Trump lässt Bitcoin explodieren? Das treibt Krypto wirklich an

Das Wichtigste in Kürze
- Der Bitcoin-Kurs steigt im Tagestrend um zwölf Prozent. Ein im Juni verlorener Marktwert von 72.000 US-Dollar wird zurückerobert.
- Eine bemerkenswerte Ankündigung der sogenannten Crypto Asset Regulation durch die SEC und eine Krypto-Konferenz im Weißen Haus sorgten für Aufmerksamkeit.
- Laut Einschätzung von James Butterfill führten diese Ereignisse jedoch nicht zur Krypto-Rallye. Sie sei stattdessen auf makroökonomische Entwicklungen zurückzuführen.
Trump lässt Bitcoin explodieren? Das treibt Krypto wirklich an
Lässt US-Präsident Donald Trump Bitcoin und Co. aktuell explodieren? Eine Konferenz, die der 80-Jährige gestern im Weißen Haus veranstaltete, sorgt am Kryptomarkt für kräftigen Wirbel.
So hatte Trump einen Rückblick über seine Erfolge im Hinblick auf die hiesige Krypto-Politik gegeben. Zudem forderte er den Kongress erneut auf, das bedeutende Krypto-Gesetz CLARITY endlich zu verabschieden.
Der republikanische Politiker kündigte auch an, den beliebten DEX Hyperliquid bald in den USA zu legalisieren. CFTC-Chef Michael Selig arbeite bereits an diesem Plan. Tatsächlich schoss der Token Hyperliquid (HYPE) anschließend besonders deutlich in die Höhe.
Mit einem Kursgewinn von 21,60 Prozent führt HYPE die Top-100 der Kryptos im Tagestrend an. Laut einer Einschätzung des Krypto-Experten James Butterfill von CoinShares sind die massiven Gewinne, die Krypto über die letzten Stunden verzeichnet, aber vor allem auf makroökonomische Faktoren zurückzuführen, statt auf den direkten Einfluss der US-Politik.
“Die jüngste Bitcoin-Rally wird weniger von krypto-spezifischen Faktoren als von der veränderten makroökonomischen Lage getrieben”, schreibt Butterfill in einer E-Mail an Blockchainwelt.
Demnach profitieren Bitcoin und Co. aktuell von der Erwartung eines abnehmenden US-Dollars – und diese Profite fallen enorm aus. BTC erreicht im Tagestrend Gewinne von rund zwölf Prozent. Zum Redaktionsschluss notiert der Marktführer bei 72.256 US-Dollar – der höchste Marktwert seit Anfang Juni.
Darum verursacht das FOMC die Krypto-Rallye
Ausschlaggebend für die aktuelle Kursrallye seien die gestern veröffentlichten Protokolle des FOMC gewesen, welche die Debatte beim letzten Treffen des Komitees Ende Juli offenlegen.
Das Komitee der US-Zentralbank entschied darauf, die bestehenden Leitzinsen von 3,50 bis 3,75 Prozent beizubehalten.
“Die seither veröffentlichten Daten haben das Argument für weitere Straffungen zunehmend geschwächt. Eine niedriger als erwartete Inflationszahl und schwächere Arbeitsmarktdaten haben die Erwartung erneuert, dass die US-Geldpolitik in Richtung eines weniger restriktiven Kurses steuert”, erklärt Butterfill.
Die Phase der quantitativen Straffung stehe also vor dem Ende. Eine quantitative Lockerung sei zu erwarten – für Kryptowährungen sei dies der entscheidende Katalysator. Während der quantitativen Lockerung wird das Geldsystem mit Kapital geflutet und die Inflation steigt. Anleger suchen dann vermehrt nach profitablen Anlagen, die sie in den Kryptowährungen finden.
Diese Faktoren dürften den Bitcoin-Kurs über 80.000 US-Dollar hieven
Laut Butterfill sei die Lage aktuell optimal für eine baldige Rückeroberung des Bitcoin-Kurses von 80.000 US-Dollar. Zuletzt notierte die Kryptowährung im Mai bei diesem Wert. Seither blieb Krypto hinter den Erwartungen vieler Anleger zurück.
Schuld daran ist besonders das bisherige Scheitern des US-Gesetzes CLARITY, dessen Erfolgsaussichten bereits auf ein Minimum geschrumpft sind. Zudem sorgte der Nahostkonflikt seit dem Frühjahr immer wieder für Unsicherheit.
“Schwächere US-Daten, sinkende Zinserwartungen und wachsende Zweifel an der fiskalischen Tragfähigkeit der USA schaffen ein Umfeld, in dem Bitcoin von Liquiditätshoffnungen und einem schwächeren Dollar profitieren kann”, argumentiert Butterfill.
Wie extrem die Erwartungen aktuell sind, fällt bei einem Blick auf den Crypto Fear & Greed Index auf. Dieser stieg über wenige Tage deutlich. Noch am Sonntag wies er nur 36 von 100 Punkten auf. Die Stimmungslage war demnach von Angst geprägt.

In drei Tagen überwand der Index den gesamten neutralen Bereich. Heute liegt er mit 61 Punkten am unteren Ende der Kategorie “Gier”. Das Sentiment ist also reif für enorme Kursgewinne.
Butterfill bietet einen Ausblick darauf, wie hoch diese ausfallen könnten. Laut seiner Einschätzung sei eine Rallye über 80.000 US-Dollar denkbar. Grund dafür sei das Jackson Hole Economic Policy Symposium, das vom 27. bis zum 29. August stattfindet. Es handelt sich um eine Bankenkonferenz, von der entscheidende Signale ausgehen könnten.
“Der nächste wichtige Test ist Jackson Hole. Da es derzeit nur begrenzte geldpolitische Orientierung gibt, werden die Märkte genau auf Signale von politischen Entscheidungsträgern achten, einschließlich Kevin Warsh”, schreibt Butterfill.
“Kommentare, die die von den Märkten zunehmend eingepreiste dovishe Haltung bestätigen, könnten einen möglichen Bitcoin-Ausbruch über 80.000 US-Dollar auslösen”, setzt er fort.
Demnach könne die US-Zentralbank künftig das Wirtschaftswachstum über die Inflationskontrolle stellen – eine Handhabung, die Bitcoin, aber auch den gesamten Kryptomarkt stärken dürfte.
Schon gewusst? Darum plant die SEC jetzt mit dem neuen Regelwerk “Crypto Asset Regulation”
