Krypto-News der Woche 3. April 2026

Das Wichtigste in Kürze
- Laut neuester Berichte von Google und Oratomic könnten Quantencomputer deutlich höhere Leistungen erzielen als bislang angenommen. Dadurch seien Angriffe auf digitale Strukturen denkbar. Zudem könnte ihre Entwicklung unvorhergesehen schnell voranschreiten. Auch Kryptowährungen würden massiv leiden, sollten sie sich nicht frühzeitig anpassen.
- Blockstream-Geschäftsführer Adam Back hält diese vermeintliche Gefahr für Schaumschlägerei. Die Bedrohung sei weitaus unrealistischer als von den Berichten suggeriert.
- Malta warnt vor einem Ende der Kryptobranche in der EU. Krypto-Gesetz MiCA und eine zentralisierte Beaufsichtigung unter der ESMA könnten die Industrie gemeinsam aus der Europäischen Union vertreiben.
- Der Bitcoin-Kurs bleibt über die letzten Tage stabil. BTC notiert bei rund 67.000 US-Dollar. Laut CoinShares könnte der Nahostkonflikt über die nächsten Wochen richtungsweisend sein.
Google warnt: Quantencomputer könnten Krypto zerstören
Zwei Forschungsberichte über Quantencomputer sorgten in der Krypto-Szene über die letzten Tage für mächtigen Wirbel. Einer davon stammt von Google. Forscher des US-amerikanischen Unternehmens behaupten darin, dass die Bedrohung, die Quantencomputer für Krypto darstellen, weitaus drastischer ist als bislang angenommen.
So sei die erwartbare Rechenleistung der Quantencomputer um ein Vielfaches höher als bis dato prognostiziert. Quantencomputer befinden sich derzeit in einem frühen Entwicklungsstadium. Wie groß ihr Einfluss letztlich wirklich ausfällt, lässt sich bis jetzt noch nicht abschließend feststellen. Laut Google sei dies zum Vorteil vieler Kryptowährungen, denn die Quantenresistenz falle bislang gering aus.
Quantencomputer setzen im Vergleich zu herkömmlichen Rechnern auf abweichende Rechenprozesse. Statt der bisher üblichen Bits setzen sie auf Qubits. Die machbare Rechenleistung steigt dadurch exponentiell. Eine stark steigende Rechenleistung stellt große Bereiche der digitalen Welt infrage – so auch die Kryptowährungen.
Bitcoin und Co. sind nur dank asymmetrischer Kryptografie sicher. Vertrauliche Informationen können zur Ableitung öffentlicher Informationen dienen, aber nicht umgekehrt. Quantencomputer könnten diese öffentlichen Informationen laut Google jedoch nutzen, um die vertraulichen Informationen abzuleiten.
Für Krypto wäre dies eine Katastrophe. Gelder könnten auf verschiedene Weisen entwendet werden. Privacy Coins, die darüber hinaus viele Daten ihrer Blockchains zur Anonymisierung der Nutzer verschlüsseln, sind besonders bedroht. Quantencomputer könnten auch die so hergestellte Privatsphäre abwickeln.
Ein weiterer Bericht von Oratomic bestätigt Googles Einschätzung. Google richtete sich in seinem Report gezielt an die Kryptobranche und rief deren Entwickler zur Einführung quantenresistenter Technologien ein, damit die digitalen Währungen weiterhin sicher bleiben.
Adam Back zweifelt: Quantencomputer eine Luftnummer?
Die Krypto-Szene reagiert auf die beiden Forschungsberichte sehr gespalten. Zwei Lager zeichnen sich ab. Während eine Seite die Bedrohung durch Quantencomputer als existenziell betrachtet, vermuten andere Personen hinter den Berichten eine Luftnummer.
Die Entwickler des Privacy Coins Monero, den Google als besonders gefährdet einstuft, veränderten ihren Arbeitsplan. So möchte man bereits kommende Woche über Konzepte zur Sicherung der Blockchain diskutieren.
Deutlich skeptischer fällt die Reaktion des Blockstream-Gründers Adam Back aus. In seiner Position ist Back die wohl wichtigste Person für die Entwicklung des Bitcoins. Über die letzten Tage teilte Back auf X etliche Beiträge, die sich kritisch mit dem Google-Bericht auseinandersetzen.
In einem Beitrag schreibt Bitcoiner Marty Bent etwa, dass das bisherige Verfahren zur Herstellung digitaler Signaturen – ECDSA – ohnehin ersetzt werden soll, da es langfristig nicht sicher genug sei. Der Physiker Giacomo Zucco bezeichnet Googles Bericht als Marketingstunt.
Google verspreche sich zusätzliche Einnahmen, indem Panik über Quantencomputer geschürt wird. Die vermeintliche Lösung des Problems möchte Google dann selbst an Unternehmen verkaufen. Das Unternehmen wäre also ein direkter Profiteur.
In einem dritten Beitrag erklärte X-Nutzer Reardencode, dass die Herstellung eines Quantencomputers seit Jahrzehnten als naheliegend gilt. Dennoch gelang der finale Schritt bisher nicht. Entscheidende Fortschritte in der Entwicklung habe es neuerdings nicht gegeben. In anderen Worten: Ein baldiger Durchbruch sei eine bloße Theorie.
Alle drei Beiträge teilte Back auf seinem persönlichen X-Konto. Der 55-jährige Brite ist der Thematik als Kryptograf selbst nicht fern. In einem eigenen Beitrag bezeichnete er die Debatte als “Quantum-FUD” – die Angst vor Quantencomputern sei also irrational.
SHRIMPS & bitcoin quantum readiness > quantum FUD.
— Adam Back (@adam3us) March 31, 2026
Vertreibt die EU die Kryptobranche nun endgültig?
Vertreter der maltesischen Industrie sowie Behördenmitarbeiter aus Malta warnen neuerdings vor nachhaltigen Schäden für die EU. Die Kryptobranche sei in der Europäischen Union mittlerweile erheblich gefährdet – wegen wachsender Regulierung, die immer strenger zu werden droht.
Gegenüber Bloomberg machten mehrere Experten nun auf ein Gesetzespaket aufmerksam, das die Europäische Kommission im Dezember 2025 vorstellte. Man sieht vor, die Regulierung von Krypto-Dienstleistern unter der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) zu zentralisieren.
Vertreter der maltesischen Aufsichtsbehörde MFSA befürchten den Kontrollverlust der einzelnen Mitgliedsstaaten. Die ESMA, welche laut Erklärung der MFSA besonders streng und rücksichtslos sei, würde letztlich zur Vertreibung der Kryptobranche aus der EU führen.
🇲🇹 Malta’s financial authorities stated that the high compliance costs and "gold-plating" of EU rules are making jurisdictions like the United States, UAE, and Southeast Asia significantly more attractive for crypto startups. pic.twitter.com/mgoQ8MAzAn
— World Bitwave (@worldbitwave) April 1, 2026
Auch Malta könnten die Krypto-Firmen verlassen, die auf der Mittelmeerinsel bisher eine willkommene Heimat gefunden hatten. Große Vertreter der Branche wie Crypto.com oder OKX ließen sich bereits auf Malta nieder und erhielten dort eine nationale Betriebslizenz von der MFSA ausgestellt – zum Groll der ESMA.
Allein die Krypto-Regulierung MiCA, die in der gesamten EU ab Juli wirksam werden soll, gilt bereits als zweischneidiges Schwert. Zwar stellt sie Rechtssicherheit her, Kritiker halten die Vorgaben jedoch für übermäßig streng.
Bitcoin-Kurs bleibt stabil: Das entscheidet die kommende Entwicklung
Trotz anhaltender geopolitischer Spannungen rund um den Irankrieg, die sich merklich auf die Gesamtwirtschaft niederschlagen, bleibt der Bitcoin-Kurs über die letzten sieben Tage stabil. Im Wochentrend gelingen BTC milde Gewinne in Höhe von 0,52 Prozent. Der Bitcoin notiert infolgedessen bei 66.953 US-Dollar.
Auch der gesamte Kryptomarkt entwickelt sich ähnlich. Derzeit verfügt er über eine Marktkapitalisierung von 2,31 Billionen US-Dollar. Laut Krypto Fear & Greed Index steigt die Stimmung der Anleger sogar.
Noch vor einer Woche notierte der CMC Fear & Greed Index bei 23 von 100 Punkten. Inzwischen stieg jener auf 29 von 100 Punkten. Zwar liegt er damit immer noch im ängstlichen Gefilde, ein positiver Trend zeichnet sich allerdings spürbar ab.
Laut einer Einschätzung des CoinShares Senior Portfoliomanagers Marc des Ligneris könnte sich die Situation im Nahen Osten über die kommenden Wochen als entscheidender Richtungsweiser für den Kryptomarkt erweisen.
“Der Kryptowährungsmarkt zeigte sich weiterhin widerstandsfähig. (…) der Bitcoin-Preis wird zunehmend von der globalen wirtschaftlichen Lage beeinflusst, was darauf hindeutet, dass eine Lösung im Nahen Osten ihn stärken könnte”, meint des Ligneris. Im Umkehrschluss könnte sich eine Ausweitung des Irankrieges negativ auf den Bitcoin-Preis auswirken.
Dieser Aufsteiger führt den Krypto-Wochentrend an
Im Wochentrend verzeichnen verschiedene Kryptowährungen der Top-100 bereits erhebliche Gewinne. Dazu zählt der Aufsteiger EdgeX (EDGE). Die Kryptowährung verzeichnet im Wochentrend Gewinne in Höhe von 59,52 Prozent und notiert so bei einem Marktwert von 0,93 US-Dollar.
Der EDGE Token dient einem DEX namens EdgeX sowohl als Governance-Token als auch als Utility-Token. Auf dem zweiten Rang der Wochentrends findet sich Algorand (ALGO) ein. Der Token der Smart-Contract-Plattform steigt über die letzten sieben Tage um 46 Prozent. ALGO notiert nun bei 0,11 US-Dollar.
Den dritten Rang belegt der Venice Token (VVV). Es handelt sich um das digitale Zahlungsmittel der datenschutzorientierten künstlichen Intelligenz Venice.ai. Das Projekt wurde vom bekannten Krypto-Unternehmer Erik Voorhees gestartet.
