Krypto-Mixer: US-Behörden erkennen legalen Nutzen erstmals an

Das Wichtigste in Kürze

  • US-Behörden erkennen erstmals den legalen Nutzen von Krypto-Mixern an. Direkte Folgen für eine neu gewonnene Rechtssicherheit entstehen dadurch erst einmal nicht.
  • Das Finanzministerium fordert die Schaffung eines neuen Gesetzes, um kriminelle Krypto-Anlagen künftig legal einziehen zu können.
  • Noch 2025 hatten US-Gerichte mehrere Entwickler wegen der Verschwörung zur Führung eines unlizenzierten Geldgeschäfts zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die neueste Einstufung widerspricht diesen Urteilen.

Krypto-Mixer: US-Behörden erkennen legalen Nutzen erstmals an

US-Behörden erkennen den legalen Nutzen sogenannter Krypto-Mixer erstmals an. Das geht aus einem Bericht des US-Finanzministeriums hervor. Für die Rechtssicherheit und die Fortentwicklung der Kryptobranche könnte die neue Einstufung ein Türöffner sein.

“Gesetzestreue Nutzer digitaler Vermögenswerte können Mixer einsetzen, um bei Transaktionen über öffentliche Blockchains finanzielle Privatsphäre zu gewährleisten”, schreibt das Finanzministerium darin.

“Beispielsweise können Einzelpersonen Mixer verwenden, um sensible Informationen über ihr persönliches Vermögen, geschäftliche Zahlungen oder Spenden für wohltätige Zwecke davor zu schützen, in einer transparenten Blockchain zu erscheinen”, heißt es weiter.

In der US-Politik ist diese Einschätzung ein Dammbruch. In der Vergangenheit hatte das Finanzministerium Mixer als kriminelle Geschäfte eingestuft. So hatte man diese noch 2023 zu Plattformen für Geldwäsche erklärt.

2022 hatte man zudem erstmals Sanktionen gegen Krypto-Mixer erlassen – mit gemischten Ergebnissen. So war die Sanktionierung des zentralisierten Bitcoin-Mixers Blender.io im Mai 2022 erfolgreich. Später folgten Maßnahmen gegen den dezentralen Ethereum-Mixer Tornado.cash, die sich weitgehend als unwirksam erwiesen.

2023 landete mit Sinbad.io der letzte Krypto-Mixer auf der OFAC-Sanktionsliste. Die veranlassten Maßnahmen waren immerhin erfolgreich und Sinbad wurde komplett abgeschaltet.

Das Problem: Auch Kriminelle nutzen Krypto-Mixer gern, um ihre Spuren zu verwischen. Laut offiziellen Angaben sei dies der ausschlaggebende Grund für die Sanktionen gewesen. Hacker der berüchtigten Lazarus Gruppe konnten so bereits einige Milliarden US-Dollar erbeuten.

Ohne Mixer könnte man den Cyberdiebstahl besser durchleuchten und mit Hilfe von Krypto-Dienstleistern möglicherweise sogar Teile der Beute zurückerlangen und den verbleibenden Rest unbrauchbar machen.

Unterschied zwischen zentralisierten und dezentralisierten Mixern ebenfalls anerkannt

In dem Bericht erkennt das Finanzministerium zudem die strukturellen Unterschiede zwischen zentralisierten und dezentralisierten Krypto-Mixern an. Dadurch könnten US-Behörden den dezentralen Diensten künftig mehr Rechtssicherheit zusichern.

Davon dürften vor allem die Entwickler der dApps profitieren, die sich in den USA seit Jahren der Strafverfolgung ausgesetzt sehen. Auch die Verfolgung möglicher Nutzer – sofern deren Identifizierung überhaupt machbar ist – gerät dann in Zweifel.

Während zentralisierte Mixer in der Praxis die volle Kontrolle über die eingezahlten Nutzergelder erlangen, haben die Entwickler der dezentralisierten Dienste keine derartige Handhabe. Stattdessen durchlaufen die Gelder Smart Contracts.

Zentralisierte Mixer gelten in den USA als Gelddienstleister und müssten deshalb bei der Aufsichtsbehörde FinCEN eine MSB-Lizenz erwerben, um legal agieren zu können. Das Finanzministerium will diese Anbieter nutzen, um Kundendaten aufzuzeichnen, die in Kriminalfällen die Straftäter identifizieren könnten.

Das Ministerium lässt sich weitere rechtliche Maßnahmen gegen dezentrale Krypto-Mixer offen. So “denkt man über weitere Schritte nach”, heißt es im Bericht.

US-Finanzministerium erwartet dieses Gesetz zur Bekämpfung der Krypto-Kriminalität

Das US-Finanzministerium kommt zu dem Schluss: Ein neues Gesetz sollte etabliert werden, um Krypto-Kriminalität effektiv zu bekämpfen. Dabei spricht man von einem “Hold Law” – einem “Haltegesetz”, das die vorläufige Konfiszierung von Kryptowährungen durch Dienstleister erlaubt.

Bisher ist die Sperrung von Geldern, die von Systemen der Blockchainanalyse als verdächtig eingestuft werden, zwar gängige Praxis, in den USA jedoch rechtlich noch nicht abgesichert.

Besonders im Umgang mit erlaubnispflichtigen Stablecoins erhoffen sich die US-Behörden dabei Fortschritte. Stablecoin-Betreiber wie Circle und Tether können Gelder aus der Ferne sperren, da die Token ihre Betreiber mit Sonderrechten ausstatten.

Der Bericht ist eine direkte Folge des US-Stablecoingesetzes GENIUS, das im Juli 2025 ratifiziert wurde. Entwickler der Samourai Wallet und des Mixers Tornado.cash konnte der Wandel der US-Behörden nicht mehr retten. Sie wurden 2025 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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