Sberbank: Russlands größte Bank gibt ersten Kredit gegen Bitcoin aus

Das Wichtigste in Kürze
- Sberbank, Russlands größte Geschäftsbank, gab seinen ersten Bitcoin-Kredit erfolgreich an den russischen Miner Intelion Data JSC heraus.
- Das Pilotprojekt wertet die Führung der Bank als vollen Erfolg. Bei den Behörden möchte man sich für eine neuartige Regulierung einsetzen und das Geschäft so weiter ankurbeln.
- Bitcoin-Maximalist Michael Saylor sieht im Konzept der durch Bitcoin besicherten Kredite einen immensen Vorteil, da Anleger Liquidität freilegen und gleichzeitig vom Wachstum der Kryptowährung profitieren können.
Sberbank: Russlands größte Bank gibt ersten Kredit gegen Bitcoin aus
Die Sberbank, Russlands größte Geschäftsbank, gab jüngst ihren ersten Kredit gegen Bitcoin aus – davon berichtet RBC. Im größten Land der Erde könnte diese Entscheidung durchaus Signalwirkung entfalten.
Sberbank hält in Russland etwa ein Drittel des gesamten durch den Bankensektor verwalteten Vermögens. Sie befindet sich mehrheitlich in Staatsbesitz.
“Sberbank hat ein Pilotprojekt vollendet, in dem man an das russische Mining-Unternehmen Intelion Data JSC einen Kredit ausgegeben hat. Der Kredit wurde durch Kryptowährungen besichert, die der Miner selbst geschürft hat”, erklärte die Bank in einer offiziellen Stellungnahme.
Zur Verwahrung der Kryptos verwendete der Finanzdienstleister sein eigenes System namens Rutoken. Dabei soll es sich um ein Cold-Storage-Konzept handeln. Damit sei es gelungen, die Sicherheit der Coins über die gesamte Laufzeit des Kredits zu gewährleisten.
Anatoly Popov, der stellvertretende Vorsitzende des Sberbank-Aufsichtsrates, sieht das Pilotprojekt erst als Beginn eines neuen Geschäftszweigs.
“Die Regulierung des Marktes für digitale Währungen befindet sich in Russland noch im Anfangsstadium, und wir sind bereit, mit der Zentralbank zusammenzuarbeiten, um entsprechende Regulierungsmaßnahmen zu entwickeln und die Infrastruktur für die Einführung von Kryptodiensten zu schaffen”, erklärte Popov.
Der Versuch konnte die Führungsriege der Sberbank demnach überzeugen. Der Dienstleister möchte ähnliche Geschäfte künftig vermehrt eingehen. In der Zusammenarbeit mit Vertretern der neuartigen Finanzbranche sieht man ein profitables Geschäft.
“Der Testlauf hat uns ermöglicht, die Mechanismen hinter digitalen Kreditsicherungen zu erproben. Darauf können wir die Grundlagen einer neuen Regulierung bauen. Wir glauben, dass diese Art von Produkt nicht nur für Krypto-Miner relevant sein wird, sondern auch für Unternehmen, die Kryptowährungen halten”, setzte Popov fort.
Warum Bitcoin-Kredite international im Aufwind sind
Die jüngste Entwicklung in Russland entspricht vollends den internationalen Trends. Ähnliche Vorgänge sind derzeit in den USA zu sehen. Laut jüngster Angaben des Bitcoin-Maximalisten und Milliardärs Michael Saylor, suchen immer mehr Geschäftsbanken den Kontakt, um das Konzept der Bitcoin-Kredite auszuloten.
In einem Interview, welches das Bitcoin Magazine mit Saylor führte, offenbarte der US-Unternehmer, dass er in Bitcoin-Krediten ein wesentliches Geschäftskonzept erkennt.
Wenn der Bitcoin weithin als Kreditsicherheit akzeptiert wird, so könne er die Kreditmärkte wiederbeleben. Die Kryptowährung gilt als sehr profitabel. Wenn sie Kredite besichert, so kann sie gleichzeitig Liquidität freisetzen und dennoch weitere Kursgewinne erfahren und für Anleger damit eine zentrale Rolle einnehmen.
In den Vereinigten Staaten von Amerika standen die Behörden der Biden-Regierung einer Verbindung zwischen klassischem Finanzmarkt und Kryptowährungen lange im Weg. Seit Januar 2025 arrangiert der neue US-Präsident Donald Trump die breite Krypto-Adoption.
Diese regulatorische Öffnung nehmen immer mehr US-Unternehmen an. Die Vergabe von Krediten könnte sich dabei als profitabel erweisen. So arbeitet mit JPMorgan bereits die größte US-Bank an einem neuen Angebot. Institutionelle Kunden sollen Kredite gegen Bitcoin und Ethereum erhalten.
Morgan Stanley, eine weitere US-Großbank, holte sich jüngst Empfehlungen Saylors zur selben Thematik ein. Weil das institutionelle Interesse an Krypto so deutlich wächst, erwarten immer mehr Experten eine Abkehr des Marktes vom Vierjahreszyklus und einen Übergang in eine mehrjährige Wachstumsphase.

