Bitcoin-Kurs fällt nach Trumps FED-Nominierung: Wo ist der Boden?

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bitcoin-Kurs fällt – besonders die politischen Entwicklungen in den USA sorgen derzeit für massiven Pessimismus unter Anlegern, allerdings üben sich auch anhaltende internationale Spannungen und Sorgen vor einem Krypto-Winter negativ aus.
  • US-Präsident Donald Trump gab letzten Freitag bekannt, Kevin Warsh als neuen FED-Vorsitzenden zu nominieren. Die Nominierung des Bankmanagers gilt für die Finanzmärkte als bärisch, da Warsh als Unterstützer eines starken US-Dollars gilt.
  • Der Bitcoin-Kurs erreichte gestern ein regionales Tief unter 75.000 US-Dollar und steht nun zwischen den Stühlen. Im Extremfall könnte BTC noch dieses Jahr bis 38.000 US-Dollar fallen, meint CoinGecko-Gründer Bobby Ong.

Bitcoin-Kurs fällt nach Trumps FED-Nominierung

Der Bitcoin-Kurs fällt über die letzten Tage deutlich. Zum Redaktionsschluss notiert BTC bei 78.226 US-Dollar und signalisiert damit bereits den Beginn einer Erholung. Gestern erreichte die größte Kryptowährung ein regionales Tief unter 75.000 US-Dollar.

Parallel zum Bitcoin stürzt auch ein Großteil des Kryptomarktes ab. Weitere bedeutende Kryptos verzeichnen ähnliche oder sogar höhere Verluste als der Bitcoin. Während BTC im Wochentrend 11,18 Prozent seines Marktwerts einbüßt, sinkt ETH sogar um 20,95 Prozent.

BNB verliert 12,10 Prozent, XRP sinkt um 14,37 Prozent und Solanas Marktwert schrumpft um 16,54 Prozent. Die massiven Verluste legen einen enormen Vertrauensbruch der Anleger offen. Woher rührt der aktuelle Pessimismus?

Schuld an der Misere ist augenscheinlich primär die Nominierung des Bankmanagers Kevin Warsh durch den US-Präsidenten Donald Trump. Der US-Präsident möchte Warsh als FED-Vorsitzenden einsetzen, sobald der amtierende Vorsitzende Jerome Powell sein Amt im Mai verlässt.

Trump hatte letzten Freitag die Nominierung Warshs über Truth Social verkündet. Um ins Amt zu kommen, benötigt der Bankmanager zusätzlich die Bestätigung des Senats.

Warum fassen die Finanzmärkte die Nominierung Warshs negativ auf? Trump fordert seit Monaten die Verringerung des US-Leitzinses. Wegen ihrer unterschiedlichen Auffassungen im Hinblick auf die Währungspolitik liegt Trump im Streit mit dem amtierenden FED-Chef Powell.

Warsh gilt den Finanzmärkten als Kritiker einer Niedrigzinspolitik und als Befürworter eines starken US-Dollars. Obwohl der Kandidat noch nicht ankündigte, wie er seine Währungspolitik gestalten wird, reagierte auch der Kryptomarkt pessimistisch auf seine Nominierung.

Zusätzliche Faktoren hätten die Kurse ebenfalls negativ beeinflusst, erklärt CoinShares in einer E-Mail an Blockchainwelt. So wirken sich prophylaktische Abzüge von Großinvestoren sowie internationale Spannungen aus.

“Dies ist auf eine Kombination von Faktoren zurückzuführen, darunter die Ernennung eines restriktiveren US-Federal-Reserve-Chefs, anhaltende Verkäufe großer Investoren („Whales“) im Zusammenhang mit dem Vierjahreszyklus und erhöhte geopolitische Volatilität”, erklärt James Butterfill von CoinShares.

Wo erreicht der Bitcoin-Kurs seinen Boden?

Im Oktober 2025 stellte der Bitcoin sein gültiges Allzeithoch bei rund 126.200 US-Dollar auf. Seither sank der Bitcoin-Kurs um ganze 38 Prozent. Was zunächst wie ein drastischer Wertverlust wirkt, konnte künftig durch immense Verluste relativiert werden, meint Bobby Ong, Gründer von CoinGecko.

“Wir haben bisher nur einen Rückgang von etwa 40 Prozent erlebt. (…) Prozentual gesehen sind wir noch lange nicht am Tiefpunkt angelangt. Ein Rückgang von 70 Prozent (was normal ist) würde uns auf etwa 38.000 US-Dollar bringen”, legt Ong dar und beruft sich dabei auf historische Vergleichswerte.

Allerdings könnten vergangene Hochs für eine Bodenbildung sorgen, die den Bitcoin-Kurs vor 70-prozentigen Verlusten bewahren.

“Es würde mich nicht überraschen, wenn wir irgendwann die 70.000-Dollar-Unterstützung testen würden. Diese 70.000-Dollar-Marke sollte besser halten, da sie das Allzeithoch des letzten Zyklus war. Normalerweise fällt [BTC] nicht unter den Höchstwert des vorherigen Zyklus.”

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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