Bitcoin-Treasuries: Eine psychologische Falle? Experte schlägt Alarm

Das Wichtigste in Kürze
- Sind Bitcoin-Treasuries und weitere DATs gar kein realistischer Anreiz, sondern vielmehr eine psychologische Falle? Dieser Überzeugung ist der Fachmann Joshua Frank.
- Frank ist Geschäftsführer des institutionellen Krypto-Dienstleisters The Tie. Er habe wiederholt Einblick in ausbeuterische Verträge, die DATs mit Vermögensverwaltern eingehen.
- Überteuerte Gebühren gingen letztlich zum Vorteil von Mittelsmännern sowie der Vermögensverwalter aus. Der Nutzen der Krypto-Reserven schwindet währenddessen dahin.
Bitcoin-Treasuries: eine psychologische Falle? Experte schlägt Alarm
Sind Bitcoin-Treasuries eine psychologische Falle, die Anlegern falsche Hoffnungen machen? Davon ist Joshua Frank, Geschäftsführer des Krypto-Dienstleisters The Tie, überzeugt.
In einem Gespräch mit dem YouTuber Scott Melker – auch bekannt als The Wolf Of All Streets – warnte Frank deshalb vor sogenannten Bitcoin-Treasuries. Es handelt sich um einen Firmentyp, der über die letzten Jahre breite Popularisierung erfuhr.
Das Konzept hinter einer Bitcoin-Treasury ist simpel: Ein Unternehmen erwirbt allmählich immer mehr Bitcoin. Die Kryptowährung dient dann als Wertanlage, von der man eine langfristige Wertsteigerung erwartet.
Während die Firmen so ihre Geldreserven erhöhen möchten, soll das Konzept zeitgleich mögliche Aktionäre anziehen. Als Erfinder des Konzepts gilt der US-amerikanische Softwareentwickler Strategy (ehemals MicroStrategy), der jenes unter der Leitung von Michael Saylor seit 2020 anwendet.
Inzwischen folgten international bereits einige Firmen diesem Vorbild. CoinGecko listet heute 179 börsennotierte Bitcoin-Treasuries. Zudem wenden weitere Unternehmen dasselbe Konzept mit unterschiedlichen Kryptowährungen an – so etwa mit Ethereum oder Solana.
29 verschiedene Kryptowährungen werden laut CoinGecko weltweit bereits als Reserven eingesetzt. Firmen, die auf diese Investmentstrategie setzen, bezeichnet man im Allgemeinen als Digital Asset Treasuries (kurz DATs).
Einige von ihnen verwalten ihre Kryptowährungen jedoch nicht selbständig, sondern setzen stattdessen auf Partnerschaften mit Vermögensverwaltern. „Ein erheblicher Fehler“, meint Frank.
Schröpfen Banken und Rechtsberater DATs?
Joshua Frank befürchtet, dass viele DATs aus überschwänglicher Euphorie oder Unvorsichtigkeit und mangelnder Expertise fehlerhafte Verträge eingehen. Diese würden letztlich nicht den Vorteil ausspielen, den sie sich erhoffen.
“Was öffentlich nicht beredet wird – und ich spreche mit den Gründern vieler DATs – sind diese idiotischen Vermögensverwaltungsverträge, die sie unterzeichnen”, berichtet Frank.
"You got 100 Bitcoin, 40 something of it is going to the asset manager over the course of the 20 years, so some of these DATs are not even salvageable"
Joshua Frank, CEO of The Tie, on the asset management agreements quietly trapping Bitcoin treasury companies
"One thing that's… https://t.co/gm0WbmlHnf pic.twitter.com/CNDeeYDG8c
— The Wolf Of All Streets (@scottmelker) July 22, 2026
Demnach seien die erhobenen Abgaben absurd hoch. Von den überteuerten Gebühren profitieren demnach Banken, Rechtsberater und Vermögensverwalter. Die Verträge gingen allerdings zum Nachteil der DATs selbst aus.
“Einige der DATs haben mit verschiedenen Vermögensverwaltern Verträge abgeschlossen, wonach sie 20 Jahre lang jährlich zwei Prozent an Gebühren zahlen und im Gegenzug eine Rückkaufoption von etwa 90 Prozent erhalten.“
Diese Kosten fressen demnach ein riesiges Loch in die Bilanzen der DATs. Der Mehrwert, den die Kryptowährungen eigentlich bringen sollten, schwindet erheblich.
“Wenn man 100 BTC anlegt, gehen über einen Zeitraum von 20 Jahren ganze 40 Stück an die Vermögensverwalter.”
Frank warnt ausdrücklich vor derart überteuerten Verträgen. Die unterzeichnenden DATs könnten dadurch in ein unerwartet tiefes Loch fallen, so befürchtet er.
“Einige dieser DATs sind also gar nicht zu retten, weil man sie nicht kaufen kann; es gibt diese Vereinbarungen, und die sehen vor, dass die DATs Zahlungen an diese Vermögensverwalter leisten müssen”, argumentiert er weiter.
Wer Aktien der DATs erwirbt, riskiert demnach den Kauf einer überteuerten Aktie, welche die erwartete Leistung langfristig oft gar nicht erbringen kann.
Stattdessen profitieren die Mittelsmänner überproportional. Eine Gefahr, der man sich laut dem Experten bewusst sein muss.

