Coinbase führt in Niederlande harte Travel Rule ein

Die weltweit agierende Kryptobörse Coinbase setzt jetzt auch für Kunden aus den Niederlanden harte Maßnahmen nach der Travel Rule um. Sie erhebt und übermittelt verschärfte KYC-Daten der Kunden an die niederländischen Finanzbehörden. Und dies, obwohl es ich den Niederlanden noch keine Pflicht dazu gibt.

Coinbase logo blau auf weiß

Seit dem 27. Juni 2022 gelten für Kunden aus den Niederlanden in der Kryptobörse Coinbase neue verschärfte KYC-Regeln. Demnach sammelt Coinbase die Namen und physischen Adressen der Empfänger, wenn ein Nutzer von Coinbase Transaktionen an Empfänger außerhalb von Coinbase senden will. Diese Daten können dann den niederländischen Finanzbehörden übermittelt werden.

Bereits seit dem 1. April 2022 werden ähnliche Regeln auch bei Coinbase-Kunden aus Kanada, Japan und Singapur umgesetzt. Nur nicht so ausführliche Daten, wie bei den Kunden aus den Niederlanden.

Die Niederlande und die Kryptowährungen

Bekannterweise sind die Meinungen der niederländischen Regierung und deren Finanzbehörden gegenüber Kryptowährungen, vorwiegend gegenüber dem Bitcoin, sehr negativ eingestellt und belegen diese mit besonders strikten Regularien. Dies ist auch den Leuten von Coinbase bekannt.

Die Niederlande haben die Bestimmungen zur Travel Rule und den verschärften KYC-Regeln noch gar nicht eingeführt. Dennoch werden von Coinbase, sozusagen in voreilendem Gehorsam, die strengsten und weitreichendsten Varianten der Travel Rule umgesetzt.

Die Abfragen werden für alle Transaktionen erhoben, ohne jeglicher Schwellenwerte. Und auch die Fülle der abgefragten Daten von Kunden aus den Niederlanden gehen weit über die in Kanada, Singapur und Japan hinaus.

Die Travel Rule der Financial Action Task Force (FATF)

Die Regularien der Travel Rule, die von der FATF aufgestellt wurde, sollen sicherstellen, dass verschiedene Informationen von Sendern und Empfängern von Krypto-Transaktionen bekannt sind und nachvollzogen werden können.

Wenn die Transaktionen innerhalb einer Kryptobörse zwischen verschiedenen Nutzern dieser Börse abgewickelt werden, dann sind alle diese Daten vorhanden.

Wenn die Transaktionen zwischen Nutzern verschiedener Kryptobörsen abgewickelt werden, dann sind alle diese Informationen ebenfalls vorhanden und können in einem vereinfachten Verfahren von Börse zu Börse übermittelt werden. Dazu wurde das System der „Travel Rule Universal Solution Technology (TRUST)“ entwickelt.

Ganz anders sieht es aus, wenn Transaktionen von einer Kryptobörse an eine selbstverwaltete Wallet gesendet werden, dann sind die Empfängerdaten anonym. Und bei Transaktionen zwischen zwei selbstverwalteten Wallets sind unter Umständen sowohl Sender als auch Empfänger anonym und keine Daten vorhanden.

Um hier Missbrauch und kriminelle Aktionen zu verhindern, wurden eben diese Regeln aufgestellt, nachdem die Daten von Empfängern und Sendern von Kryptoassets bekannt sein sollen und jederzeit nachvollziehbar sind.

Das denken die Kunden

Nutzer von dezentralisierten Finanzsystemen wie Kryptowährungen sind prinzipiell gegen Regularien und Kontrollen aller Art. Und besonders negativ stößt es den Jüngern der Kryptobranche auf, wenn Kryptofirmen Regularien umsetzen, die über gesetzliche Bestimmungen hinaus gehen – wie in diesem Fall bei Coinbase für Kunden in den Niederlanden. Der allgemeine Aufschrei in der Community ist überdeutlich zu bemerken.

Um dem Hunger der „Datenkraken“ wie der FATF entgegenzutreten, flüchten immer mehr Nutzer von Kryptoassets in selbstverwaltete Wallets. Also bewirken die Regularien der Travel Rule genau das Gegenteil von dem, was die FATF eigentlich erwirken wollte.

In etlichen Ländern, wie in Großbritannien, werden diese von der FATF gewünschten Regularien nicht umgesetzt. Es wird weltweit weiterhin sehr unterschiedliche Umgangsweisen und Regularien in Bezug auf Kryptowährungen geben.

In Großbritannien keine KYC-Pflicht für Krypto-Wallets

Autor

Als ausgebildeter Finanzberater und Reisekaufmann sowie Hobby-Journalist mit zahlreichen Veröffentlichungen in verschiedenen Zeitungen, bin ich heute als Autor für touristische Beiträge und Reiseführer genauso zu Hause, wie in der Finanzwelt. Das Thema Kryptowährung fasziniert mich schon seit Jahren und ich habe bereits unzählige Artikel geschrieben, die auf verschiedenen Krypto Portalen und in etlichen Magazinen veröffentlicht wurden.

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