Krypto-News der Woche 10. April 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die nordkoreanische Hackergruppe Lazarus leerte die Liquidität des Solana-DEX Drift in einem mehrmonatigen Angriff. 285 Millionen US-Dollar gingen an die Hacker verloren, die sich dafür einer neuartigen Methode bedienten.
  • Frankreichs Parlament bringt ein Gesetz auf den Weg, das die Meldepflicht für selbstverwaltete Kryptowährungen vorsieht.
  • US-Behörden möchten die ausufernden Cybervorfälle in der Kryptobranche durch Datenaustausch bekämpfen. Auswertungen der USA sollen der Kryptobranche zugutekommen.
  • Der Iran öffnete die Straße von Hormus kurzzeitig und verlangte dabei Bitcoin-Gebühren. Ein wesentlicher Schritt zur Ablösung des Petrodollars, argumentiert Ex-Banker Pius Sprenger.
  • Erfolgreiche Waffenstillstandsverhandlungen im Irankrieg sorgen am Kryptomarkt für Euphorie. Bitcoin notiert über 72.000 US-Dollar.

Lazarus gelingt neuartiger Coup gegen Drift

Hackern der nordkoreanischen Gruppe Lazarus gelang ein neuartiger Coup gegen den Solana-DEX Drift Protocol. Es handelt sich um eine Abwandlung des IT-Betrugs, den der nordkoreanische Staat bereits sehr erfolgreich international umsetzt.

Der Angriff auf Drift Protocol nimmt eine Sonderrolle ein, da dieser besonders langfristig angelegt wurde und dreister erfolgte als bisher üblich. Die Hacker nahmen gezielt Kontakt zu Mitwirkenden des Drift Protocol während einer Krypto-Konferenz auf.

Zunächst gaben sie sich als Entwickler eigener DeFi-Anwendungen aus, die Drift integrieren wollten. Nachdem man über Monate der persönlichen Kontakte das Vertrauen von Drift gewonnen hatte, infizierte man die Kontaktpersonen mit Schadsoftware und mischte den arglosen Programmierern manipulierten Programmcode unter.

So konnte Lazarus auf die Liquidität des DEX zugreifen. Kryptowährungen im Wert von 285 Millionen US-Dollar entwendete die Hackergruppe laut eines Berichts der Blockchain-Analysten von TRM Labs.

Die IT-Sicherheitsexpertin Taylor Monahan warnt vor einer Wiederholung derselben Masche. Nordkorea stattet die ausführenden Hacker mit einem weitreichenden Netz an vermeintlichen Bekanntschaften und angeblichen Berufserfahrungen aus, die stets über falsche Zeugenaussagen gedeckt werden, um den Hackern einen vertrauenswürdigen Anstrich zu geben.

Es sei denkbar, dass weitere Krypto-Projekte bereits Hacker von Lazarus an Bord holten, ohne sich dieser Gefahr bewusst zu sein. Die Infiltration wertvoller Krypto-Anwendungen gehört inzwischen zu den beliebtesten Vorgehensweisen der Nordkoreaner.

“Die Ausgereiftheit der Operation und der fiktiven Identitäten lässt mich  vermuten, dass sie bereits mehrere andere Teams im Visier haben”, schrieb Monahan auf X.

Frankreich erwägt Meldepflicht für Kryptowährungen

Laut Angaben verschiedener Quellen erwägt die französische Gesetzgebung die Verabschiedung eines neuen Gesetzes, das eine Meldepflicht für Kryptowährungen einführen würde. Sämtliche Krypto-Wallets, die einen Wert von mindestens 5.000 Euro halten, wären dann meldepflichtig.

Laut Angaben von Gregory Raymond passierte der Gesetzesentwurf bereits die Nationalversammlung – das Unterhaus des französischen Parlaments. Es benötigt demnach nur noch die Zustimmung des Senats, der das Oberhaus bildet sowie des Staatspräsidenten, um wirksam zu werden.

Die französischen Abgeordneten sehen in ihrem Entwurf ein Mittel zur Bekämpfung von Sozial- und Steuerbetrug. In der Krypto-Szene sorgt die Verordnung hingegen für Empörung. International ist ein wachsender Trend zu erkennen, der die Überwachung von Kryptowährungen beabsichtigt.

“Die Nationalversammlung hat gestern einen Text im Rahmen des Gesetzentwurfs zur Bekämpfung von Sozial- und Steuerbetrug verabschiedet.  Konkret betrifft dies alle Nutzer von Wallets wie Ledger, MetaMask (…) oder Äquivalenten, die die Verwahrung ihrer Anlagen nicht an eine regulierte Plattform delegieren”, schrieb Raymond.

Krypto-Nutzer diskutierten bereits über mögliche Gesetzeslücken oder Umwege, um eine Meldung legal zu verhindern. Nutzer könnten etwa unbegrenzte Blockchain-Adressen erstellen, um eine Überschreitung des Limits von 5.000 Euro zu verhindern.

Generell gestaltet sich die staatliche Überwachung von Krypto-Wallets schwierig. Durch verschiedene Maßnahmen könnten Nutzer zumindest unter dem Radar bleiben. Durch die Nutzung von Mixern oder Privacy Coins lässt sich etwa die Verbindung zwischen Klarnamen und Krypto-Wallet kappen.

USA: Datenaustausch soll Kryptobranche vor Angriffen schützen

Auch US-amerikanische Behörden möchten die Blockchains künftig genauer in den Fokus nehmen. Das US-Finanzministerium eröffnete eine Initiative zum Datenaustausch, welche die Kryptobranche vor Angriffen schützen soll.

“Das Amt für Cybersicherheit und den Schutz kritischer Infrastrukturen (OCCIP) des US-Finanzministeriums kündigt eine neue Initiative zur Stärkung der Cybersicherheit in der gesamten Kryptobranche an”, heißt es in einer Pressemitteilung.

“Die Initiative wird berechtigten US-Unternehmen im Bereich digitale Vermögenswerte sowie Branchenverbänden zeitnahe und umsetzbare Informationen zur Cybersicherheit bereitstellen und ihnen so helfen, Cyberbedrohungen, die auf ihre Kunden und Netzwerke abzielen, besser zu erkennen, zu verhindern und darauf zu reagieren”, legt das Ministerium dar.

Die Initiative sei zwar als direkte Folge auf eine Ausarbeitung der präsidentiellen Krypto-Arbeitsgruppe entstanden, man wolle durch das Konzept aber auch eine Reaktion auf wachsende Gefahren reagieren.

“Cyberbedrohungen, die auf Plattformen für digitale Vermögenswerte abzielen, nehmen sowohl an Häufigkeit als auch an Raffinesse zu. Diese Initiative erweitert den Zugang zu verwertbaren Informationen über Bedrohungen, die Unternehmen dabei helfen, ihre Abwehrmaßnahmen zu stärken, Risiken zu minimieren und effektiver auf Vorfälle zu reagieren”, erklärte Cory Wilson, stellvertretender Staatssekretär für Cybersicherheit.

Bei den Daten soll es sich um Auswertungen der US-amerikanischen Behörden handeln. In der klassischen Finanzbranche sei derartiger Austausch bereits ein gängiges Prozedere. Kosten entstehen den Empfängern dabei nicht.

Iran öffnet Straße von Hormus gegen Bitcoin: Ende des Petrodollars?

Der Iran öffnet die Straße von Hormus – allerdings nur gegen Bitcoin. Pro Barrel Erdöl müssen Tanker eine Gebühr von einem US-Dollar zahlen. Abgerechnet wird allerdings weder in US-Dollar, noch in einer anderen Fiatwährung, sondern stattdessen in der Kryptowährung BTC.

Laut Angaben iranischer Quellen setzt die islamische Republik auf die Kryptowährung, um die Nachverfolgung und Beschlagnahme der Geldflüsse zu verhindern. Öltanker müssen sich vorab per E-Mail bei den iranischen Behörden melden und ihre Güter deklarieren. Zwar kontrolliert der Iran jedes Schiff, laut eigenen Angaben verhindere man allerdings nur den Transport von Waffen. Schiffe, die weder Waffen, noch fossile Brennstoffe geladen haben, sollen die Straße ohne Gebühren passieren dürfen.

Vertreter verschiedener Reedereien beklagten gegenüber Medienvertretern jedoch die iranischen Kontrollen. Diese würden verhindern, dass die Straße von Hormus tatsächlich offen sei. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hatten USA, Iran und Israel zunächst eine Waffenruhe beschlossen.

Bereits am Mittwoch galt der Vertrag als gekippt, nachdem Israel seine Offensive im Libanon fortgesetzt hatte. Laut Angaben von Al Jazeera soll der Iran die Straße von Hormus demnach bereits wieder geschlossen haben.

Die Öffnung der wichtigen Handelsroute hatte der Iran in den Waffenstillstandsverhandlungen zugesichert. Den Vertrag betrachtet die iranische Regierung durch die Fortsetzung kriegerischer Handlungen im Libanon als gebrochen. Eigentlich sollte die Waffenruhe zwei ganze Wochen andauern – Zeit, in der die Regierungen weitere Vereinbarungen zur Herstellung des Friedens hätten treffen können.

Obwohl die Öffnung der Straße augenscheinlich nur einen Tag währte, stuft Ex-Banker Pius Sprenger den iranischen Vorstoß als potenziell revolutionär ein. Der Iran könnte damit das Ende des Petrodollars einleiten. Der Bedeutungsverlust im Ölhandel könnte sich für den US-Dollar als fatal erweisen.

“Die Abrechnung von Transitten durch die Straße von Hormus in Bitcoin ist ein Warnsignal für den zunehmenden Zerfall des Petrodollar-Systems. Ich sehe eine echte Chance für den „Petro-Bitcoin“ – ein System, bei dem Ölgeschäfte in Bitcoin abgewickelt werden. Dies wäre der ultimative Wendepunkt, da so eine konstante reale Nachfrage nach Bitcoin entsteht”, schrieb Sprenger auf X.

Bitcoin-Kurs steigt über 72.000 US-Dollar

Der Bitcoin-Kurs schoss nach Bekanntwerden des Waffenstillstands im Irankrieg in die Höhe. So knackte er erstmals seit Mitte März einen Marktwert von 72.000 US-Dollar. Zum Redaktionsschluss notiert BTC bei 72.322 US-Dollar.

Dass die Waffenruhe nach den Feindseligkeiten im Libanon bereits stark in Zweifel geraten ist, wirkte sich bisher noch nicht spürbar negativ auf den Bitcoin-Kurs aus.

Während BTC in die Höhe schnellte, schlossen sich – wie so oft – auch viele weitere Kryptowährungen dem positiven Trend an.

Im Wochentrend gelingen vielen der größten Kryptowährungen erhebliche Kursgewinne. Bitcoin und Ethereum liegen über die letzten sieben Tage jeweils mehr als acht Prozent im Plus. Unter den Wochensiegern der Top-100 fallen die Gewinne sogar weit höher aus.

Als Wochensieger setzt sich Siren (SIREN) durch. Der Token verbindet DeFi mit einem persönlichen KI-Assistenten, der seinem Nutzer Trading-Signale geben soll. SIREN liegt im Wochentrend 310 Prozent im Plus und notiert bei 0,71 US-Dollar.

Auf dem zweiten Rang folgt Zcash (ZEC) mit 62 Prozent Kursgewinn und einem Marktwert von 380 US-Dollar. Dash (DASH) belegt den dritten Platz mit einer 45-prozentigen Wertsteigerung. Die Kryptowährung wird für 43,39 US-Dollar gehandelt.

Zcash und Dash rechnet man den Privacy Coins zu. Dass sie nun besonders stark vom Krypto-Aufschwung profitieren, gilt als Signal für einen starken Trend zugunsten vertraulicher Kryptowährungen.

Laut Einschätzung von CoinShares könnte ein Ende des Irankrieges eine Krypto-Rallye auslösen. Weitere Rückschläge für die Weltwirtschaft durch die Auseinandersetzungen würden sich hingegen überwiegend negativ auf Krypto auswirken.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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