Commerzbank beantragt Kryptoverwahrlizenz

Die Commerzbank ist die erste deutsche Großbank, die bei der BaFin eine Lizenz zur Verwahrung und zum Handel von Kryptowährungen beantragt hat.

Skyline Frankfurt Bankenviertel

In den ersten Jahren noch belächelt und als Utopie von Nerds und Tech-Spinnern abgetan, so nimmt die Bedeutung von Kryptowährungen weltweit immer schneller zu. Erste Länder wie El Salvador haben Kryptowährungen zur offiziellen Staatswährung gemacht. Große Finanzdienstleister wie VISA führen Zahlungs- und Handelsmöglichkeiten mit Kryptowährungen ein.

Die Kryptowährungen sind in der Mitte der Gesellschaft und in allen Finanz- und Handels-Systemen der Welt angekommen. Es gibt Milliarden von Krypto-Coins im Wert von zig Milliarden US-Dollar, die in Wallets liegen und über Kryptobörsen gehandelt werden.

Die meisten Landes-Zentralbanken planen eigene digitale Währungen oder beschäftigen sich mit solchen Planungen und Gedankenspielen. In vielen Ländern gibt es Regulierungen und Genehmigungen zum Handel und Verwahren von Kryptowährungen.

Da ist es verwunderlich, dass die internationalen Banken noch so zurückhaltend sind. Glauben da immer noch welche daran, dass die Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und andere wieder verschwinden werden?

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Auch internationale Banken erkennen den Kryptomarkt

Als erste „traditionelle“ Großbank in Deutschland hat jetzt die Commerzbank eine Lizenz zur Verwahrung von Kryptowährungen bei der BaFin beantragt.

Die BaFin vergibt solche Lizenzen an Finanzinstitute, die Kryptowährungen in ihren Beständen für die Kunden verwahren wollen und mit Kryptowährungen handeln. Seit 1. Januar 2020 ist so eine Lizenz für Institute in Deutschland zwingend erforderlich.

Bei Zuwiderhandlungen können empfindliche rechtliche Maßnahmen folgen, mit Haftstrafen von bis zu 5 Jahren für die geschäftsführenden Personen. Für Firmen, die vor Inkrafttreten der Bestimmungen bereits mit Kryptowährungen gehandelt und diese verwahrt haben, gelten großzügige Übergangsfristen.

BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

Commerzbank – Vorreiter in Deutschland

Konkret hat die Commerzbank zu Beginn des zweiten Quartals 2022 diese Lizenz bei der BaFin beantragt, und ist damit die erste Bank in Deutschland, die so eine Lizenz beantragt hat.

Laut Aussage der BaFin liegen aktuell 25 Anträge vor und vier Lizenzen wurden bereits vergeben. Die erste deutsche Kryptoverwahrlizenz hatte im Juni 2021 die Krypto-Börse Coinbase von der BaFin erhalten.

Die Commerzbank möchte diesen Service vorerst seinen institutionellen Kunden anbieten, so die offiziellen Äußerungen der Commerzbank.

Aber auch etliche der 11 Millionen Firmen- und Privatkunden der Commerzbank werden starkes Interesse an der Verwahrung und dem Handel von Kryptowährungen über die Leistungen der Commerzbank haben. Daher wird der Service bestimmt schnell erweitert werden.

Internationale Gegenspieler

Auch auf internationaler Ebene sind die Banken und Großbanken beim Thema Krypto sehr zurückhaltend. Lediglich der US-amerikanische Bankenriese Goldman Sachs und die Schweizer Credit Suisse haben konkrete Pläne veröffentlicht, spezielle Dienste zu Kryptowährungen für ihre Kunden einführen zu wollen.

Zwar bekunden sehr viele Offizielle der weltweiten Banken-Branche, dass Kryptowährungen global an Interesse und Bedeutung zunehmen und sich die Finanz- und Bankenwelt damit auseinandersetzten muss.

Dennoch wird es bei kaum einer Bank auch in die Praxis umgesetzt. Das gesamte Geschäft wird den Krypto-Börsen und Wallet-Betreibern überlassen.

Commerzbank
Commerzbank

Fazit zu den Plänen der Commerzbank

Die meisten Entscheidungsträger an den Spitzen der weltweiten Banken-Branche gehen davon aus, dass die Kryptowährungen keine Gefahr für die Bedeutung und die Vormachtstellung des Fiat-Geldes und das internationale Bankensystem darstellen.

Allerdings glauben viele Krypto-Experten, dass der Kryptowährungsmarkt und die Blockchain-Technologie etliche Dienstleistungen von Banken irrelevant und bedeutungslos machen wird.

Ich denke, dass an beiden Meinungen etwas dran ist. Weder werden alle Fiat-Währungen komplett durch Kryptowährungen ersetzt, noch werden die traditionellen Banken weiter das komplette Geschäft, wie gewohnt, weiter betreiben können.

Gut beraten sind da Banken, die das eine tun, ohne das andere zu lassen. Die Strategie der Commerzbank, sich auch mit Kryptowährungen zu beschäftigen und den Kunden Services zur Verwahrung und dem Handel mit Kryptowährungen anzubieten, ist die einzig Richtige.

Vielleicht schafft die angeschlagene Commerzbank damit einen entscheidenden Schritt, um sich von den größeren Banken etwas abzusetzen. Oft fressen nicht die Großen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen. Wäre schön, wenn die Commerzbank zu den Schnellen gehören könnte.

Autor

Als ausgebildeter Finanzberater und Reisekaufmann sowie Hobby-Journalist mit zahlreichen Veröffentlichungen in verschiedenen Zeitungen, bin ich heute als Autor für touristische Beiträge und Reiseführer genauso zu Hause, wie in der Finanzwelt. Das Thema Kryptowährung fasziniert mich schon seit Jahren und ich habe bereits unzählige Artikel geschrieben, die auf verschiedenen Krypto Portalen und in etlichen Magazinen veröffentlicht wurden.

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