Ist der digitale Euro ein Angriff auf die Privatsphäre?

EURO Symbol in Frankfurt

Schon länger ist bekannt, dass die Europäische Union an der Implementierung einer CBDC arbeitet. Dieser digitale Euro sorgte zu Beginn für Diskussionen über mögliche Probleme der Privatsphäre der Nutzer. Mittlerweile scheint diese Sorge jedoch keine Rolle mehr zu spielen. Ist der digitale Euro womöglich ein Angriff auf die Privatsphäre seiner Nutzer?

Digitaler Euro ab 2023 gesetzlich implementiert

CBDC im Gespräch europäischer Finanzminister

Schon nächsten Montag findet ein Gespräch zwischen europäischen Finanzministern statt. Sie beabsichtigen, eine Einschätzung zu einer europaweiten CBDC vorzunehmen. Anschließend nimmt die Europäische Kommission (EK) eine Konsultation vor. Es wird erwartet, dass in diesem Gespräch erste Grundlagen für ein neues Gesetz entstehen, das bereits 2023 in Kraft treten soll.

In der Vergangenheit zeigte sich die EK einigermaßen kritisch gegenüber dem digitalen Zentralbankgeld (CDBC). Schließlich können empfindliche Daten leicht in Hände unbefugter Personen gelangen. Informationen über monetäre Aufwendungen können immerhin sehr intime Rückschlüsse zulassen und auf politische Positionen hinweisen, so die EK.

Damit hat sie recht, lässt einen wesentlichen Punkt aber unausgesprochen: Die größte Gefahr für die Freiheit und Privatsphäre des Nutzers ist die Stelle, welche die Macht über die CBDC hat. In diesem Fall ist das die Europäische Zentralbank.

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EU missachtet Privatsphäre-Bedenken über CBDC

Auf Grundlage einer Umfrage erklärte man die Privatsphäre einer CBDC zur obersten Aufgabe. Die neueste Einschätzung der EZB erweckt hingegen den Eindruck, Privatsphäre wäre gar kein Thema mehr.

Dieser Wandel ist sicher kein Zufall. Die EU-Behörden wissen natürlich, dass die Einschränkungen des Nutzers mit einem Machtgewinn ihrerseits einhergehen. Die neueste Entwicklung im Zusammenhang mit der TFR gibt eine ähnliche Aussicht.

TFR: EU beschließt praktisches Verbot von non-custodial Wallets

Zwar wolle man die Transaktionen der CBDC nicht vollkommen transparent gestalten – wie man es vom Bitcoin kennt, allerdings wolle man „Aufgaben der finanziellen Aufsicht“ wahrnehmen können – ein Schlagwort, das nett klingen soll, Nutzer letztlich jedoch der Hoheit über ihr eigenes Geld beraubt.

EZB-Vorstandsmitglied Fabio Panetta will beruhigen: Die EZB hätte gar kein Interesse an persönlichen Daten – anders als private Unternehmen – und würde die Privatsphäre der EU-Bürger daher „bis zum letzten Komma“ wahren.

Zudem handele es sich bei der Privatsphäre um ein politisches, nicht um ein wirtschaftliches Thema. Entsprechend sei es Aufgabe der Legislative.

In der Krypto-Szene und bei Krypto-Experten treffen CBDCs unterdessen auf Unmut. Sie widersprechen den Grundprinzipien der Kryptowährungen und sorgen für mehr, statt für weniger Überwachung.

CBDCs sind ein orwellscher Albtraum

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Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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