Bitcoin-Kurs bricht ein – Glassnode offenbart interessante Metriken

Infolge der negativen Berichterstattung rund um das von Elon Musk ausgelöste Beben an den Krypto-Märkten verzeichnete der Bitcoin (BTC) einen Kursfall im zweistelligen Prozentbereich.

Allein in den letzten 10 Tagen sank der Kurs kontinuierlich von 60.000 auf aktuell 43.000 US-Dollar. Die aktuellen Geschehnisse erinnern an den Markteinbruch im März 2020 im Zuge der aufkommenden Coronakrise. Allerdings waren in diesem Fall nur einzelne Tweets einer bekannten Persönlichkeit notwendig, während vor etwas mehr als einem Jahr eine weltweite Pandemie für den „Schwarzen Donnerstag“ verantwortlich war.

Doch aktuelle Zahlen von Glassnode zeichnen dennoch ein interessantes Bild. Grund genug, die aktuelle Marktlage unter die Lupe zu nehmen.

Elon Musk lässt BTC-Kurs einbrechen

Die Schlagzeilen der letzten Tage waren bestimmt durch die negativen Tweets des Tesla-Chefs Elon Musk in Bezug auf den Bitcoin. Zunächst kündigte er persönlich an, dass Tesla fortan keine Zahlungen mehr in Form der nach Marktkapitalisierung größten Kryptowährungen akzeptieren wird. Als Grund nannte er die schlechte Klimabilanz des Bitcoins. In der Folge deutete er in teilweise sehr kryptischen Tweets an, dass Tesla seine Bitcoin-Bestände veräußern könnte. Nach heftiger Kritik stellte er jedoch klar, dass sein Elektroautomobilunternehmen keinen einzigen BTC verkauft hat.

Bitcoin im 7-Tage-Chart. Quelle Coinmarketcap

Allerdings scheute sich Musk auch nicht, auf die Kritik einzugehen und zu kontern. Unter anderem richtete sich der Podcaster Peter McCormick direkt an Elon Musk. McCormick warf ihm vor ein „Troll“ zu sein, der mit seinen schlecht recherchierten Tweets für Furore sorgen will. In seiner ganz eigenen Art antwortete Musk, dass ihm diese Art der Kritik motivieren würde, „all in“ in Dogecoin zu gehen. Bereits in der Vergangenheit entwickelte Musk eine eigenwillige Vorliebe für den Memecoin, dessen Kurs er durch einen eigenständig ausgelösten Hype in die Höhe schnellen ließ.

Die wichtigsten Metriken zum aktuellen BTC-Kurs

Derzeit bewegt sich der Bitcoin-Kurs circa 35 % unter dem All Time High bei etwa 65.000 US-Dollar. Blickt man nur auf die Kursentwicklung der jüngeren Vergangenheit, war der aktuelle Kurseinbruch eine der tiefsten Retracement-Bewegungen der letzten Monate. Der Einbruch erinnert stark an den „Schwarzen Donnerstag“ im März 2020 als der Kurs auf knapp über 5.000 US-Dollar fiel. Metriken des Analyseunternehmens Glassnode zeigen, dass Neulinge im Markt nun in Panik geraten und ihre kürzlich erworbenen Bestände wieder veräußern. Langfristiger HODLer zeigen sich dagegen unbeeindruckt und behielten ihre Bestände.

Die meisten Metriken von Glassnode zeigen ähnliche Werte wie zuletzt während der aufkeimenden Coronakrise im März 2020. So zeigt beispielsweise die Metrik „Bitcoin: Net Transfer Volume from/to Exchanges“ einen ähnlich starken Anstieg wie im März 2020. Das deutet darauf hin, dass Händler ihre Bestände in andere Krypto- oder Fiat-Währungen tauschen könnten. Ein gegenteiliger Verlauf dieser Metrik deutet darauf hin, dass Händler ihre BTC über einen längeren Zeitraum halten. Dieser Effekt ließ sich vor allem in den letzten Wochen beobachten, während der Bitcoin kontinuierlich stieg und nur wenige Händler verkauften.

Glassnode Bitcoin
Diese Metrik zeigt den Zufluss neuer BTC über alle Börsen hinweg. Quelle Glassnode

Weitere Daten von Glassnode zeigen zudem interessante Daten von Einzelhändlern und institutionellen Anlegern. Die Analysten verglichen die Daten der bei Einzelhändler beliebten Plattform Binance mit denen der von Institutionen genutzten Börse Coinbase. Glassnode erkannte einen Zufluss von BTC infolge der negativen Berichterstattung rund um Elon Musk und Tesla. Gleichzeitig stieg die Ein- und Auszahlungsrate bei Binance an, was darauf hinweist, dass die Händler Ihre BTC auszahlen oder in andere Kryptowährungen tauschen könnten. Interessanterweise verhalten sich die institutionellen Anleger derzeit völlig anders.

Institutionelle Anleger steigen in den Markt ein

Während private Anleger vor allem aufgrund von Panikverkäufen ihre Bestände verkaufen, steigen institutionelle Anleger in den Markt ein. Coinbase verzeichnete zuletzt einen höheren Zufluss. Die vielen Großanleger, die die amerikanische Börse nutzen, scheinen derzeit einen geeigneten Einstiegspunkt zu sehen und stocken ihre BTC-Bestände auf. Offenbar lassen sich die Institutionen nicht von den Nachrichten einzelner, einflussreicher Marktteilnehmer beirren und sehen langfristig weiterhin großes Potenzial.

Risikokapitalgeber Anthony Pompliano ging sogar einen Schritt weiter und erwartet, dass Musk und Tesla ebenfalls ihre Bestände zeitnah aufstocken könnten. Er geht davon aus, dass Tesla zukünftig in gewisser Weise abhängig vom Bitcoin sein könnte und auf diese Weise Inflationsängste zu beseitigen. Einen zeitnahen Verkauf erwartet Pompliano demnach offenbar nicht. Unterstützung erhielt er zudem von dem erfahrenen Investor Paul Santos, der in einem Artikel schrieb, dass Elon Musk durch seinen Einfluss auf den Markt „Geld aus dem Nichts“ verdienen wolle.

Fazit: Aufarbeitung nach dem Crash – Institutionen steigen in den Markt ein

Nachdem Elon Musk durch seine negativen Tweets Teile des Krypto-Markts zum Einbruch gebracht hat, ist die Marktlage aktuell etwas unübersichtlich. Viele Privatanleger reagierten panisch auf die Nachrichten des Tesla-Chefs und verkauften ihre BTC-Bestände. Der zwischenzeitliche Markteinbruch erinnerte an den „Schwarzen Donnerstag“ im März 2020.

Aktuelle Metriken der Experten von Glassnode zeigen allerdings einige interessante Auffälligkeiten im Markt. Demnach nutzen einige Großinvestoren die aktuelle Panik und stocken ihre Bitcoin-Bestände auf. Das zeigt, dass die meist langfristig agierenden Institutionen dem derzeitigen Geschehen nicht allzu viel Aufmerksamkeit schenken. Generell spiegelt die Panik aufgrund einzelner Tweets die Risiken des Krypto-Marktes vollends wider.

Anleger sollten allerdings beachten, dass die für einen so jungen Markt wichtigen Großinvestoren nach wie vor ihre Bestände halten und sogar noch aufstocken. Vor allem unerfahrene Privatinvestoren haben ihre neu erworbenen Coins infolge der Nachrichten verkauft. Viele langfristige HODLer halten ihre Bestände weiterhin, beziehungsweise schichten sie vorübergehend in andere Kryptowährungen um.

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