Krypto-Trends in 2026: Diese Themen sagt Wintermute voraus

Das Wichtigste in Kürze

  • Der gigantische Marktmacher Wintermute veröffentlichte kürzlich die Prognose der Krypto-Trends für das Jahr 2026.
  • Demnach werden sich Stablecoin-Emittenten zunehmend als Mittelsmänner im Kryptobereich etablieren.
  • Der Kryptomarkt erlebt eine Erwachsenwerdung und stößt unnütze Kryptowährungen ab.
  • DeFi und TradFi verwachsen. DApps setzen sich am Finanzmarkt durch.
  • Privatsphäre wird zum Standard und ersetzt die bisher transparenten Blockchains. Die Verschlüsselung sensibler Finanzdaten sei eine Grundvoraussetzung für den Eintritt vieler institutioneller Investoren in den Kryptomarkt.
  • Krypto-Regulierung wächst. Verschlossene Länder erleben eine Kapitalflucht.

Krypto-Trends in 2026: Diese Themen sagt Wintermute voraus

Welche Krypto-Trends werden sich am Markt im Jahr 2026 durchsetzen? Diese Frage möchte Marktmacher Wintermute beantworten. Zum Beginn des Jahres berichtete Blockchainwelt bereits über die Prognose des Risikoinvestors A16z.

Nun erkennt der Investment-Zweig des Unternehmens, Wintermute Ventures, sechs Themen, welche die Entwicklung des Kryptomarktes über die nächsten Monate entscheidend prägen könnten.

2026 könne ein wichtiges Jahr für das Internet werden, das jetzt ganz generell um Anlagen mit finanziellem Wert erweitert wird.

“Kryptowährungen werden zur Clearing- und Abwicklungsschicht, die die Internetwirtschaft schon immer gebraucht hat”, fasst man zusammen.

Dank der Blockchaintechnologie wird der Finanzmarkt deutlich wachsen, glaubt Wintermute Ventures. Anlagen, die sich bisher gar nicht oder nur zu eingeschränkten Marktzeiten handeln lassen, könnten als Token auf der Blockchain abgebildet werden.

“Eine wachsende Bandbreite von Vermögenswerten und realen Ereignissen wird durch neue Finanzinstrumente wie Prognosemärkte, Tokenisierung und Derivate handelbar”, heißt es in der Prognose. “Diese Veränderung schafft eine Liquiditätsschicht für Bereiche, in denen es bisher überhaupt keine Märkte gab.”

Stablecoin-Emittenten ersetzen Banken

Wintermute glaubt, dass die Funktion eines Mittelsmannes auch im Ökosystem der Kryptowährungen von Vorteil wäre. Stablecoin-Emittenten könnten demnach die Rolle ausführen, die Banken im klassischen Finanzwesen einnehmen.

“Digitale Vermögenswerte verfügen nicht über ein robustes Äquivalent zu Banken und Clearingstellen, die das traditionelle Finanzwesen am Laufen halten”, argumentiert Wintermute Ventures.

“Die fehlende Abstraktion verlagert das Umrechnungs- und Kreditrisiko auf die Emittenten von Stablecoins”, heißt es weiter.

Stablecoin-Herausgeber wie Circle oder Tether könnten demnach als zentrale Anlaufstellen dienen, um die digitalen Gelder unter bestimmten Standards zu tauschen. Wintermute glaubt, dass die abweichenden Reserven der verschiedenen Stablecoins zu Reibungen im Markt führen könnten, die solche Funktionen begründen.

“Wir betrachten dies als Blockchain-Äquivalent zum Korrespondenzbankgeschäft, mit einer Abwicklung innerhalb von Sekunden und offenem Zugang für App-Entwickler, und erwarten, dass sich weitere Unternehmen als Koordinationsschicht zwischen den Emittenten und den Apps positionieren werden.”

Kryptomarkt wird erwachsen, unnütze Token zerfallen

Bisher befand sich der Kryptomarkt in seiner Anfangsphase. Das Kalenderjahr 2026 könnte einen Einschnitt in der Geschichte bilden und den Wandel von der Entstehung zur Erwachsenwerdung markieren.

Infolgedessen werden Anleger von unnützen oder unfertigen Kryptowährungen Abstand nehmen. Unnütze Token werden dadurch zerfallen. Der Markt werde also eine Selbstreinigung starten, meint Wintermute Ventures.

“Token ohne einen glaubwürdigen Weg zur Wertsteigerung werden Schwierigkeiten haben, die Nachfrage über die Spekulationsphase hinaus aufrechtzuerhalten.”

Durch das veränderte Marktsentiment sei es für Jungunternehmen nicht mehr der erste Schritt, eine unreife Kryptowährung zu veröffentlichen. Die Voraussetzung für den Start neuer Kryptowährungen sei also ein klarer Plan.

“Weniger Unternehmen werden Kryptowährungen bei ihrer Gründung einführen. Viele werden sich standardmäßig für Equity-First-Strukturen entscheiden und Blockchains in erster Linie als Backend-Infrastruktur nutzen, die für Nutzer und Investoren weitgehend unsichtbar bleibt”, legt man nahe.

“Wenn Token erscheinen, wird ihre Einführung zunehmend erst dann erfolgen, wenn die Produkt-Markt-Passung klar ist, die Einnahmen, Tokenomics und der Vertrieb bereits bewiesen und die Anreize für die Anteilseigner aufeinander abgestimmt sind.”

DeFi und TradFi wachsen zusammen

DeFi und TradFi sollen zunehmend zusammenwachsen, statt als Gegenspieler aufzutreten. Die Blockchaintechnologie soll demnach besonders in Hintergrundprozessen einen immensen Bedeutungszuwachs erfahren.

Für Nutzer sei künftig gar nicht zu jedem Zeitpunkt ersichtlich, dass die gewählte Anwendung auf dezentrale Weise funktioniert. Trotzdem werde die Wahl vermehrt auf dApps fallen, da diese die Anleger mit ihrem vorteiligen Nutzwert überzeugen könnten.

“Die Nutzer werden sich nicht bewusst für DeFi entscheiden. Sie werden sich für Produkte entscheiden, die besser funktionieren.”

Privatsphäre wird zum Standard

Die Privatsphäre auf der Blockchain wird 2026 zum Standard, erklärt Wintermute. Bisher gibt es nur wenige Projekte, die gezielt Verschlüsselung anwenden. Die Mehrheit der Kryptowährungen setzt auf transparente Ledger.

Besonders interessant: Wintermute prognostiziert, dass ausgerechnet Institutionen die Verbreitung der Verschlüsselung von Blockchains vorantreiben werden, nicht Privatanleger.

“Der Datenschutz wird zu einer grundlegenden Voraussetzung für die institutionelle Akzeptanz und wandelt sich von einer regulatorischen Hürde zu einem regulatorischen Wegbereiter.”

Institutionen sehen die Offenbarung ihrer Positionen als Risiko. Deshalb sei die Verschleierung sensibler Daten so wichtig, heißt es.

Krypto-Regulierung wächst

Die Krypto-Regulierung wächst in 2026. Wintermute sieht darin einen Vorteil für den Kryptomarkt. Die juristischen Spielregeln werden international klar. Entwickler und institutionelle Investoren können sich dadurch leichter an der Branche beteiligen.

“Im Jahr 2026 geht es nicht mehr darum, ob Institutionen Blockchains nutzen können, sondern darum, wie sie Richtlinien nutzen, um veraltete Strukturen durch die schnelle Blockchaintechnologie zu ersetzen.”

Länder, die sich gegenüber Krypto verschließen, werden eine Kapitalflucht erleben. Das Kapital wandere zunehmend in Länder ab, die gegenüber Bitcoin und Co. offen sind, meint Wintermute.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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