Google erlaubt künftig wieder Anzeigen für Kryptowährungen

Google Ads Krypto

Google definiert in einem kürzlichen Update seiner Werberichtlinien für Bitcoin und andere Produkte und Dienstleistungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen den bestehenden Zertifizierungsprozess für Börsen und Wallets neu.

Erhalten die Unternehmen eine solche Zertifizierung, ist es ihnen vonseiten Googles gestattet, ihre Zielgruppen auf dem US-amerikanischen Markt wieder offiziell zu targetieren. Am 3. August treten die neuen Richtlinien in Kraft.

Google ermöglicht wieder die Werbung für Krypto-Börsen und digitale Wallets

Überraschenderweise hat Google am vergangenen Dienstag bekannt gegeben, seine Richtlinien in Bezug auf Werbeschaltungen für Krypto-Börsen und zentrale Walletanbieter neu zu definieren.

Damit geht der Werbe-Gigant und Betreiber der weltweit größten Suchmaschine wieder einen Schritt auf die Anbieter von Produkten und Dienstleistungen im Krypto-Sektor zu. Vor genau drei Jahren, im Juni 2018, verbot Google das Schalten von Werbeanzeigen für krypto-bezogene Services.

Zum damaligen Zeitpunkt sah sich die Welt der Kryptowährungen mit einem riesigen Crash konfrontiert. Viele Investoren haben große Mengen in dem nach wie vor sehr volatilen Markt verloren.

Wir haben keine Kristallkugel, um zu wissen, wohin die Zukunft mit Kryptowährungen gehen wird, aber wir haben genug Schaden oder potenziellen Schaden für die Verbraucher gesehen, dass es ein Bereich ist, den wir mit äußerster Vorsicht angehen wollen.

Scott Spencer

Director of Sustainable Ads - Google

Quelle: CNBC.com

Google folgte mit diesem Verbot dem Vorbild von Facebook. Die Social Media Plattform untersagt bereits im Januar 2018 das Werben für Bitcoin und Co.

Was ändert sich ab August 2021?

Veränderung der Google Ads Richtlinien für das Bewerben von Kryptowährungen
Veränderung der Google Ads Richtlinien für das Bewerben von Kryptowährungen Quelle: Google

Unternehmen können Anzeigen für Krypto-Börsen auf Google und YouTube in den USA und Japan schalten, solange “die Produkte und Anzeigen mit den lokalen Gesetzen und Industriestandards übereinstimmen und das Konto von Google zertifiziert ist.”

Um eine Anzeige für eine Krypto-Exchange oder Wallet auf Google zu erhalten, muss ein Unternehmen mit der FinCEN als Geschäft für monetäre Dienstleistungen sowie mit mindestens einem Bundesstaat als Finanzmittler registriert sein. Alternativ können die Unternehmen auch ausschließlich mit einem zugelassenen Bankeninstitut auf Bundes- oder Bundesstaatenebene registriert sein.

FinCEN steht für Financial Crimes Enforcement Network und ist eine Bundesbehörde im Geschäftsbereich des US-Finanzministeriums sowie der Financial Intelligence Unit der USA. Zu den Hauptaufgaben der FinCEN gehört die Bekämpfung der illegalen Nutzung des Finanzsystems mithilfe der Sammlung und Analyse von Finanzdaten.

Darüber hinaus müssen die Unternehmen “die relevanten rechtlichen Anforderungen erfüllen, einschließlich aller lokalen rechtlichen Anforderungen auf Landes- oder Bundesebene”. Dass die Anzeigen und Landingpages die Google Ads Richtlinien einhalten, ist ebenso obligatorisch.

Google gibt nicht für alle Krypto-Produkte grünes Licht

Kein grünes Licht für die Bewerbung von DeFi Produkten

Während das Bewerben von Dienstleistungen der Handelsplattformen sowie zentraler Wallets bald wieder möglich ist, erhält eine Vielzahl von anderen Krypto-Produkten kein grünes Licht.

Google verbietet weiterhin explizit alle Anzeigen für DeFi Protokolle und ICOs sowie DeFi-bezogene Dienste. Dazu gehören:

  • Darlehen und Kredite in Form von Kryptowährungen,
  • Token-Liquiditätspools,
  • unregulierte dApps,
  • unhosted Wallets.

Bei unhosted Wallets handelt es sich um digitale Geldbörsen, bei denen die Nutzer ihren Private Key der Wallet selbst verwalten. Metamask und Rainbow beispielsweise sind beliebte Dienste für unhosted Wallets. Die integrierte Wallet der meisten Krypto-Exchanges wie Coinbase, Binance oder Kraken hingegen werden als “gehostet” bezeichnet und fallen nicht unter das Werbeverbot.

Auch Nachrichten- und Chart-Anbieter sowie Dienstleister für Trading Signale und Analysen bleiben auf der Anzeigen-Blacklist.

Welche Auswirkungen könnten diese Veränderungen der Werberichtlinien haben?

Damit Unternehmen überhaupt Google Ads-konforme Werbeanzeigen schalten können, müssen sie zuallererst den Zertifizierungsprozess durchlaufen. Das gilt auch für diejenigen, die unter den aktuell gültigen Richtlinien mit Google zertifiziert sind.

Des Weiteren erwartet vor allem die Krypto-Enthusiasten des US-amerikanischen Marktes eine wahre Werbeflut für Kryptowährungen ab August. Binance USA und FTX kämpfen derzeit um Marktanteile in den Vereinigten Staaten, wobei insbesondere FTX bereit ist, in unkonventionelle Werbemöglichkeiten zu investieren.

Anfang dieses Jahres wurde bekannt, dass FTX die Namensrechte an der Heimat der Miami Heat bis 2040 erworben hat. Die Miami Heat sind eine Franchise der weltweit größten Basketballliga NBA.

Seit dem ersten Spiel im Jahr 2000 trug der Spielort den Namen American Airlines Arena. Nach über 20 NBA-Saisonen und 3 Meisterschaften der Miami Heat wird AAA ab dem 4. Juni offiziell zur FTX Arena.

Fazit – Google lockert Anzeigenrichtlinien für Kryptowährungen, aber nicht gänzlich

So überraschend die teilweisen Lockerungen der Google Ads Richtlinien in Bezug auf Kryptowährungen sind, so sehr schränken sie dennoch eine Vielzahl der Produkte und Dienstleistungen ein. Besonders der immer noch boomende Bereich der dezentralisierten Finanzen DeFi hat das Nachsehen.

Dennoch ist dieser Schritt mehr als positiv zu bewerten, wenngleich lediglich Handelsplattformen für Kryptowährungen und deren integrierte Wallets davon profitieren. Google generierte in 2020 über 80 Prozent seiner Einnahmen aus Werbeanzeigen.

Da Kryptowährungen immer mehr Aufmerksamkeit in der breiten Masse erzielt, entschied sich Googles Mutterkonzern Alphabet Inc. sehr wahrscheinlich für die teilweise Aufhebung.

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