Bitcoin Hashrate: -50 Prozent in etwas mehr als einem Monat

Bitcoin Hashrate

Die Bitcoin Hashrate ist innerhalb eines Monats um fast 50 Prozent gesunken. Sie betrug am 15. Mai 2021 etwa 168.000 Petahashes pro Sekunde (PH/s). Laut Angaben den Echtzeitdaten von The Block waren davon am 23. Juni 2021 lediglich 86,000 PH/s übrig.

Die Ursache für diesen extremen Absturz ist im bevölkerungsreichsten Land der Erde, der Volksrepublik China, zu suchen. Das Bitcoin Mining ist der chinesischen Regierung seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge.

Das stromfressende Erzeugen neuer Bitcoin ist sehr energieaufwendig und der dafür benötigte Strom entsteht aus zu wenig erneuerbaren Energien. Das kolidiert selbstverständlich mit den angestrebten Klimazielen des Landes, welches im Jahre 2060 spätestens klimaneutral sein möchte. Und warten, bis der Bitcoin “grün” ist, ist keine Option für die chinesische Regierung.

Ein Verbot des aktuell wenig nachhaltigen Schürfens neuer Kryptowährungen liegt also nahe und so ist es auch seit Mitte Mai geschehen. Nach und nach verbieten immer mehr chinesische Provinzen das Mining und die Betreiber müssen sich anderweitig nach Standorten umschauen. Nutzniesser sind natürlich die Regionen, die die vertriebenen Miner mit offenen Armen empfangen.

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Mining Crackdown in China lässt Bitcoin Hashrate in den Keller stürzen

Seit Ende April versucht die chinesische Regierung nun rigoros im Krypto-Sektor des Landes durchzugreifen. Anscheinend gelingt ihr das auch, sehr zum Unmut der Krypto-Community. Wie bereits berichtet, richtet sich das Durchgreifen speziell gegen das Mining von Kryptowährungen, im Speziellen Bitcoin.

Das führte sukzessive zu einem Sinken der Bitcoin Hashrate und letztendlich auch der Mining Difficulty. Besonders das Einstellen der Mining Aktivitäten in den Regionen Xinjiang und Sichuan hatte einen signifikanten Einfluss auf die gesamte Rechenleistung des Bitcoin Mining. Diese beiden Regionen allein haben schätzungsweise 50 Exahashes pro Sekunde (EH/s) Hashrate oder etwa 30 Prozent der gesamten Bitcoin Hashrate zur Verfügung gestellt.

Zahlen des Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index zufolge lag der Anteil der Bitcoin Hashrate aus China im April 2020 bei 65 Prozent. Im Laufe der Zeit sank diese absolute Dominanz allerdings. Laut Experten reduzierte sich der weltweite Anteil allerdings im Laufe des Jahres 2020 auf 50 Prozent. Mittlerweile wird dieser Wert weiter gesunken sein. Offizielle Zahlen dazu ergaben unsere Recherchen bisher nicht.

Chinesische Mining Pools verlieren teilweise über 50 Prozent ihrer Bitcoin Hashrate

MIt Blick auf die zusammengestellten Daten des Analyseportals The Block lässt sich erkennen, dass die Hashrate der meisten chinesischen Bitcoin-Mining-Pools um mehr als 50 Prozent gesunken ist. AntPool und F2Pool, zwei der größten Mining Pools weltweit und noch aus CHina operierenden, büsten beispielsweise 58 respektive 56 Prozent ihrer Rechenpower seit dem 15, Mai 2021 ein.

Global gesehen, befindet sich die Bitcoin Hashrate auf dem selben Niveau wie vor einem Jahr.

Verlust an Hashrate der einzelnen Mining Pools
Verlust an Hashrate der einzelnen Mining Pools Quelle: TheBlock

Des einen Leid des anderen Freud: BTC Hashrate Anteile wechseln die Kontinente

Doch diese Übersicht zeigt nicht nur Verlierer. Foundry USA beispielsweise verzeichnete im selben Zeitraum einen Anstieg seiner Hashrate um 15 Prozent. Rawpool sah ebenso einen Anstieg von 6 Prozent. Foundry USA ist die Mining-Tochter der Digital Currency Group (DCG), die ihren Pool im März diesen Jahres der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat.

DCG-Gründer und CEO Barry Silbert twitterte am 19. Juni, dass der Foundry-Pool zum “perfekten Zeitpunkt” gestartet wurde und deutete an, dass er bald ein Top-Fünf-Bitcoin-Mining-Pool weltweit werden könnte. Aktuell ist Foundry, platziert auf den siebten Rang, lediglich zwei Plätze davon entfernt.

Neben den USA scheinen auch Kasachstan, Russland und Georgien attraktive Bitcoin-Mining-Ziele für chinesische Miner zu sein. Am 21. Juni verkündete das in China ansässige Unternehmen BIT Mining, früher bekannt als 500.com, dass bereits ein Teil seiner Bitcoin-Mining-Ausrüstung nach Kasachstan verschickt wurde. 320 Mining Geräte sind bereits an seinem neuen Zielort angekommen. Im laufe der kommenden Wochen und Monate sollen die verbleibenden 2.600 Mining Einheiten folgen.

Preise für Bitcoin Mining Rigs fallen gleichermaßen wie die Hashrate

Während sich die Bitcoin Miner in China verzweifelt darum Bemühen, neue Standorte für die Fortsetzung ihrer Mining Aktivitäten ausfindig zu machen.bemühten, erleben die Second-Hand-Märkte für Mining Rigs von ASICs und GPUs ein regelrechtes Überangebot. Zusätzlich hat der ASIC-Hersteller Bitmain am Mittwoch, den 23. Juni 2021, den Verkauf von Mining Geräten ausgesetzt und die internationalen Direktlieferungen eingestellt.

Der Überfluss an angebotenen Mining Geräten für Kryptowährungen ist besonders auf Sekundärmarktplätzen wie Alibaba, JD.com, Tmall zu sehen. Doch auch Plattformen wie eBay oder Amazon verzeichnen aktuell diesen Trend.

Laut einem Bericht der South China Morning Post sind die Preise für GPUs von Asus und Nvidia im Vergleich zu den Höchstpreisen von vor zwei Monaten um zwei Drittel gesunken.

ASICs Bitcoin Miner Second Hand Marktplatz tmall
ASICs Bitcoin Miner auf Second-Hand -Marktplatz tmall Quelle: tmall.com

Beispielsweise bietet ein Verkäufer auf Tmall, eine Online-Tochtergesellschaft von JD.com, ein Nvidia Quadro P1000-Modell für 2.429 Yuan, umgerechnet 376 US-Dollar, an. Zu der Zeit, als Bitcoin für mehr als 60.000 US-Dollar gehandelt wurde, lag der Preis für das gleiche Modell bei über 3.000 Yuan, etwa 500 US-Dollar. Die Asus RTX3060, zum Vergleich, fiel von 13.499 Yuan, ca. 2.087 US-Dollar, auf 4.699 Yuan, ca. 726 US-Dollar.

Obwohl die Hashrate stark gesunken ist und der BTC-Preis seit den Höchstständen vor zwei Monaten um über 40 Prozent gefallen ist, ist das Bitcoin Mining im Allgemeinen immer noch recht profitabel. Vorausgesetzt die Energiepreise am Mining Standort sind entsprechend niedrig.

Fazit – Bitcoin Hashrate fällt weiter, doch gibt es auch eine positive Seite

Seit Wochen nun können wir beobachten, wie die gesamte Rechenleistung für das Schürfen von Bitcoin immer weiter sinkt: 50 Prozent im Zeitraum vom 15. Mai bis zum 23. Juni. Das Mining Verbot der chinesischen Regierung in aktuell fünf ihrer Provinzen macht es möglich. Da nun viele der Betreiber der Mining Farmen dazu gezwungen wurden, ihre Aktivitäten einzustellen, wirkt sich das selbstverständlich auf die Hashrate von Bitcoin aus. Aktuell befindet sich der Wert auf Vorjahresniveau.

Parallel dazu ist eine Umverteilung der Herkunft der Rechenleistung zu sehen. Beispielsweise konnten Mining Farmen in Nordamerika bis zu 15 Prozent an Hashrate zulegen. Doch die chinesischen Mining Pools haben nicht nur die USA und Kanada ins Auge gefasst. Auch die angrenzenden Nationen Russland und Kasachstan erfreuen sich großer Beliebtheit für einen Umzug der Mining Anlagen.

Darüber hinaus ist aufgrund des Mining Crackdowns in China gegenwärtig ein Überangebot an Mining Geräten auf Second-Hand Online Marktplätzen zu beobachten. Teilweise bieten Händler ihre Ware mit einem Preisunterschied von bis zu 60 Prozent gegenüber dem von vor zwei Monaten an, als Bitcoin sich im Bereich des All Time Highs bewegte.

Wie wir sehen können, liegt Freud und Leid dicht beieinander. Während die eine Seite verzweifelt versucht, ihr Geschäftsaktivitäten aufrecht zu erhalten, profitiert die andere Seite davon, dass sie nun mehr Anteile an der weltweiten Gesamtrechenleistung hat und Hobby-Miner vergleichsweise kostengünstig an Equipment kommen.

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