Bitcoin – Ein Werkzeug für Kriminelle?

Kriminelle im Internet

Obwohl Bitcoin bereits seit 2009 öffentlich ist, konnte der negative Ruf der Kryptowährung noch immer nicht vollständig abgelegt werden. Immer öfter wurde Bitcoin in Zusammenhang mit Terrorismus und Geldwäsche in den Medien erwähnt. Auch das Wachstum des Dark Net und der Handel mit illegalen Drogen basieren zu einem großen Teil auf Bitcoin.

Jedoch auch hier gilt, nur wer seine eigene Recherche betreibt, kann sich auch ein eigenes Urteil bilden. Denn lange nicht alle Meldungen aus den Medien entsprechen der Wahrheit und spiegeln die Realität wider. Immer öfter kommen Fake News gezielt zum Einsatz, um politische Maßnahmen effizienter durchzusetzen.

In diesem Artikel möchten wir Sie darüber aufklären, ob Bitcoin wirklich nur ein weiteres Werkzeug für Kriminelle ist.

Terrorismusfinanzierung

Besonders die dezentrale Eigenschaft der Blockchain kann ein entscheidender Nachteil bei der Bekämpfung des Terrorismus sein. Denn im Gegensatz zu regulären Webseiten und Plattformen im Internet können die Behörden die Blockchain nicht verbieten oder stilllegen. Ebenso wenig ist es möglich, einzelne Adressen vom Netzwerk auszuschließen oder zu zensieren.

Dadurch haben Kriminelle ebenso die Möglichkeit, Transaktionen weltweit an jede beliebige Instanz vorzunehmen. Dies haben terroristische Organisationen längst erkannt und nutzen die Blockchain um ihre Truppen zu finanzieren. Laut einer Analyse von Chainalysis haben die Kassam-Brigaden im Jahr 2019 eine der größten Kampagnen ins Leben gerufen. Die terroristische Gruppe, welche der Hamas angehört, hat dabei Spenden in Form von Bitcoin eingesammelt.

Auf diese Weise haben Unterstützer mehrere zehntausend US-Dollar an die Vereinigung gespendet. Da diese anfänglich auf einer regulären Börse landeten, war es für Chainalysis möglich, die Transaktionen zurückzuverfolgen. Ebenso die Nutzung eines privaten Wallets konnte keine Anonymität der Spendengelder gewährleisten. Daraufhin wurde eine eigene Wallet auf der Webseite implementiert und für jede Spende eine neue Adresse generiert.

Die Pseudo-Anonymität von Bitcoin ist unter anderem ein Grund, weshalb illegale Aktivitäten mit Bitcoin zwar möglich, jedoch nicht sicherer als herkömmliches Geld sind. Denn bei falscher Handhabung lassen sich Adressen unter Umständen den zugehörigen IP-Adressen zuordnen. Ebenso sind beim Wechsel von Bitcoin zu FIAT-Währungen in der Regel Ausweisdokumente nötig.

Kriminelle nutzen Bitcoin

Geldwäsche

Durch Geldwäsche und Steuerhinterziehung erleiden Regierungen jedes Jahr enorme Verluste. Nach wie vor haben Kriminelle es relativ einfach, ihre Gelder am Fiskus vorbeizuschleusen. Das Aufkommen von Bitcoin und Kryptowährungen schafft dabei zusätzliche Möglichkeiten.

Auch wenn Bitcoin selbst nicht anonym ist, so gibt es doch zahlreiche Methoden, um die Blockchain anonym zu nutzen und den Besitz eigener Bitcoin zu verschleiern. Die meisten seriösen Börsen verlangen aus diesem Grund einen Identitätsnachweis, um der Geldwäsche vorzubeugen. Jedoch gibt es auch Möglichkeiten, um Bitcoin anonym zu erwerben.

Dadurch haben Kriminelle die Möglichkeit, ihr Geld in Bitcoin umzutauschen und die Herkunft dieses Geldes zu vertuschen. Da es für Finanzämter schwierig ist, den Verlauf der Kryptowährungen zu erschließen, wird diese Methode für Kriminelle immer beliebter.

Dabei kommen vor allem private Käufe in Barzahlung wie beispielsweise über Localbitcoins infrage, sowie dezentrale Börsen ohne Identitätsnachweise (KYC). Ebenso dienen sogenannte Mixer als beliebtes Werkzeug zum Verschleiern von Transaktionen. Dort werden verschiedene Bitcoin so lange untereinander getauscht, bis die ursprüngliche Herkunft nicht mehr nachweislich ist.

“Bitcoin, it’s a swiss bank account in your pocket” – Bitcoin Sprichwort

Bezahlmittel für Ransomware

Das Verwenden von Bitcoin im Internet bietet aber noch andere Möglichkeiten für Kriminelle. Ein weiteres Beispiel ist sogenannte Ransomware. Bei dieser handelt es sich um einen Trojaner oder andere Schadsoftware auf dem Computer. Betroffene können bei Infizierung nicht mehr auf ihre eigenen Daten und Anwendungen auf dem Computer zugreifen und sind somit handlungsunfähig. Im Gegenzug fordern die Erpresser ein Lösegeld für die Entfernung der Ransomware.

Da Kriminelle keine Banküberweisung für solche Tätigkeiten annehmen können und sich auch andere Zahlungsmethoden als schwierig erweisen, greifen sie ebenfalls auf die Vorteile von Bitcoin zurück. Noch beliebter sind jedoch komplett anonyme Internetwährungen wie beispielsweise Monero, da diese im Gegensatz zu Bitcoin nicht zurückverfolgbar sind.

Besonders während der globalen Pandemie durch das Coronavirus hatten Ransomware-Attacken einen neuen Nährboden gefunden. Laut Chainalysis hatte die Zahl der Fälle zwar nicht signifikant zugenommen, jedoch hatten Phishing Mails mit Bezug auf das Virus etliche Gutgläubige um ihre Spenden gebracht.

Das Verwenden von Ransomware und Trojaner hatte jedoch schon lange vor Bitcoin Einzug im Internet gefunden. Auch ohne Kryptowährungen war es Erpressern möglich, Geld von ihren Opfern zu Erbeuten. Auch hier zeigt sich, dass die Verwendung von herkömmlichen Währungen für solche Tätigkeiten einen deutlich höheren Anteil einnimmt.

Kriminelle nutzen Bitcoin für Geldwäsche

Geld für illegale Drogen

Das Dark Net ist seit einigen Jahren auf dem Vormarsch und auch für nicht technisch versierte Nutzer leicht auffindbar. Dadurch steigt auch die Zahl der illegalen Marktplätze im Internet deutlich an. Ein bekanntes Beispiel ist die Plattform Silk Road, welche im Jahr 2014 von den Behörden geschlossen wurde. Dort konnten Kunden digitale Güter und illegale Drogen erwerben. Als Bezahlung kam ausschließlich die Währung Bitcoin zum Einsatz.

Auch wenn Silk Road als Vorreiter in diesem Bereich nicht mehr verfügbar ist, so haben sich zahlreiche andere Anbieter für illegale Geschäfte hervorgetan. Das Bezahlen mit Bitcoin für illegale Drogen zählt somit zu einem der größten Verwendungszwecke für Kriminelle.

Jedoch auch hier lässt sich kaum ein Vorteil von Bitcoin gegenüber Bargeld erkennen. Während durch Benutzung der Blockchain ein gewisses Risiko besteht, illegale Transaktionen offenzulegen, können Nutzer mit Bargeld vollkommen anonym im Dark Net bezahlen. Denn Marktplätze für illegale Drogen und Ähnliches im Internet gab es bereits vor der Entstehung von Bitcoin. In der Regel konnten Kunden dort per Brief und Bargeld einkaufen, oder aber auf Online Banking zurückgreifen.

Dennoch wird oft fälschlicherweise Bitcoin von vielen mit illegalen Drogen assoziiert. Die Tatsache, dass Kriminelle Bitcoin nutzen, lässt bei manchen darauf schließen, dass im Umkehrschluss Nutzer von Bitcoin ebenfalls kriminell sind. Jedoch ist die Verwendung für illegale Machenschaften nur ein minimaler Prozentsatz dessen, wofür Bitcoin Verwendung findet.

Durch die fortschreitende Adaption durch etablierte, seriöse Unternehmen wie beispielsweise Microsoft, dürfte jedoch der schlechte Ruf von Bitcoin und Kryptowährungen nach und nach verbessert werden. Denn die Blockchain und die damit einhergehenden Möglichkeiten sind längst keine Nische mehr und haben sich bereits am Aktienmarkt eingefunden.

Regulierungen im Kampf gegen Kriminelle

Seit dem Jahr 2020 stehen Unternehmen, welche Blockchain als Dienstleistung anbieten, unter der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Durch das “Gesetz zur Umsetzung der Änderungsrichtlinie zur vierten EU-Geldwäscherichtlinie” gelten somit klar definierte Regeln zum Umgang mit Finanzdienstleistungen im Bereich Blockchain. Wer mit seinem Unternehmen auf Bitcoin und Kryptowährungen als Geschäftsmodell setzt, benötigt demnach eine Erlaubnis der BaFin.

Bereits im Jahr 2019 hat die Bundesregierung ein Modell zur Tokenisierung von Vermögenswerten verabschiedet. Hierdurch soll der Handel und die Verwahrung verschiedener assetgebundener Token reguliert angeboten werden. Auf der einen Seite profitieren Anleger von der höheren Sicherheit im Handel mit Kryptowährungen, jedoch haben es neue Unternehmen auch deutlich schwerer, sich im Fintech-Markt zu profilieren.

Welche Auswirkungen ein nicht regulierter Markt auf die Teilnehmer haben kann, zeigte sich während des Hypes um Initial Coin Offerings (ICOs) im Jahr 2017. Ohne die Regulierung der BaFin hatten es kriminelle Unternehmen sehr einfach, durch eigene Token viel Geld von den Anlegern einzusammeln. Jedoch hatten diese Token in der Regel keinen besonderen Nutzen und haben sich lediglich durch aggressives Marketing durchgesetzt. In manchen Fällen haben sich die Plattformen sogar einfach mit dem Geld der Anleger abgesetzt.

Aus diesem Grund gilt es, vor dem Kauf von Bitcoin und Kryptowährungen immer auf die Seriosität des Anbieters zu achten. Auch wenn Bitcoin selbst nicht illegal ist, so tummeln sich dennoch einige betrügerische Firmen auf dem Markt.

Kryptowährungen Smartphone

Wo kann man Bitcoin und Kryptowährungen kaufen?

Die Liste der gehackten Börsen ist lang und wächst stetig. Kriminelle suchen durchgehend nach Sicherheitslücken im Internet, um diese zu Geld zu machen. Dass auch große Börsen wie Mt.Gox oder Cryptopia den Hackern zum Opfer fielen zeigt, dass die Wahl des Anbieters zu den wichtigsten Entscheidungen bei einem Krypto-Investment zählt.

Als langjähriger Marktführer für den Kauf von Bitcoin und anderen Kryptowährungen hat sich Coinbase einen Namen in der Szene gemacht. Hier können Kunden kostenlos ein Konto erstellen und per Banküberweisung Euro und andere Währungen einzahlen.

Coinbase bietet zudem zahlreiche weitere Tools, um den Kryptomarkt zu analysieren. Außerdem können Kunden am Programm “Coinbase Learn” teilnehmen und dadurch zusätzlich Kryptowährungen verdienen.

Wer lediglich auf Kurse spekulieren möchte, um damit Gewinne zu erwirtschaften, kann auf den Anbieter eToro zurückgreifen. Dieser ist eine Plattform für Social Trading und daher besonders für Einsteiger geeignet. Wer sich selbst noch unsicher beim Handel mit Kryptowährungen fühlt, kann sich dort die Profile von erfahrenen Tradern anschauen und kopieren.

Zudem können dort auch Aktien, CFDs und andere Assets gehandelt werden. Für risikofreudigere Anleger bietet Etoro auch den Handel mit Hebelwirkung an. Somit lassen sich auch mit kleinem Einsatz große Gewinne erwirtschaften. Die Anmeldung ist ebenfalls kostenlos und es fallen keine versteckten Kosten an.

Fazit: Bitcoin ist mehr als ein Werkzeug für Kriminelle

Auch wenn die Verwendung von Bitcoin für Kriminelle geeignet ist, überwiegen dennoch die positiven Eigenschaften von Bitcoin. Denn Terrorismus, Geldwäsche und Drogengeschäfte finden auch ohne digitale Währungen statt. Da die Verwendung von Bargeld zu 100 Prozent anonym erfolgen kann, bietet Bargeld in diesem Sinne sogar mehr Potenzial für illegale Geschäfte.

Der revolutionäre Gedanke einer dezentralen Währung überwiegt in diesem Fall deutlich. Denn während Zentralbanken eine Monopolstellung über herkömmliche Währungen ausüben, ist Bitcoin autonom konzipiert. Keine Instanz kann darüber bestimmen, wie viel Bitcoin in welchem Zeitraum produziert wird. Durch den festgelegten Code müssen sich alle Miner an die Bedingungen halten und die Ausschüttung bleibt auf einem konstanten Level. Somit besitzt Bitcoin im Gegensatz zu FIAT-Währungen eine deflationäre Eigenschaft.

Zudem können Bitcoin nicht reproduziert werden. Alleine im Jahr 2019 haben Beamte in Deutschland 55.000 gefälschte Scheine im Wert von 3,3 Millionen aus dem Verkehr gezogen. Bitcoin funktioniert nach dem Algorithmus Proof of Work und kann nur auf diese Weise hergestellt werden. Dadurch ist jeder einzelne Bitcoin original und eine Fälschung ist ausgeschlossen.

 

Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Immer aktuell in der Blockchainwelt.

Melden Sie sich zu unserem monatlichen Newsletter an. Garantiert kostenlos und ohne Spam!