Reisen mit Krypto: Diese Risiken sollten Investoren kennen

Das Wichtigste in Kürze
- Immer mehr Staaten erlauben ihren Behörden extreme Eingriffe in die Privatsphäre von Reisenden an Flughäfen. Neuerdings dürfen Grenzbeamte der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong sämtliche elektronische Geräte Reisender durchsuchen. Hongkong folgt damit dem Vorbild der Volksrepublik China.
- China ist nur einer von sieben Staaten, die Reisende möglicherweise zur Entsperrung ihrer Geräte zwingen. Zuwiderhandlung ist strafbewehrt.
- Krypto-Anlegern könnte diese Entwicklung erheblich schaden. Behörden könnten den Zugriff auf Wallets erlangen und dabei private Schlüssel entwenden. Während Hardware Wallets besonders leicht zum Ziel werden, bieten einige Software Wallets über einen Notfallmodus eine Lösung.
Reisen mit Krypto: Diese Risiken sollten Investoren kennen
Das Reisen mit Kryptowährungen wird zunehmend zu einem Problem. Erst kürzlich hatte das US-amerikanische Konsulat für Hongkong und Macau eine Reisewarnung herausgegeben. In Hongkong sind Reisende seit wenigen Tagen verpflichtet, ihre elektronischen Geräte – etwa Smartphones oder Laptops – auf Nachfrage der Behörden zu entsperren. Eine Zuwiderhandlung ist strafbewehrt.
Von dieser Regelung sind auch Personen betroffen, die nur für einen Transitaufenthalt in Hongkong landen. Besonders für Krypto-Anleger könnte sich diese Regelung als tückisch erweisen. So zählen auch Hardware Wallets zu den elektronischen Geräten, deren Entriegelung die Behörden erzwingen könnten.
Die Strafverfolgungsbehörden von Hongkong können alle elektronischen Geräte zudem beschlagnahmen, sofern sie argumentieren, dass dies für die Herstellung der Sicherheit notwendig sein.
Krypto-Investoren befürchten, dass ihre Coins bei einer Einreise entwendet werden könnten. Auch die mögliche Beschlagnahme eines Geräts könnte sich als kritisch erweisen, sollte der Reisende auf das digitale Geld angewiesen sein.
Laut Traveloffpath handelt es sich bei Hongkong nur um eine von mehreren Jurisdiktionen, die derlei Gesetze anwenden. Auch in weiteren Ländern gehen Behörden ähnlich repressiv vor.
Neben Hongkong dürfen auch die Grenzbeamten von Großbritannien, China, Russland, Israel, Neuseeland, Kanada und den USA die Entsperrung elektronischer Geräte fordern.
So können sich Krypto-Anleger gegen ungewünschte Zugriffe wehren
Laut Angaben von Unstoppable Wallet können Behörden verschiedener Staaten auch die Entsperrung bestimmter Apps auf den jeweiligen Geräten erzwingen. Dazu zählen etwa Messengerdienste, aber auch Wallets Apps.
“Es gibt mittlerweile mehrere Länder der sogenannten Ersten Welt, in denen man gesetzlich dazu gezwungen werden kann, sein Smartphone oder seine Hardware-Wallet auszuhändigen und alles zu entsperren, einschließlich der Wallet-App”, schreibt man dazu.
BREAKING: If you travel with crypto, read this!
There are now several so called 1st world places where you can be legally forced to hand over your phone or hardware wallet and be made to unlock everything, including your wallet app.
So what do you do in that situation?
That’s… https://t.co/neeLVz9dIv pic.twitter.com/Ri6tLUcd4O
— Unstoppable | Private Wallet (@unstoppablebyhs) March 27, 2026
Die Entwickler sorgten für derartige Situationen bereits vor, erklärte Unstoppable Wallet über X. Die Software lässt sich über die Einstellungen in einen Notfallmodus – Eigenbezeichnung Duress Mode – versetzen.
Nutzer können verschiedene PINs festlegen, die dann unterschiedliche Wallets freischalten. Dass diese Funktion aktiviert ist, lässt sich nicht herausfinden. Nur eine Masterpin entschlüsselt alle Wallets. Diese könnte der Reisende verheimlichen, ohne dass Behörden davon Wind bekämen.
“Vor einigen Jahren gab es Fälle, in denen Menschen an Flughäfen oder auf Polizeistationen gezwungen wurden, ihre Wallet-Apps zu öffnen. Um dem entgegenzuwirken, haben wir den „Unstoppable“-Notfallmodus entwickelt”, erklärt man die Entstehung.
Nicht nur die Unstoppable Wallet bietet diese Funktion. Auch die Entwickler der Edge Wallet machten auf ihren eigenen Duress Mode aufmerksam, der auf dieselbe Weise funktioniert.
Neben einzelnen Apps gibt es darüber hinaus ganze Betriebssysteme, die je nach PIN unterschiedliche Nutzer freischalten. So können Reisende die Existenz von Wallet Apps verbergen und weitere Zugriffe präventiv abwenden. Der Android-Fork Graphene OS bietet diese Option bekanntermaßen.
