Polymarket: So hoch ist der Anteil des Insiderhandels wirklich

Das Wichtigste in Kürze
- Laut Bloomberg ist der Anteil des Insiderhandels auf Polymarket verschwindend gering. Ein neuer Bericht stützt sich dabei auf Daten von Polysights und Dune.
- Erhebliche Anteile erreicht der Insiderhandel in bestimmten Märkten. Beliebt sind geopolitische Ereignisse, besonders wenn sie eine Verbindung zur US-Regierung aufweisen.
- Dennoch sind viele der Trades illegal. US-Bürger nutzen Polymarkets internationale Plattform unerlaubt, indem sie ihren Standort verschleiern. Etliche Nutzer verbinden ihre Krypto-Konten unvorsichtig mit den Konten des Prognosemarktes.
Polymarket: So hoch ist der Anteil des Insiderhandels wirklich
Prognosemärkte sind eine beliebte Einkommensquelle für Insider – das zeigen Daten bereits seit etlichen Monaten. Noch nie zuvor ließ sich exklusives Wissen so gut monetarisieren. Besonders beliebt: Polymarket. Der Marktplatz zählt zu DeFi und ist daher besonders frei zugänglich. Für Insider ein entscheidender Vorteil.
Jüngste Aufzeichnungen von Polysights und Dune sollen nun einen realistischen Anteil von Insidern am Tagesgeschäft von Polymarket belegen. Ein Großteil der Trades ist unabhängig davon offenbar illegal.
So nehmen US-amerikanische Bürger augenscheinlich den größten Anteil der Insider unter allen Trades ein. Ihre Geschäfte machen sie allerdings auf Polymarkets internationaler Plattform, die US-Bürger explizit ausschließt.
Die Aufsichtsbehörde CFTC verbot Polymarket 2022, da die Plattform nicht die nötigen Lizenzen aufwies. Infolgedessen eröffnete man einen Ableger, der nur für den US-Markt bestimmt ist. Dieser ist allerdings weitaus kleiner.
Zudem müssen Nutzer von Polymarket US einen Identifizierungsprozess (KYC) durchlaufen und können Einzahlungen nicht mit Krypto, sondern nur mit einer Fiatwährung vornehmen. Ihre Identifizierung möchten Insider jedoch verhindern, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.
Der Insider Finder von Polysights wertete 1,2 Milliarden Trades seit Januar 2021 aus. Diese beanspruchen mit 74 Milliarden US-Dollar 60 Prozent des seitherigen Handelsvolumens. Als Insiderhandel identifizierte man davon lediglich 17.000 Trades mit einem Volumen von zwölf Millionen US-Dollar.
Anteilig stammen also gerade einmal 0,00141 Prozent aller Trades von Insidern. Dabei nehmen diese 0,016 Prozent des Handelsvolumens ein. Gleichzeitig verzeichnen jene die mit Abstand deutlichsten Gewinne. Mehr als die Hälfte aller von Polymarket ausgeschütteten Gewinne landet bei nur 1,00 Prozent der Trader.
Entscheidungen der US-Regierung besonders stark von Insiderhandel geprägt
Je nach Thema unterscheidet sich der Anteil des Insiderhandels jedoch stark, erkennt Bloomberg in einem Bericht. Imposante Anteile erreicht er in jenen Märkten, die von den Entscheidungen der US-Regierung abhängig sind.
Polysights und Dune werteten 71 Prozent des Volumens aus, das rund um den Irankrieg auf Polymarket platziert wurde. Die Gelder von Insidern sollen mit 27 Prozent einen erheblichen Anteil davon ausmachen. Generell sei die Beteiligung der Insider bei geopolitischen Themen besonders hoch.
Auffällig ist auch, dass Insider ihr Kapital übermäßig oft von Krypto-Börsen transferieren, welche in den USA reguliert sind. Über die Verbindung zu ihren identifizierten Konten gelang es Behörden bereits, Insider aufzuspüren – so etwa im bekannten Fall rund um Ken van Dyke.
Darum sind unzählige Trades auf Polymarket illegal
Viele der Trades auf Polymarket seien illegal – zu diesem Schluss kommen Polysights und Dune. Dahinter verbirgt sich ein Nutzungsverbot für US-Bürger seit 2022. Dieses umgehen die Nutzer jedoch bewusst, indem sie ihren Standort mit einem VPN-Dienst oder einem Proxy-Server verschleiern.
Anschließend bringen sie den Stablecoin USDC zum Einsatz. Rückschlüsse über etwaige Bankkonten sind zunächst also nicht möglich.
Polymarket droht in seinen Nutzungsbedingungen die Schließung unerlaubter Konten an. In der Praxis scheint es dem Marktplatz jedoch nur selten zu gelingen, entsprechende Konten überhaupt zu erkennen.
Der Insiderhandel mittels Krypto befindet sich in den USA in einer rechtlichen Grauzone. Für ihn selbst drohen üblicherweise keine Strafen.
