Warum Vitalik Buterin Tornado.cash-Entwickler Roman Storm stützt

Das Wichtigste in Kürze

  • Vitalik Buterin gab seine Unterstützung für den Tornado.cash-Entwickler Roman Storm öffentlich bekannt. Mit einem guten Wort möchte er die Freilassung des Programmierers bewirken.
  • Storm gehört zu den drei Entwicklern des Ethereum-Mixers Tornado.cash, der wegen der Nutzung durch Kriminelle die US-Strafverfolgung nach sich zog. Wegen des dezentralen Charakters des Mixers, gilt die Strafverfolgung in der Krypto-Szene als unangebracht.
  • Im August 2025 wurde Storm erstmals wegen unlizenzierter Geldtransfergeschäfte verurteilt. Ein weiteres Urteil wegen Geldwäsche könnte eine 40-jährige Haftstrafe nach sich ziehen.

Warum Vitalik Buterin Tornado.cash-Entwickler Roman Storm stützt

Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin unterstützt den Tornado.cash-Entwickler Roman Storm – das machte er heute Morgen in einem X-Beitrag deutlich. Storm zählt neben Roman Semenov und Alexey Pertsev zu den Entwicklern des Ethereum-Mixers Tornado.cash, der 2022 von der US-Regierung unter Joe Biden sanktioniert wurde.

Infolgedessen begann auch die strafrechtliche Verfolgung der drei Entwickler. Pertsev wurde in den Niederlanden bereits 2024 zu fünf Jahren und vier Monaten Haft wegen angeblicher Geldwäsche verurteilt. Ein ähnliches Schicksal könnte Roman Storm treffen, dem in den USA wegen desselben Vorwurfs eine Haftstrafe von bis zu 40 Jahren droht.

Lediglich Roman Semenov entging der Strafverfolgung bisher, da es den US-Behörden nicht gelang, den Standort des Programmierers zu ermitteln und eine Verhaftung zu veranlassen. Das FBI vermutet, er halte sich in der Türkei, in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder in Russland auf.

Die Verurteilung der drei Programmierer ist in der Krypto-Szene äußerst umstritten. Mit der dezentralen Anwendung Tornado.cash entwickelten sie einen Dienst, der die Verschleierung von Ethereum auf dem Mainnet ermöglicht. Weil Tornado.cash auch von kriminellen Akteuren wie der Lazarus-Gruppe genutzt wurde und bis heute genutzt wird, sehen sich die Entwickler der Strafverfolgung ausgesetzt.

Allerdings handelt es sich bei Tornado.cash um einfachen Programmcode, der neutral über die Ethereum-Blockchain jedem beliebigen Nutzer zur Verfügung steht. Dass Straftaten Unbeteiligter den Entwicklern in die Schuhe geschoben werden, trifft in der Szene daher auf wenig Verständnis.

So verteidigt Buterin den Angeklagten Roman Storm

In seinem X-Beitrag erklärte Vitalik Buterin, warum er den Angeklagten Roman Storm verteidigt. Während die US-Behörden Storm vorwerfen, Tornado.cash aus krimineller Absicht erstellt zu haben, möchte Buterin das genaue Gegenteil erkennen.

Demnach habe Storm mit der Absicht gehandelt, Privatpersonen die Herstellung von Privatsphäre auf einer sonst transparenten Blockchain zu ermöglichen.

“Eine Person, die über private Daten verfügt, kann diese missbrauchen. Die Möglichkeit, unsere Daten bewusst zu teilen [oder zu verbergen] (…) ist ein effektiver Schutz dagegen”, argumentiert Buterin pro Tornado.cash.

Zu Storms Arbeit bekennt sich der Kanadier öffentlich. Er habe zu den frühen Unterstützern des Dienstes gehört, den er selbst wiederholt genutzt hat, um seine Identität auf der Blockchain zu verbergen.

“Ich habe Roman Storms Arbeit von Anfang an als überzeugter Anhänger der Privatsphäre und als Nutzer vertraulicher Dienste unterstützt”, schrieb Buterin.

Der Rechtsstreit um Tornado.cash sorgt nicht nur wegen seiner rechtlichen und ideellen Besonderheiten für Aufsehen. Auch die Tatsache, dass die Strafverfolgung trotz des Regierungswechsels in den USA weiter fortläuft, sorgt in der Szene für Verwunderung.

Unter Donald Trump rücken die Vereinigten Staaten seit Januar 2025 von der grundlosen Verfolgung der Kryptobranche ab. Auch die Sanktionen gegen Tornado.cash nahm die Regierung zurück. Die Klagen gegen die Entwickler ließ man allerdings nicht fallen.

Obwohl Tornado.cash von August 2022 bis März 2025 von US-Sanktionen betroffen war, blieb der Dienst beinahe zu jeder Zeit online. Lediglich die Abkehr mehrerer RPCs brachte der dApp zeitweise Probleme ein.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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