West Virginia | Blockchain-basierte Applikationen für Wahlen

Der US-Bundesstaat West Virginia hat eine Blockchain-basierte Applikation für mobile Endgeräte veröffentlicht, die im Rahmen der kommenden Wahlen genutzt werden soll. Laut eines Medienberichts von Slate soll die App die Wahlbeteiligung im Bundesstaat erhöhen, da nun auch Staatsbürger aus dem Ausland an Wahlen teilnehmen können.

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West Virginia/USA @picserver.org

US-Bundesstaat veröffentlicht eine DApp für Wahlen

Laut eines Medienberichts vom 25. September hat der US-Bundesstaat West Virginia eine Blockchain-basierte Applikation für Mobilgeräte veröffentlicht. Diese DApp soll im Rahmen der kommenden Wahlen genutzt werden und die Wahlbeteiligung steigern. Durch die Veröffentlichung dieser DApp haben Staatsbürger West Virginias, welche sich zum Wahlzeitpunkt im Ausland befinden, die Möglichkeit an der Wahl teilzunehmen. Die Applikation wurde am Freitag, dem 21. September 2018, unter dem Namen Voatz veröffentlicht. Dabei soll die Applikation die Wahl aus 24 registrierten Staaten ermöglichen. Vor allem Mitglieder des US-Militärs sollen durch diese Funktion profitieren und somit eine Möglichkeit zur Wahlteilnahme erhalten.

Das Pilotprojekt zur Entwicklung der Wahlapplikation wurde bereits im März dieses Jahres gestartet. Dabei erhielt eine kleine Gruppe ausgewählter Staatsmitglieder die Möglichkeit zur App-basierten Teilnahme an den Wahlen vom 8. Mai 2018. Mit dem Ende der Wahlen wurde auch die offizielle Testphase beendet.

Test der Plattform wurde erfolgreich abgeschlossen

Bereits im August bestätigte Mac Warner, der Staatssekretär des US-Bundesstaats West Virginia, dass der Test der Wahlplattform erfolgreich abgeschlossen wurde. Dabei musste die Plattform vier verschiedene Audits durchlaufen und verschiedene Auflagen erfüllen. Auch der Stellvertreter Mac Warners gab zu verstehen, dass jedes County des Bundesstaats selbständig über die Nutzung der Applikation entscheiden kann. Dabei soll die Applikation bereits in den kommenden Novemberwahlen angewendet werden. Nichtsdestotrotz haben die Wähler weiterhin die Möglichkeit durch das Besuchen einer entsprechenden Lokalität an den Wahlen teilzunehmen. Zudem wurde bestätigt, dass es weiterhin eine Möglichkeit für Briefwahlen geben wird.

Die Veröffentlichung einer Blockchain-basierten Applikationen zur Durchführung der Wahlen sorgte jedoch auch für öffentliche Kritik. Im Fokus der Kritiker steht vor allem der Sicherheitsaspekt. Einer der größten Kritiker dieses Wahlmodells ist Joseph Lorenzo Hall, der Leiter des Technologiebereichs beim „Center for Democracy and Technology“. Hall kritisiert vor allem die Idee einer digitalen Wahl. Vor allem der niedrige Sicherheitsstandard von modernen mobilen Endgeräten sowie die schlecht gesicherten Netzwerke und Server stellen eine große Herausforderung an die Sicherheit einer mobilen Wahl dar. Demnach gelten Wahlen, die auf einer stationären Legitimation basieren, ein unvergleichbares Maß an Sicherheit. Auch Marian K. Schneider gab zu verstehen, dass die Voatz App keine wirkliche Sicherheit biete, da es sich um eine klassische App mit einer verknüpften Blockchain handelt. Dabei würde Voatz lediglich die Daten des Nutzers verschlüsseln, jedoch keine Rücksicht auf unsichere Rahmenbedingungen legen.

Diese Kritik kann Bradley Tusk, der CEO von Tusk Montgomery Philanthropies nicht bestätigen. Bei Tusk Montgomery Philanthropies handelt es sich um das Unternehmen, welches die Finanzierung der App gewährleistet hat. Stattdessen ist Tusk ein Befürworter von Blockchain-basierten Wahlen. Als große Vorteile können vor allem eine höhere Wahlbeteiligung und ein daraus resultierendes Maximum an Demokratie genannt werden.