Krypto-News der Woche 13. März 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Prognosemarkt Polymarket kooperiert mit Palantir und TWG AI, um künftig den Einfluss von Insidern und Manipulatoren auf Sportwetten seines US-Ablegers zu bekämpfen.
  • US-Behörden erkennen erstmals den legalen Nutzen von Krypto-Mixern an. Die Strafverfolgung ihrer Entwickler setzt sie bislang dennoch ungebrochen fort.
  • Das LKA Baden-Württemberg führte Razzien in Stuttgart und Frankfurt am Main durch und nahm dabei die Betreiber zweier ehemaliger Krypto-Mixer ins Visier. Man verdächtigt sie unterschiedlicher Verstöße, nennt bislang jedoch kein konkretes Verdachtsmoment.
  • Der Bitcoin-Kurs steigt dank anhaltender internationaler Unsicherheit über 72.000 US-Dollar.

Polymarket bekämpft Insidertrading mit Palantir

Der Prognosemarkt Polymarket bekämpft Insidertrading auf einer eigens für den US-Markt eingerichteten Plattform künftig über eine künstliche Intelligenz namens Vergence AI. Die KI entwickelt man zusammen mit dem berüchtigten Sicherheitsunternehmen Palantir und dem KI-Entwickler TWG AI.

Polymarket landet schon seit Monaten immer wieder in den Schlagzeilen. Weil die globale Plattform des Prognosemarktes ohne KYC nutzbar ist und den einfach zugänglichen Stablecoin USDC nutzt, ist sie auch unter mutmaßlichen Insidern sehr beliebt.

So führte etwa eine militärische Intervention der USA in Venezuela, an deren Ende Staatspräsident Nicolás Maduro verhaftet wurde, zu verdächtigen Transaktionen. Auch der Ausbruch des Nahostkonflikts Ende Februar schien weiteren Insiderhandel zu befeuern.

Im November 2025 lizenzierte die Aufsichtsbehörde CFTC eine abgespeckte Version des Prognosemarktes, die exklusiv US-amerikanischen Staatsbürgern zur Verfügung steht. Dort etabliert Polymarket die Vergence AI. Die KI soll verdächtige Transaktionen früh entdecken, präventiv verhindern oder zumindest die Aufdeckung und Strafverfolgung im Nachhinein ermöglichen.

Den Einsatz der KI sieht man für die Sportwetten auf dem US-Ableger vor. Insider, die in der Vergangenheit berüchtigte Trades in Übereinstimmung mit politischen Maßnahmen des US-Präsidenten Donald Trump vornahmen, könnten ihr Handwerk demnach weiter fortsetzen.

Verschiedene Blockchainanalysten untersuchten die Vorfälle in den vergangenen Monaten. Besonders oft verdächtigen diese die Witkoff-Familie. Die US-amerikanischen Staatsbürger verfügen über enge Bande zur amtierenden Trump-Regierung. Privatwirtschaftliche und politische Verbindungen bestehen. Daher könnte das Insiderwissen stammen.

Verursachen Krypto-Mixer eine neue Wende in den USA?

Krypto-Mixer gehören in den USA weiterhin zu den umstrittensten Elementen der Branche. Kürzlich veröffentlichte das Finanzministerium einen Bericht, in dem man sich für den legalen Nutzen der Dienste aussprach – ein Novum.

In der Vergangenheit hatten US-Behörden den legalen Einsatzbereich von Krypto-Mixern bestritten, sie stattdessen als Plattformen der Geldwäsche dargestellt. Das Finanzministerium erkennt nun an: Mixer können dem Selbstschutz gesetzestreuer Krypto-Nutzer dienen, indem sie sensible Finanzdaten auf transparenten Blockchains verschleiern.

“Gesetzestreue Nutzer digitaler Vermögenswerte können Mixer einsetzen, um bei Transaktionen über öffentliche Blockchains finanzielle  Privatsphäre zu gewährleisten”, schrieb das Ministerium.

Bei der Regulierung von Mixern wolle man künftig zwei verschiedene Typen unterscheiden: zentralisierte und dezentralisierte Mixer. Erstere kommen üblicherweise bei Kryptowährungen zum Einsatz, die nicht über ausreichende Programmierbarkeit verfügen – etwa beim Bitcoin. Dezentralisierte Mixer laufen ohne aktive menschliche Verwaltung ab und funktionieren stattdessen mittels Smart Contracts.

Zentralisierte Mixer benötigen in den USA eine MSB-Lizenz. Wie man künftig im Umgang mit dezentralisierten Mixern verfährt, ist bislang ungewiss, erklärte das Ministerium.

In seinem Bericht forderte es die Etablierung eines neuen Gesetzes – Hold Law genannt. Dieses soll die bereits gängige Konfiszierung verdächtiger Gelder durch Krypto-Dienstleister legalisieren.

US-amerikanische Juristen verurteilten 2025 zuletzt Entwickler der Samourai Wallet und des Ethereum-Mixers Tornado.cash. Sie hatten ähnliche Dienste zur Verschleierung von Kryptowährungen entwickelt.

Erst am Montag forderten US-Justizbehörden die Fortsetzung einer Klage gegen Tornado.cash-Entwickler Roman Storm. Klagen gegen Entwickler sind sehr umstritten. Die Justiz machte die Ersteller der Dienste wiederholt für das Nutzungsverhalten der Kunden verantwortlich.

Deutsche Polizei unternimmt Razzia gegen Krypto-Mixer

Im Raum Stuttgart unternahm die deutsche Polizei kürzlich eine Razzia gegen den Betreiber von Krypto-Mixern – so erklärte das LKA Baden-Württemberg. Ziel der Razzia sei ein 29-Jähriger gewesen, der von 2017 bis 2022 Mixer für die Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum betrieben haben soll.

Laut Medienangaben seien 140 Millionen US-Dollar allein durch den Ethereum-Mixer bewegt worden. Bei der Verwaltung seiner Dienste habe der Mann Hilfe von einem weiteren 29-Jährigen erhalten, der in Frankfurt am Main lebt und ebenfalls zum Ziel einer Razzia wurde.

Die Polizei verdächtigt die beiden Männer unterschiedlicher Vergehen. Sie sollen gegen das Kreditwesengesetz und das Geldwäschegesetz verstoßen haben. Zudem gelten sie als mögliche Steuerhinterzieher.

Ziel der Razzien war die Beweissicherung. So wurden etliche Speichermedien festgestellt und konfisziert. Viele Details rund um den Vorfall liegen hingegen weiter im Verborgenen. Unter welchen Namen die Mixer firmierten, ist öffentlich unbekannt. Außerdem ist unklar, wie die Ermittler den Betreibern auf die Spur kamen.

Üblicherweise erklären Strafbehörden die Betreiber von Mixern für große kriminelle Coups als mitschuldig. So nutzen Hackergruppen wie die nordkoreanische Lazarus Mixer, um ihre Beute zu sichern. Informationen der offiziellen Pressemitteilung schließen nicht aus, dass die beiden Betreiber in diesem Fall für die Bereitstellung der Mixer unter Generalverdacht gestellt werden.

Laut Einschätzung der Anwaltskanzlei Ferner-Alsdorf ist allein der Betrieb eines Mixers in Deutschland nicht strafbar. Die Behörden ermitteln, weil sie die Verschleierung von Geldern aus kriminellen Quellen vermuten. Ein konkretes Verdachtsmoment nennt das LKA in seiner Pressemitteilung nicht.

“Betreiber und technisch versierte Mitwirkende unterschätzen häufig, dass sie in den Augen der Ermittler nicht als neutrale Infrastrukturanbieter, sondern als integraler Bestandteil der Geldwäsche gelten”, schreibt Anwalt Jens Ferner dazu.

Bitcoin-Kurs steigt über 72.000 US-Dollar, Krypto mit außergewöhnlicher Stärke

Der Bitcoin-Kurs steigt derzeit deutlich – und das sowohl im Wochen- als auch im Tagestrend. Allein über die letzten 24 Stunden konnte BTC Gewinne in Höhe von 4,23 Prozent einfahren. Die größte Kryptowährung notiert infolgedessen bei 72.521 US-Dollar. Im Wochentrend addieren sich die Gewinne auf 6,00 Prozent.

Zuletzt notierte BTC Anfang Februar über 72.000 US-Dollar. Die Rückkehr über die 70.000-Dollar-Schwelle gilt bereits als sehr positives Signal, das großen Teilen des Marktes ebenfalls Gewinne beschert.

Laut Einschätzung von CoinShares ist Bitcoins jüngste Stärke außergewöhnlich. Während klassische Finanzmärkte schwächeln, kann der Kryptomarkt aktuell nennenswerte Gewinne einfahren. Neue Unsicherheit, die durch den Iran-Krieg zustande kommt, schwächt Krypto nicht mehr, sondern verursacht direkte Gewinne.

“Digitale Vermögenswerte fungieren immer stärker als Absicherung in turbulenten Märkten, während langfristige strukturelle Trends intakt bleiben”, erklärt James Butterfill von CoinShares in einer E-Mail an Blockchainwelt.

Der Kryptomarkt weist nun eine stärkere Verknüpfung mit dem internationalen politischen Geschehen auf und verliert dabei seine bisherige Bindung an den US-Leitzins, die über die letzten zwei Jahre dominierte.

“Vor diesem Hintergrund – steigendes Inflationsrisiko, gedrückte Zinssenkungserwartungen, schwächeres Wachstum – hätte man einen Verkaufsdruck auf Bitcoin erwarten können. Dies ist nicht geschehen. Seit Beginn der Krise ist Bitcoin um etwa 6,00 bis 6,50 % gestiegen, während Gold um 1,00 bis 1,50 % zulegt und Aktien gefallen sind. Diese Divergenz ist aus unserer Sicht analytisch signifikant”, heißt es weiter.

Seine Unabhängigkeit kommt dem Bitcoin dabei zugute. Während sich Staaten Auseinandersetzungen liefern, ist der Bitcoin als neutrale, freie Währung nicht betroffen und bietet Anlegern deshalb besondere Sicherheit.

“Bitcoin tendiert dazu, während geopolitischer Verwerfungen gut abzuschneiden – nicht trotz, sondern teilweise wegen seiner Eigenschaften als nicht-staatliches, zensurresistentes Asset.”

Diese drei Kryptos dominieren jetzt den Markt

Im Wochentrend lassen sich drei Kryptowährungen erkennen, welche die Top-100 deutlich dominieren. Derzeit setzt sich das Rechennetzwerk Render (RENDER) mit 36 Prozent Kursgewinn an die Spitze. Der Token notiert bei 1,83 US-Dollar.

Ähnlich gut läuft es beim KI-Netzwerk Bittensor (TAO). Im Wochentrend lassen sich hier Kursgewinne von 35,80 Prozent sehen. TAO steigt auf 242 US-Dollar. Auf dem dritten Rang findet sich Pi (PI) mit 33 Prozent Kursgewinn ein. Der Token des Mining-Netzwerks notiert bei 0,25 US-Dollar.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
Auch interessant
Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert