Russland senkt Steuern auf digitale Vermögenswerte

Das russische Unterhaus, die Staatsduma, reagiert auf die Auswirkungen der Sanktionen, nach dem Angriffskrieg auf die Ukraine und stärkt die Blockchain-Technologie sowie Kryptowährungen.

Mit einer Abschaffung der Mehrwertsteuer auf den Handel mit digitalen Vermögenswerten und einer deutlichen Reduzierung der Steuersätze für Kryptobörsen, festigt Russland seinen Weg zu einer digitalen Finanzwirtschaft.

russische Flagge physische Krypto-Coins

Der verbrecherische Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat in den westlichen Nationen und Nato-Staaten zu Sanktionen gegen Russland und die russische Wirtschaft geführt. Unter anderem auch den Ausschluss etlicher russischer Banken aus dem internationalen Zahlungssystem SWIFT.

Obwohl nicht alle Banken betroffen sind, und die internationalen Zahlungen des russischen Staats und russischer Firmen auch über die verbleibenden Banken abgewickelt werden können, baut Russland an einer alternativen Finanzwirtschaft.

Hierzu wurden die Blockchain-Technologien und Kryptowährungen als Heilsbringer auserkoren. Und diese werden von staatlicher Seite enorm gefördert. So wurden jetzt von der Staatsduma Gesetzte verabschiedet, die die Mehrwertsteuer auf den Handel mit digitalen Vermögenswerten abschafft und die Einkommenssteuersätze für Kryptobörsen auf 13 % bis 15 % reduziert.

Russland umgeht Swift Boykott durch Blockchain

Steuersenkungen für Kryptobörsen

Laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur „RIA Novosti“ werden mit dieser Einkommenssteuersenkung lediglich die Kryptobörsen und der Handel mit Kryptowährungen mit dem Wertpapierhandel gleichgesetzt.

Die Mehrwertsteuer, die bisher auf den Verkauf von digitalen Vermögenswerten fällig wurde, wird komplett gestrichen. Und Kryptobörsen müssen auf die Einnahmen nur noch geringe Einkommenssteuern bezahlen, bis zu 5 Millionen Rubel (entspricht aktuell ca. 93.000 US-Dollar) nur 13 % und auf Beträge über dieser Grenze dann 15 %.

Meiner Meinung nach kann das russische System nicht wirklich bereit sein, aber es hat keine andere Wahl, als die Infrastruktur Schritt für Schritt aufzubauen. Als Steuerzahler und Einwohner Singapurs kann ich sagen, dass die Steuerlegalisierung von Krypto dazu beiträgt, dass Singapur eine der am weitesten entwickelten Marktwirtschaften mit einem der höchsten Pro-Kopf-BIP der Welt ist.

Alexander Bychkov

CEO des globalen Krypto-Debitkartenanbieters Embily

Russlands neue Freude an Krypto-Assets

Noch vor dem Krieg und vor der Verabschiedung der Sanktionen hatte Russland eine eher ablehnende Haltung gegenüber den Blockchain-Technologien und Kryptowährungen. Diese wurden mit harten Beschränkungen belegt. Doch das hat sich ins Gegenteil gedreht.

Jetzt, wo Russland in der Kryptobranche eine Alternative zum internationalen SWIFT-Zahlungssystem sieht, werden nach und nach alle Beschränkungen abgebaut und Hindernisse entfernt.

Jetzt plant Russland sogar die Einführung eines digitalen Rubels, und dies mit gesteigerter Geschwindigkeit. So wurde die für das Jahr 2024 angekündigte Einführung auf den April 2023 vorgezogen. Außerdem wird ein eigener Stablecoin auf Rubel-Basis der russischen Staatsbank entwickelt.

Ich denke, alle Staaten mit Selbstachtung werden innerhalb von drei Jahren eine nationale digitale Währung haben. […] Wir sollten so schnell wie möglich bereit sein. Außerdem wird dadurch das Problem der Sperrung von SWIFT gelöst, da diese Integration SWIFT unnötig macht.

Olga Skorobogatova

Stellvertretende Vorsitzende der russischen Zentralbank

Die Auswirkungen der Sanktionen

Die Sanktionen und der wirtschaftliche Druck zeigen erste Auswirkungen in Russland, besonders im Zusammenhang mit Zahlungen auf US-Dollar-Basis. Die Abkopplung vom SWIFT-Zahlungssystem erschwert es der russischen Zentralbank, Rubel in westliche Währungen wie den US-Dollar umzutauschen. Hinzu kommen jetzt noch die Sanktionen auf russisches Gold.

Auch wenn Russland noch etliche Reserven an westlichen Devisen wie US-Dollar besitzt, tut sich die russische Regierung schwer, diese Reserven zu verbrauchen. So wollte Russland die jüngste Zinszahlung nicht, wie vereinbart, in US-Dollar, sondern in Rubel bezahlen.

Diese Zahlung in Rubel wurde nicht anerkannt, so wurde die Zinszahlung als nicht gezahlt bewertet. Dies hat die Einstufung der Zahlungsunfähigkeit Russlands durch die westlichen Staaten zur Folge.

Was Russland jedoch aktuell nicht weiter stört, die leben in ihrer eigenen Welt und Finanzwelt, mit Freunden wie China, Indien und vielen anderen Ländern.

Doch auch über den Kryptomarkt kann Russland nur teilweise die Sanktionen umgehen. So sind der Handel und Zahlungsverkehr mit Ländern, die sich nicht an den Sanktionen beteiligen und Russland gegenüber immer noch freundlich gesinnt sind, kein Problem.

Doch auch Kryptobörsen aus westlichen Ländern arbeiten nicht mit Russland zusammen, mit denen kann Russland auch keine Kryptowährungen handeln.

Autor

Als ausgebildeter Finanzberater und Reisekaufmann sowie Hobby-Journalist mit zahlreichen Veröffentlichungen in verschiedenen Zeitungen, bin ich heute als Autor für touristische Beiträge und Reiseführer genauso zu Hause, wie in der Finanzwelt. Das Thema Kryptowährung fasziniert mich schon seit Jahren und ich habe bereits unzählige Artikel geschrieben, die auf verschiedenen Krypto Portalen und in etlichen Magazinen veröffentlicht wurden.

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