Polygon zkEVM: Skalierungslösung zur Kostensenkung auf Ethereum

Polygon plant, mit zkEVM die Kosten auf der Ethereum-Blockchain weiter zu reduzieren und gleichzeitig den Transaktionsdurchsatz von Visa zu übertreffen. Zwar dauert die Implementation noch etwas, doch die Aussichten sind vielversprechend.

Polygon zkEVM

Der Web3-Infrastrukturanbieter Polygon kündigte heute die Einführung von Polygon zkEVM (zero-knowledge Ethereum Virtual Machine) an. Dabei handelt es sich um die „erste“ Ethereum-kompatible Skalierungslösung, die die kryptografische Methode namens Zero-Knowledge Proof verwendet.

Polygon, das früher als Matic Network bekannt war, ist ein Interoperabilitäts- und Skalierungsprotokoll für den Start von Ethereum-kompatiblen Blockchains. Seine Kernkomponente ist Polygon SDK, ein modulares, flexibles Framework, das die Entwicklung verschiedener Arten von dezentralen Anwendungen (dApps) unterstützt.

Polygon zkEVM bereits im Juli 2021 vorgestellt

Polygon stellte zkEVM erstmals auf der EthCC Paris im Juli 2021 vor und sagt, dass es so konzipiert ist, dass es mühelos mit allen bestehenden Smart Contracts, Entwickler-Tools und Wallets funktioniert.

Gleichzeitig sorgt es für weniger Ärger bei den Nutzern, da keine Änderungen oder Neuimplementierungen von Code erforderlich sind.

Der heilige Gral der Web3-Infrastruktur sollte drei wichtige Eigenschaften haben: Skalierbarkeit, Sicherheit und Ethereum-Kompatibilität. zkEVM eine bahnbrechende Technologie, die das endlich erreicht, […] ein neues Kapitel der Massenadoption aufschlägt, da es bis jetzt praktisch nicht möglich war, all diese Eigenschaften auf einmal anzubieten.

Mihailo Bjelic

Mitbegründer von Polygon

Zu den wichtigsten Versprechen von Polygon zkEVM gehören eine erhebliche Reduzierung der aktuellen Kosten des Layer-1-Ethereum-Netzwerks. Das Team schätzt, dass diese Kosten um etwa 90 % gesenkt werden können, während gleichzeitig die Sicherheit der Ethereum-Blockchain beibehalten wird.

Es ist schwierig, zu diesem Zeitpunkt Leistungsvergleiche für zkEVM zu erstellen, aber wir arbeiten daran, den Durchsatz auf etwa 2.000 Transaktionen pro Sekunde (TPS) zu erhöhen.

Bjelic zufolge „wäre dies gleichauf mit dem globalen Zahlungsabwickler Visa, der im Durchschnitt etwa 1.700 Transaktionen pro Sekunde verarbeitet. Will Ethereum die Basis von Web3 werden, muss es diesen Benchmark erreichen oder übertreffen.“

Polygon setzt auf kürzere Auszahlungszeiten

Polygon hob hervor, dass die Kerntechnologie von zkEVM namens Zero-Knowledge-Rollups in der Lage ist, schnellere Transaktionsabwicklungen und damit eine verbesserte Kapitaleffizienz zu bieten – ein wesentlicher Vorteil gegenüber der als Optimistic Rollups bekannten Technologie.

ZK-Rollups basieren auf einem kryptografischen Verfahren namens Zero-Knowledge-Proof, das, wie Bjelic erläuterte, einen „Gültigkeitsnachweis“ dafür liefert, dass Transaktionen nicht betrügerisch sind.

Bei Optimistic-Rollups hingegen ist eine Frist erforderlich, in der jeder die Gültigkeit einer Transaktion anfechten kann.

Im Durchschnitt führt dies zu einer siebentägigen Verzögerung bei Auszahlungen, wenn Optimistic Rollups verwendet werden. zkEVM hat das Potenzial, diese Frist von sieben Tagen auf möglicherweise nur ein paar Minuten zu reduzieren.

Auf die Frage, wie die Skalierungslösung nach dem bevorstehenden Übergang von Ethereum zu einem Proof-of-Stake (PoS)-Netzwerk funktionieren wird, merkte der Polygon-Mitbegründer an, dass sich die Ethereum-Gebühren auch nach dem Merge-Ereignis wahrscheinlich nicht wesentlich ändern werden. Allerdings wird „zkEVM die Netzwerkgebühren um [geschätzte] 90 % und sogar noch mehr in zukünftigen Versionen reduzieren.“

Bjelic fügte hinzu:

zkEVM wird auch als Zwischenlösung für die Transaktionslatenz dienen, während Ethereum zu PoS übergeht, und wird in der Folge einen noch größeren Anstieg des Durchsatzes ermöglichen.

Nach Angaben des Teams wird zkEVM voraussichtlich im Spätsommer dieses Jahres im öffentlichen Testnetz eingesetzt, wobei der Start des Hauptnetzes für Anfang 2023 geplant ist.

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Autor & Editor

Mathias ist Krypto-Enthusiast seit 2017. Begonnen hat die Krypto-Reise mit Airdrops verschiedenster Projekte. Nach und nach tauchte Mathias immer tiefer in die Thematik rund um Kryptowährungen und die Blockchain ein. Er liebt es, über die verschiedenen Projekte zu recherchieren und zu schreiben. Dass BTC, ETH & Co. die Zukunft gehört, steht für ihn außer Frage. Absolutes Lieblingsprojekt: XYO

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