Ethereum wird mithilfe von ETH2 Bitcoin überflügeln

Ethereum Bitcoin

Während des Reuters Global Markets Forum am Montag, dem 2. August, äußerte sich Dan Morehead, CEO von Pantera Capital, dass er beste Chancen für Ethereum sieht, langfristig Bitcoin zu übertreffen.

Ausschlaggebend für seine Prognose sind die bereits begonnene Transformation von ETH1 zu ETH2 sowie das in Kürze stattfindende London Upgrade. Letzteres soll Ethereum dabei helfen, mehr als ein Anlagegut gesehen zu werden, so wie Bitcoin es bereits wird.

Morehead sieht dennoch die Felle für Bitcoin nicht davonschwimmen und prognostiziert der Ur-Kryptowährung einen sechsstelligen Kurs innerhalb der kommenden 12 Monate.

Langfristig übernimmt Ethereum den Top-Platz von Bitcoin

Am 5. August 2021 findet mit dem London Upgrade eine der langersehntesten und am meisten diskutiertesten Optimierungen auf der Ethereum Blockchain statt. Allen voran steht das EIP-1559. Das nahm Dan Morehead, Geschäftsführer von Pantera Capital, zum Anlass, einen Machtwechsel zwischen Bitcoin und Ethereum zu prognostizieren.

Er traf diese Aussage während des Reuters Global Markets Forum, einem Chatroom auf der Refinitv Messenger Plattform. Doch Morehead stützte seine These nicht nur auf das die London Hard Fork. Auch das jüngere Alter, die Vielseitigkeit sowie die Veränderungen des Konsensmechanismus von PoW zu PoS der Ethereum Blockchain griff der Pantera Capital CEO als fürsprechende Argumente auf.

Bitcoin ist im Gegenzug recht starr, was Neuerungen angeht. Ein so vielfältiges Ökosystem, wie es Ethereum bietet, ist bei Bitcoin aktuell nicht vorhanden. Zwar konnten sich die BTC Miner in diesem Jahr gemeinschaftlich auf Taproot einigen, was unter anderem mehr Privatsphäre für Bitcoin Transaktionen zur Folge hat, jedoch dauern Transaktionen nach wie vor sehr lange.

Auch die immerwährende Debatte über die Nachhaltigkeit des Bitcoin-Schürfens und der Ruf nach einem grünen Bitcoin machen Projekte, die nicht auf Proof-of-Work basieren oftmals attraktiver. So wie eben Ethereum, was im Begriff ist, seinen Konsensalgorithmus zu Proof-of-Stake zu migrieren.

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Was beinhaltet das London Upgrade?

Das London Upgrade, welches am 5. August 2021 stattfinden soll, besteht aus insgesamt vier EIP, den Ethereum Improvement Proposals. Die signifikanteste Verbesserung stellt das EIP 1559 dar, dessen Integration im März 2021 bekannt gegeben wurde.

Ist das EIP erfolgreich integriert, aktiviert es einen Prozess, der einen Teil der an die Miner gezahlten Gebühren verbrennt. Sobald dieser Mechanismus in Kraft tritt, führt eine erhöhte Netzwerknutzung dazu, dass eine größere Menge an ETH verbrannt wird, wodurch das Versorgungswachstum der Kryptowährung im Laufe der Zeit gedrosselt wird.

Doch auch die bestehende Gebührenstruktur von Ethereum an sich verändert sich mit dem Upgrade. So wird zusätzlich eine Mindestzahlung für das Senden von Ethereum-Transaktionen eingeführt.

Gleichzeitig kommt es zur Abschaffung des Bietersystems, das es Minern bisher erlaubt, Transaktionen mit den höchsten Geboten zu priorisieren. Das EIP-1559 Upgrade ist so konzipiert, dass die Gebühren für die Nutzer programmatisch angepasst werden, um das niedrigste Gebot für jeden Block zu zahlen.

Alle diese Neuerungen könnten Ether zu einem deflationären Vermögenswert machen, welches künftig mehr als Asset gesehen wird als ‘nur’ zum Bezahlen der teilweise horrenden Gas-Gebühren.

Sie werden einen Wandel bei den Menschen sehen, die ihr Vermögen in Ether und nicht nur in Bitcoin speichern wollen. Die Umstellung der Kryptowährung auf Ethereum 2.0 wird den Energieverbrauch des Ether-Minings im Vergleich zu Bitcoin erheblich reduzieren. Die breite Implementierung von Ethereum in dezentralisierte Finanzanwendungen würde Ether ebenfalls zu einem größeren Wachstum als Bitcoin verhelfen.

Dan Morehead

CEO - Pantera Capital

Quelle: Reuters

Zwar sind bisher der Großteil aller DeFi-Anwendungen auf der Ethereum Blockchain gebaut, doch wirklich angekommen ist die Verwendung der einzelnen dezentralen Finanzdienstleistungen im Krypto-Mainstream noch nicht. Einer der bisherigen Gründe waren mit Sicherheit die astronomischen Gebühren für einzelne Transaktionen auf dezentralen Handelsplattformen.

Die Anpassung der Gebührenstruktur bei Ethereum infolge des London Upgrades lässt DeFi-Nutzer hoffen, dass sich die Optimierungen auch auf den dezentralen Finanzsektor auswirken.

Gaskosten für typische Transaktionen bei aktuellen Gaspreisen.
Gaskosten für typische Transaktionen bei aktuellen Gaspreisen. Quelle: Dune Analytics

Morehead schreibt Bitcoin nicht ab

Obwohl Dan Morehead für Ethereum eine bessere Zukunft prophezeit, bleibt sein Optimismus für künftiges Wachstum von Bitcoin davon unberührt. Berichten zufolge sagte der Pantera Capital CEO voraus, dass Bitcoin bis Ende 2021 zwischen 80.000 und 90.000 US-Dollar gehandelt werden. Bis zum Ende des ersten Quartals 2022 prognostiziert er der größten Kryptowährung einen Preis von über 120.000 US-Dollar.

Er geht sogar noch einen Schritt weiter. Durch die steigende Akzeptanz der breiten Masse könnte den Bitcoin Kurs in seinen Augen innerhalb der nächsten zehn Jahre auf bis zu 700.000 Dollar ansteigen.

Die Vorhersage von Morehead basiert auf dem Stock-to-Flow-Modell. Dabei handelt es sich um einen analytischen Rahmen, der den Preis eines Vermögenswerts auf der Grundlage seines jährlichen Emissionsplans bewertet.

Im Falle von Bitcoin misst das StF-Modell die Knappheit, die durch die zugrunde liegende Netzwerkprogrammierung bestimmt wird. Sie wurde bei der Einführung der Blockchain vor 12 Jahren in das Design einkodiert.

Stock to Flow Modell Bitcoin
Stock-to-Flow-Modell Bitcoin Quelle: Glassnode

Fazit – Ethereum wird Bitcoin einige Prozentpunkte an Marktdominanz abringen

Dan Morehead sieht Ethereum in Zukunft Bitcoin überflügeln. Schnelle Transaktionen zu geringen Kosten, ein dezentrales Finanzsystem sowie ein äußerst energieeffizienter Konsensalgorithmus sind nur einige der genannten Gründe, die Ethereum langfristig wertvoller machen können als Bitcoin.

Besonders die Veränderung der Gebührenstruktur soll aus Ether ein wirkliches Asset machen, so wie es Bitcoin bereits heute schon ist. In welcher Form Ethereum der Nr. 1 Kryptowährung noch den Rang abläuft, zeigt die Zukunft.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels beträgt die Marktkapitalisierung von ETH etwa 40 Prozent der von BTC. Auch die YTD-Performance beider Top-Kryptowährungen lässt Spekulationen für eine neue Rangordnung zu. Ether hat seinen Preis im Jahr 2021 mehr als verdoppelt und schloss am Montag bei 2.608 US-Dollar. Bitcoin hingegen verzeichnete seit Jahresbeginn ‘lediglich’ einen Anstieg von etwa 46 Prozent auf 39.166 US-Dollar.

Dan Morehead ist allerdings nicht der Einzige, der glaubt, dass Ether in Zukunft Bitcoin übertrumpfen könnte. Mike Novogratz, Gründer und CEO der Krypto-Investmentfirma Galaxy Digital, sagte Ende Juni voraus, dass Ether eines Tages die größte Kryptowährung werden könnte.

Die Zeichen stehen also aktuell ausgezeichnet für Ethereum. Doch bleibt abzuwarten, wie sich die London Hard Fork samt ihrer Neuerungen und Verbesserung auf das Ethereum-Ökosystem auswirkt.

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