JD.com | Etablierung eines Blockchain-Forschungslabors

Der chinesische Retail-Gigant JD.com gewinnt zunehmend Fuß bei der Blockchain-Technologie. Nun gab das Unternehmen bekannt, dass es ein eigenes Blockchain-Forschungslabor in Betrieb nehmen wird. Das Labor wird in Kooperation mit zwei weiteren Unternehmen betrieben.

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JD.com kooperiert bei eigenem Blockchain-Forschungslabor

JD.com, einer der größten Retailer Chinas, hat die Etablierung eines eigenen Blockchain-Forschungslabors bekannt gegeben. Im Rahmen einer offiziellen Bekanntgabe bestätigte JD.com, dass das neue Lab die Entwicklung der Blockchain-Technologie beschleunigen und in Kooperation mit zwei weiteren Unternehmen betrieben werden soll.

Bei der Jingdong Group, die weitläufig als JD.com bekannt ist, handelt es sich um eine führende Firma im chinesischen e-Commerce. Das Unternehmen verfügt über einen rund 30-prozentigen Anteil des B2C-Marktes und kommt allein in China auf 314 Millionen aktive Nutzer.

Der aktuelle Fokus der Firma liegt auf der Implementierung neuer Technologien im e-Commerce, bei der Optimierung der Lieferdienste und auf Finanzprodukte. Aus der jüngst veröffentlichten Mitteilung geht hervor, dass JD.com mit dem Ying Wu College of Computing at the New Jersey Institute of Technology und dem Institute of Software at the Chinese Academy of Sciences kooperieren wird, um die Etablierung des eigenen Blockchain-Forschungslabors voranzutreiben. Der Fokus des Forschungslabors soll vor allem auf der Lösung von Effizienzproblemen liegen. Zudem wird das Forschungslabor neue Applikationen entwickeln, die auf der Blockchain-Technologie basieren.

Forschungen des Labs sind langfristiger Natur

Neben den bekannten Forschungszielen wird JD.com auch langfristige Ziele durch den Aufbau des Forschungslabors verfolgen. Hierzu gehört etwa die Erforschung fundamentaler Konsensprotokolle, Mechanismen zum Schutz der Privatsphäre sowie die Optimierung der Sicherheit in dezentralisierten Applikationen. Der stellvertretende Leiter des Software Institute oft he Chinese Academy of Sciences, Zhong Hua, sieht in der gemeinsamen Kooperation einen Mehrwert für die gesamte Industrie. Demnach wird die Kooperation dafür sorgen, dass es weitere Innovationen im Bereich Blockchain geben wird. Zudem sollen neue Applikationen für einen branchenübergreifenden Einsatz entwickelt werden.

Bereits im vergangenen Monat hat JD.com Forschungszentrum für den Bereich „Smart Cities“ etabliert. Das sogenannte Smart City Research Institute befindet sich am Unternehmenshauptsitz in Nanjing und soll die Entwicklung von Smart Cities beschleunigen. Hierbei werden moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz, Big Data und Blockchain-Technologien hinsichtlich der Einsatzmöglichkeiten untersucht. Laut JD.com hat das Institut das Potenzial, den gesamten Osten Chinas zur beeinflussen und die Kosten innerhalb der Industrie zu senken sowie die Effizienz zu steigern. Vor allem die Veröffentlichung der firmeneigenen Blockchain-as-a-Service-Plattform, die unter dem Namen „JD Blockchain Open Platform“ vermarktet wird, verdeutlicht das Unternehmen seine Fortschritte im Bereich der Blockchain-Technologie. Die Plattform zielt insbesondere auf die Bedürfnisse gewerblicher Kunden ab und soll bei der Entwicklung, dem Hosting und der Implementation von Blockchain-basierten Lösungen unterstützen. Zusätzlich gewährleistet die Plattform, dass Entwicklungen nicht von Beginn an durchgeführt werden müssen, sondern die Kunden auf ein breitgefächertes Toolkit bei der Entwicklung zurückgreifen können.

Schlussendlich gab JD.com im August bekannt, dass das Unternehmen Pläne zu Ausgabe von Asset-Backed-Securities (ABS) verfolgt. Die Ausgabe der ABS soll auf Basis einer Blockchain erfolgen und in Kooperation mit Huatai Securities und der Xingye Bank stattfinden. Sämtliche Kooperationspartner sehen in der Kooperation enormes Potenzial zur Optimierung des ABS-Marktes durch den Einsatz der Blockchain-Technologie.