Bitcoin Mining – Norwegen sagt Nein, Laos sagt Ja.

Bitcoin Mining Illustration

Norwegen erwägt ein Verbot des energiehungrigen Minings für Bitcoin, denn das skandinavische Land ist besorgt über mögliche Umweltschäden. In Laos sieht man das ganz anders, das südostasiatische Land wünscht sich eine Regulierung und vergibt sechs neue Mining-Lizenzen.

Bitcoin Mining in Skandinavien und Südostasien

Die norwegische Regierung ist offenbar bereit, ein europäisches Bitcoin-Mining-Verbot zu unterstützen, wie Euronews Next berichtet.

Der Minister für Kommunalverwaltung und regionale Entwicklung des Landes, Bjørn Arild Gram, sagte den lokalen Medien, dass die skandinavische Nation potenzielle politische Maßnahmen erwäge, um „die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Krypto-Mining anzugehen“ und dass es „schwer ist, die umfassende Nutzung erneuerbarer Energien heute zu rechtfertigen“.

Gram sagte weiter, die Regierung prüfe einen Vorschlag einiger schwedischer Aufsichtsbehörden, der Europa aufforderte, energieintensive Proof-of-Work Konsensmechanismen für das Mining zu verbieten.

Norwegen unterstützt damit den Nachbarn Schweden, deren oberste Regulierungsbehörde ebenfalls das PoW-Mining in ganz Europa verbieten will. Die nordischen Länder waren durch die Verbote in China in den Fokus von großen Mining-Unternehmen geraten.

Die Strompreise in diesen Ländern sind verhältnismäßig niedrig und es gibt große Mengen an erneuerbarem Strom.

Schweden sieht es als unmöglich an, dass die Ziele des Pariser Klimaabkommens eingehalten werden können, wenn der Proof-of-Work nicht europaweit verboten würde.

Das Pariser Klimaabkommen sieht allerdings das Mining von Kryptowährungen nicht ausdrücklich als Grund für zu hohe Emissionen.

Wichtig zu wissen ist auch, dass das meiste Krypto-Mining außerhalb Europas stattfindet und diese Länder eben ihre eigenen Strategien zur Emissionsreduzierung einführen müssen.

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Norwegen will EU-weites Verbot von Bitcoin Mining

Gram sieht es als schwer zu rechtfertigen an, dass der Bitcoin zwar erneuerbare Energien für das Mining verwendet, dieser jedoch den Haushalten, dem Verkehr oder der Industrie dadurch fehlen würde.

Zwischen April und August dieses Jahres war der Energieverbrauch von Bitcoin Minern in Schweden um mehrere hundert Prozent gestiegen.

Schwedische Finanz- und Umweltaufsichtsbehörden unterzeichneten jüngst einen Vorschlag zum Verbot des PoW-Minings. Die Europäische Kommission, die jede Regulierung am Krypto-Markt auf EU-Ebene umsetzen müsste, ermutigt die Branche zur Anwendung von weniger anspruchsvollen Protokollen im Hinblick auf Energie, wie den Proof-of-Stake und hybride Konsensmodelle.

Die Kommission hat ehrgeizige Ziele zur Emissionsreduktion für den digitalen Sektor und will durch finanzielle Förderung von Start-ups die Unternehmen unterstützen, die an weniger energieintensiven Blockchain-Technologien anbieten.

Sowohl Norwegen, Schweden und auch Island sind aufgrund ihrer reichlich vorhandenen erneuerbaren Energien und niedrigen Strompreise bei Krypto-Minern sehr beliebt.

In Norwegen stammt beispielsweise über 90 % der Energie des Landes aus erneuerbaren Wasserkraftquellen.

Insgesamt wollen wir, dass unsere erneuerbaren Energien wertschöpfend genutzt werden und den Übergang zu einer klimaneutralen Gesellschaft unterstützen.

Bjørn Arild Gram

Norwegischer Minister für Kommunalverwaltung und regionale Entwicklung

Quelle: Euronews

Bitcoin Mining in Laos sehr willkommen

In Südostasien will man eher von der Flucht der Miner aus China profitieren. Das Land sucht nach neuen Vorschriften für den Abbau und den Austausch von Kryptowährungen.

Der Minister für Technologie und Kommunikation von Laos veröffentlichte Anfang dieses Monats eine Mitteilung zur Regulierung von Krypto-Minern und Handelsplattformen.

Demnach müssen diese Unternehmen vollständig im Besitz von Laos und finanziell stabil sein sowie über ausreichend Kapital für den Betrieb verfügen.

Jedes Unternehmen muss überdies eine Sicherheit von 5 Millionen US-Dollar als Sicherheitsleistung bei der Bank of Laos hinterlegen.

Minging-Unternehmen müssen einen sechsjährigen, verlängerbaren Vertrag mit dem Stromanbieter des Landes abschließen und mindestens 10 Megawatt Strom verbrauchen.

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Obwohl es eines der kleinsten Länder Asiens ist, plant die Demokratische Volksrepublik Laos seine Stellung als Energieproduzent und -exporteur stärken.

Durch bestehende und neue Wasserkraftwerke entlang des Mekong möchte Laos die Kapazitäten seiner Wasserkraftwerke noch dieses Jahr auf 12.000 MV steigern, das wäre ein vierfacher Anstieg gegenüber 2014.

Bis 2030 soll laut Regierung die Kapazität sogar noch einmal auf 24.000 MW verdoppelt werden. Das Land möchte die „Batterie Südostasiens“ werden und 80 % seines Stroms exportieren.

Um die dafür notwendige Netzinfrastruktur aufzubauen und weitere Wasserkraftwerke zu errichten, ist die Electricite du Laos EDL am 05.09.2021 eine Kooperation mit GE eingegangen.

EDL ist das staatliche Energieunternehmen und für die Erzeugung, Übertragung und Verteilung von Strom im Land zuständig.

Krypto-Miner sollen auch Vergünstigungen erhalten und von Stromübertragungsgebühren befreit werden. 2018 noch gab es ein Verbot für den Handel und den Abbau von Kryptowährungen.

Doch im September dieses Jahres erhielten sechs Unternehmen im Rahmen des Pilotprojektes die Autorisierung für diese Tätigkeiten, während die zuständigen Ministerien angewiesen wurden, Vorschriften für die Verwendung von Kryptowährungen auszuarbeiten.

Laos hat viel Strom aus Wasserkraft

Mit seiner enormen Stromproduktionskapazität aus Wasserstoffprojekten ist Laos gut aufgestellt, um Kryptowährungen abzubauen. Und zwar zu einer Zeit, in der China aufgrund seiner Volatilität und Verbindung mit kriminellen Aktivitäten hart gegen das Krypto-Mining durchgegriffen hat.

Laos Wasserkraft
Quelle: www.dw.com

Während die sechs Unternehmen grünes Licht für den Abbau von Kryptowährungen erhielten, bleibt ein Verbot von Kryptowährungen für die allgemeine Bevölkerung bestehen.

Laut einer Mitteilung der Bank of Laos im August ist es Bürgern von Laos gesetzlich verboten, Kryptowährungen zu kaufen oder zu verkaufen.

Die Zentralbank von Laos ist nicht an einem Ausbau der Kryptoindustrie interessiert, sondern prüft die Möglichkeit einer digitalen Zentralbankwährung CBDC.

Im Oktober wurde Soramitsu, ein Blockchain Unternehmen mit Sitz in Tokio, von der Bank der Demokratischen Volksrepublik Laos beauftragt, die Entwicklung einer CBDC zu prüfen.

Es lockt ein lukrativer Markt, denn nachdem die Miner China verlassen haben, könnte die laotische Regierung möglicherweise mit ca. 194 Millionen US-Dollar Profit rechnen, allein aus den Einnahmen von den oben erwähnten sechs autorisierten Mining-Unternehmen.

Berichten zufolge sollen diese Gelder eine Erhöhung des Haushaltes für das Land um 20 % bringen. Die Zentralbank des Landes ist allerdings weniger an Kryptowährungen interessiert, und hat mehr als eine Warnung an die Einwohner herausgegeben.

Gründe für Chinas Verbot gegen Bitcoin Miner

In der Volksrepublik war seit geraumer Zeit ein immenser Anteil an der globalen Hash Rate zu verzeichnen. Die vermeintliche Zentralisierung des Bitcoin-Netzwerkes zog große Kritik auf sich.

Total Hash Rate Bitcoin Network
Quelle: www.blockchain.com

Im Oktober 2020 waren nach Daten des Cambridge Centre for Alternative Finance CCAF rund 67 % der Hash Rate in China angesiedelt. Im Juni dieses Jahres kam es dann zum Paukenschlag und der regulatorischen Zäsur vonseiten Chinas.

Regionale Verbote gab es schon davor, doch der chinesische Staat erließ ein generelles Verbot von Bitcoin Mining, wohl auch, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens einzuhalten und seinen CO₂-Ausstoß ab 2030 sukzessive herunterzufahren.

Im Mittelpunkt der Miner jetzt stehen Zentralasien, Skandinavien und die USA. Dabei könnten die USA allen voran zur neuen Mining-Supermacht werden, denn sie bieten günstige Strompreise und politische Stabilität.

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