Neuester EZB Bericht: CBDC von privaten Anbietern verdrängt?

Die EZB sagte, dass eine CBDC mit dem Schwerpunkt auf Anonymität dem traditionellen elektronischen Zahlungsverkehr wie Bankeinlagen vorzuziehen sei. Dennoch „könnten durch Zahlungs-Token“ der CBDC andere Token verdrängt werde, die von großen Technologieunternehmen ausgegeben werden.

Flagge der europäischen Union vor schwarz-weißem Himmel

Das Arbeitspapier vom Freitag

Die Europäische Zentralbank ist besorgt, dass Big Tech den Banken bei Finanzdienstleistungen Konkurrenz machen könnte. Und wenn dies der Fall ist, befürchtet die EZB, dass ihre digitale Währung, die CBDC, auf breiter Front eingeführt werden könnte.

Die EZB hat mit einem Bericht über die mögliche Gestaltung und Verbreitung einer digitalen Version des Euro begonnen, die bis 2023 entwickelt werden könnte.

Dem Bericht zufolge ermöglichen es die von digitalen Plattformen ausgegebenen Zahlungs-Token den Händlern, sich vor den Banken zu verstecken, was ihre Kosten senkt und ihre Fähigkeit erhöht, mit den traditionellen Banken zu konkurrieren.

Gleichzeitig geben diese Zahlungs-Token den Plattformen die Macht, den Wettbewerb zu ersticken, indem sie die Wahlmöglichkeiten der Händler unterbinden und sie an das Ökosystem der Plattform binden. Im Bericht heißt es:

Eine CBDC, die den Agenten erlaubt, ihre Zahlungsdaten mit ausgewählten Parteien zu teilen, kann alle Reibungen überwinden und eine effiziente Zuteilung erreichen.

Was sagt Vorstandsmitglied Fabio Panetta dazu?

Fabio Panetta sagte im März, dass die vollständige Anonymität aus Sicht der öffentlichen Ordnung keine praktikable Option sei, da sie „Bedenken hinsichtlich der möglichen Nutzung des digitalen Euro für illegale Zwecke aufkommen lassen würde“.

Der Schutz der Privatsphäre ist nach wie vor ein Anliegen von Bürgern und Fachleuten, so die EZB in ihrer Antwort auf eine öffentliche Konsultation im vergangenen Jahr.

Die Bürgerinnen und Bürger befürchten, dass ihre persönlichen Daten von den Behörden nicht ordnungsgemäß behandelt werden, und Fachleute sind besorgt, dass ihre persönlichen Daten von Unternehmen oder Regierungen verwendet werden.

EZB-Direktor Panetta: Bitcoin vor harter Besteuerung?

Der digitale Euro soll 2023 in der EU kommen

Die Europäische Kommission hat angekündigt, dass sie Anfang 2023 einen Vorschlag für eine Rechtsvorschrift zur Einführung eines digitalen Euro als Teil ihrer Bemühungen um eine EU-weite Zahlungsplattform vorlegen wird

Der digitale Euro wird unter anderem ermöglichen, Geld ohne Transaktionsgebühren zu überweisen, keine Inflation, Sicherheit und Datenschutz für Kontoinhaber.

CBDC weltweit: Seit 2021 ist Land in Sicht

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ berichtete, dass die Arbeiten an CBDCs für Privatkunden weiter fortgeschritten sind, da die Finanzstabilität angesichts der Pandemie und des Aufkommens von Stablecoins erhöht werden muss.

Neun von zehn der 81 von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich befragten Zentralbanken erwägen die Ausgabe von CBDCs angesichts des Aufkommens von Kryptowährungen als Wertaufbewahrungsmittel und der galoppierenden Inflation.

Autor

Eva Steinmetz zeigt großes Interesse an den Themen Krytowährungen, Tokenisierung und Künstliche Intelligenz zur Optimierung von bereits bestehenden Systemen, wie der Immobilien- oder Finanzbranche. In diesem Zuge liegt ein Fokus auf die Veränderungen zur Regulierungen der Kryptowährungen weltweit.

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