Krypto-Wette auf Maduro: So machte ein Spekulant ein Vermögen

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Insider wettete auf die Verhaftung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die US-Streitkräfte und erzielte damit innerhalb weniger Stunden Gewinne von mehr als 440.000 US-Dollar.
  • Vibecodern sei es laut eigenen Ansagen gelungen, den Insiderhandel aufzuspüren und rechtzeitig zu kopieren. Sie nahmen rund 75.000 US-Dollar ein.
  • Es ist nicht der erste Vorfall, welcher der US-Regierung eine Nähe zum Insiderhandel unterstellt. Blockchain-Analysten halten die Witkoff-Familie meist für die Strippenzieher.

Krypto-Wette auf Maduro: So machte ein Spekulant ein Vermögen

Ein unbekannter Spekulant platzierte kurz vor der Verhaftung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro mehrere hochdotierte Wetten auf der Wettplattform Polymarket – darüber berichtete PreditctFolio über X. Dank der Wetten konnte er ein Vermögen erwirtschaften.

“Ein neu registriertes Polymarket-Konto investierte nur einen Tag vor der Festnahme Maduros durch die USA 30.000 US-Dollar. Dieser Spekulant hat nun 24 Stunden später 400.000 Dollar gewonnen”, so PredictFolio.

Dazu verlinkte man das Profil des Spekulanten, das sich zum Redaktionsschluss nicht mehr abrufen ließ – möglicherweise, da es vom Ersteller gelöscht wurde.

Die unbekannte Person setzte ihr Geld in vier verschiedenen Wetten ein, die allesamt mit Venezuela zusammenhängen. Besonders auffällig ist die Tatsache, dass die Gelder nur kurz vor dem Eintreten der prophezeiten Ereignisse platziert wurden.

So setzte der Spekulant rund 32.000 US-Dollar und wettete mit diesem Geld darauf, dass Nicolás Maduro bis zum 31. Januar 2026 nicht mehr der Präsident Venezuelas sein werde. Mit dieser Wette allein verdiente er rund 437.000 US-Dollar.

In drei weiteren Wetten setzte er auf den Kriegsbeginn zwischen den USA und Venezuela, eine Invasion Venezuelas durch US-amerikanische Streitkräfte und die erfolgreiche Landung der Streitkräfte auf dem Territorium Venezuelas. In diesen Wetten erwirtschaftete er insgesamt weitere 4.300 US-Dollar.

Die auffälligen Aktivitäten des Kontos, die Höhe des Einsatzes und die zeitliche Nähe zu den Ereignissen lassen den Rückschluss zu, dass es sich dabei nicht bloß um einen Spekulanten handelt, sondern vielmehr um eine Person mit Insiderwissen.

Gewinne in Höhe von insgesamt mehr als 440.000 US-Dollar flossen von Polymarket am 3. Januar demnach an eine Person, die entweder selbst zur US-Regierung gehört oder zumindest einen engen Kontakt zu ihr pflegt.

Trump-Regierung leistet sich erneuten Insider-Skandal

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Trump-Regierung einen Insider-Skandal leisten würde.

Schon im Spätjahr 2025 hatte die Krypto-Szene Vorwürfe erhoben, nachdem es Insidern gelungen war, Ereignisse im Zollkonflikt zwischen den USA und China zu nutzen, um durch Bitcoin-Shorts rund 200 Millionen US-Dollar zu erwirtschaften.

Erkenntnisse verschiedener Blockchain-Analysten legten damals nahe, dass Zach Witkoff und Chase Herro ihren Kontakt zum US-Präsidenten Donald Trump nutzten und an Bekannte weitergaben, die dann wertvolle Wetten platzierten.

Witkoff und Herro beteiligen sich an World Liberty Financial – einer Krypto-Plattform der Trump-Familie.

Auch die jüngsten Wetten rund um Maduro und Venezuela sollen laut Einschätzung des Blockchain-Analysten Andrew 10 GWEI mit der Witkoff-Familie zusammenhängen.

Der Analyst sieht die Verantwortung des Insiderhandels bei Steve Witkoff, Vater von Zach Witkoff sowie US-Sonderbeauftragter.

Der Analyst entdeckte Verbindungen des verdächtigen Polymarket-Kontos zu Coinbase. Die dort umgewandelten Gelder sollen von Blockchain-Adressen stammen, deren ENS-Adressen eine Verbindung zu Steve Witkoff nahelegen.

Vibecoder verdient durch Insider 75.000 US-Dollar

Neben dem Insider, der mit Gewinnen von über 440.000 US-Dollar brillierte, bemerkten Analysten auch einen weiteren Spekulanten, der mit 75.000 US-Dollar erhebliche Profite erzielte.

X-Nutzer DidiTrading behauptete in einem Beitrag, er selbst und ein weiterer Nutzer namens Spacexbt sollen hinter diesem Vorgang stecken. Durch Vibecoding sei es gelungen, den Insider aufzuspüren und seine größte Wette zu kopieren.

Als Vibecoding bezeichnet man die Programmierung künstlicher Intelligenzen. Statt des Wissens über Programmiersprachen verwenden Nutzer dabei einfach Befehle in natürlicher Sprache.

“Wir haben Angriff auf Maduro erkannt, bevor er stattfand. Mein Bruder Spacexbt hat ein Werkzeug entwickelt, das potenzielle Insideraktivitäten auf Polymarket verfolgt. Gestern Abend hat der Tracker fünf separate Warnungen ausgegeben, Stunden bevor das Ereignis stattfand.”

Laut Angaben von Spacexbt erfolgte die Erstellung des Werkzeugs gänzlich ohne Coding-Kenntnisse.

“Für alle, die sich fragen, wie ich das gemacht habe: Ich habe es ohne jegliche Entwickler- oder Programmierkenntnisse erstellt – ich verstehe 99 Prozent des Codes nicht.”

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
Auch interessant
Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert