Blockchain-Unternehmen in Malta finden keine Banken

Wie die Times of Malta am 1. März 2019 berichtete, finden Blockchain-Unternehmen in Malta keine Banken zur Eröffnung eines Bankaccounts. Als Grund zur Ablehnung führen die Finanzinstitute das erhöhte Risiko eines Blockchain-basierten Geschäftsmodells an. 

Flagge von Malta
Flagge von Malta @wikimedia.org

Maltesische Banken führen keine Konten für Blockchain-Unternehmen

Im Rahmen eines jüngsten Berichts untersuchte die Times of Malta das Gerücht, dass Blockchain-Unternehmen keine Finanzinstitute für die Eröffnung eines Geschäftskontos finden könnte. Wie der Bericht vom 1. März 2019 nun hervorhebt, weigern sich zahlreiche Finanzinstitute gegen die Blockchain-Technologie und eröffnen keine Konten für Startups aus diesem Sektor. Insbesondere das überdurchschnittliche Risiko trage dazu bei, dass diese Unternehmen schlicht und ergreifend kein Konto eröffnen können. Dabei differenzieren die Banken nicht zwischen Unternehmen mit einem Blockchain-Geschäftsmodell oder Startups, welche die Etablierung einer Kryptowährung verfolgen. Des Weiteren hebt der Bericht hervor, dass es keinerlei Verbindung zwischen den Banken gäbe, sodass eine Absprache nicht stattgefunden habe. 

Banken machen einen Unterschied zwischen Blockchain und Kryptowährungen

Der parlamentarische Minister für Finanzen, Silvio Schembri, hat gegenüber der Times of Malta zu verstehen gegeben, dass es durchaus Banken gäbe, die Konto für Blockchain-Unternehmen eröffnen – ausgeschlossen seien hierbei jedoch Unternehmen mit einer eigenen Kryptowährung. Laut Schembri werde dabei eine klare Differenzierung zwischen der Blockchain-Technologie und Kryptowährungen avisiert, sodass die Blockchain-Fokussierung des Landes nicht in Gefahr gebracht wird. Des Weiteren hebt der Minister hervor, dass die Banken von den Krypto-Unternehmen einen Nachweis der Malta Financial Services Authority (MFSA) benötigen würden – erst im Anschluss sei die Eröffnung eines entsprechenden Kontos möglich. 

Malta gilt als Blockchain-Sympathisant

Insgesamt konnte sich Malta als Sympathisant für die Distributed-Ledger-Technologie und Kryptowährungen etablieren. Das Land wird mittlerweile als Blockchain Island bezeichnet. Vor kurzem hat die MFSA allerdings einen Beschluss zum Thema Cybersecurity gefasst und fordert, dass die Unternehmen einen internationalen Standard einhalten müssen – hierzu gehören auch Richtlinien der European Banking Authority (EBA). Durch die Richtlinien sollten vor allem professionelle Fonds, welche in digitale Währungen investieren, angesprochen werden. Doch auch Intermediäre und Service-Anbieter für Virtual Financial Assets Act fallen unter diese neue Richtlinie. 

Die hohe Relevanz der Blockchain-Technologie in Malta lässt sich anhand der jüngsten politischen Entscheidungen im Land erahnen. So hat das Land im Dezember eine Deklaration unterzeichnet, laut der die Distributed Ledger Technologie innerhalb des Landes gestärkt werden soll. Aus der Deklaration geht hervor, dass vor allem Bereich wie Bildung, Transport, Mobilität, Logistik, Grundbuchverwaltung und die Zollbearbeitung im Fokus der Blockchain-Einführung stehen. Des Weiteren hebt die Deklaration hervor, dass die Blockchain zur Verbesserung der Privatsphäre und zum Abbau bürokratischer Herausforderungen genutzt werden soll.