4, 31.2, und 32.1 veröffentlicht.
Wie gefährlich waren die Schwachstellen wirklich?
Alle drei Schwachstellen wurden vom KI-Projekt Project Loupe entdeckt. Es handelt sich dabei um ein Konzept der IT-Sicherheitsexperten von Spiral, das Fehler im Programmcode durch den Einsatz künstlicher Intelligenz entdecken soll.
Entwickler von Bitcoin Core stufen alle drei Fehler als “einfach zu entdecken” ein, da eine einfache Anweisung an eine KI genügt habe, um auf die Fehler aufmerksam zu werden. Zwei der Fehler habe ein Sicherheitsforscher namens L0rinc vom Bitcoin Red Team unabhängig entdeckt und ebenfalls an Bitcoin Core gemeldet.
Das Bitcoin Red Team ist ein Zusammenschluss unabhängiger Fachmänner, die für die Sicherheit der größten Kryptowährung Freiwilligenarbeit leisten.
Greg Sanders und Antoine Poinsot verantworteten die Fehlerbehebung für Bitcoin Core, die grundlegende Software für die Betreiber von Netzknoten.
Offizielle Abschlussberichte messen den Fehlern keine schwerwiegenden Ausmaße bei. Seit 2018 listen die Bitcoin-Core-Entwickler nur 28 verschiedene Sicherheitsfehler.
Der Fehler Undo File Overflow lässt sich trotz Fehlerbehebungen nicht komplett ausschließen. Sofern ein Netzknoten ein 32-Bit-System oder ein Dateisystem im Format Fat32 verwendet, können Angreifer den Fehler weiterhin ausnutzen.
