EZB: 10 Prozent aller EU-Haushalte besitzen Krypto-Assets

Lange ließ sich nur grob schätzen, wie viele Menschen Kryptowährungen, wie Bitcoin (BTC), Ether (ETH) und Co, besitzen. Nun liefert die Europäische Zentralbank (EZB) spannende Zahlen, die belegen, dass Krypto-Assets in der EU beliebter sind als viele denken. Die Europäische Zentralbank kam zu dem Ergebnis, dass 10 Prozent aller Haushalte in der Europäischen Union Kryptowährungen besitzen.

Ein Großteil davon sind Kleinanleger, die Krypto-Assets als Beimischung und zur Diversifikation in ihr Portfolio aufgenommen haben. Gleichzeitig gibt die EZB zu Wort, dass aufgrund der weiten Verbreitung Regulierungsmaßnahmen unumgänglich seien.

EZB: Kryptowährungen sind ein beliebtes Asset in der EU

Die Europäische Zentralbank veröffentlichte einen interessanten Ausschnitt aus dem bald erscheinenden Financial Stability Review als Vorabmeldung. In dem Artikel geht es um die Frage, wie weit verbreitet Kryptowährungen wirklich sind. Im Rahmen einer Consumer Expectation Survey in sechs der größten Länder der EU wurden die Teilnehmer gefragt, ob sie Kryptowährungen besitzen oder mal besessen haben. Die EZB kam zu der Erkenntnis, dass skaliert auf die ganze EU etwa 10 Prozent aller Haushalte Kryptowährungen besitzen.

„Jüngste Ergebnisse der EZB Consumer Expectation Survey (CES) für sechs große Länder des Euroraums deuten auf der Grundlage experimenteller Fragen darauf hin, dass bis zu 10 % der Haushalte Krypto-Vermögenswerte besitzen können.“

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EZB-Umfrage Krypto-Assets in der EU

Die Spanne reicht dabei von durchschnittlich sechs Prozent in Frankreich und 14 Prozent in den Niederlanden. Die Herausgeber der Studie betitelten Kryptowährungen als einen „globalen Markt und damit ein globales Thema“. Vollumfängliche Regulierungsmaßnahmen seien daher notwendig. Wie diese aussehen könnten, wurde jedoch nicht benannt. Die derzeitige Entwicklung sei jedoch ein „Risiko für die finanzielle Stabilität“, so die EZB.

Kleinanleger machen den Großteil aus

Der veröffentlichte Artikel gab zudem Aufschluss über die Höhe der Vermögenswerte. Demnach halten 37 % Kryptowährungen im Wert bis zu 999 Euro. Weitere 29 Prozent halten digitale Währungen im Wert zwischen 1.000 und 4.999 Euro. Großanleger, die Kryptowährungen im Wert von 5.000 bis 9.999 Euro halten, machen 13 Prozent aus. Spannend ist auch die Tatsache, dass Bitcoin und Co eher ein Thema für die vermögendsten 20 Prozent eines Landes sind. Diese Bevölkerungsschicht ist am ehesten bereit, digitale Währungen ins Depot zu legen.

„Im Durchschnitt investierten junge erwachsene Männer und hochgebildete Befragte eher in Krypto-Assets in den befragten Ländern. In Bezug auf die Finanzkompetenz hielten die Befragten, die entweder auf der obersten oder unteren Ebene in Bezug auf die Ergebnisse der Finanzkompetenz erzielten, mit hoher Wahrscheinlichkeit Krypto-Assets.“

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Regulierungen sind unumgänglich – aber wie und wann?

Bekanntermaßen steht die Europäische Zentralbank Kryptowährungen eher kritisch gegenüber. EZB-Chefin Christine Lagarde äußerte sich vor kurzem ebenfalls kritisch und sagte, dass ihre „sehr bescheidene Meinung ist, dass es [Kryptowährungen, Anmerkung der Redaktion] nichts wert ist.“ Da verwundert es nicht, dass auch der aktuelle Bericht das Thema Regulierung aufgreift. Auch wenn Regulierungen eingefleischten Krypto-Enthusiasten sauer aufstoßen dürften, können sie auch ein gutes Zeichen für den gesamten Markt sein. Klare Regeln dürften noch mehr Anleger anlocken.

Die EZB rät den Ländern dringend zu klaren Regulierungsmaßnahmen für Kryptowährungen. Wie und wann diese Maßnahmen ausgerollt und verpflichtend werden könnten, ist jedoch nicht bekannt. Krypto-Assets seien nach Ansicht der EZB für die überwiegende Mehrheit der „normalen Investoren nicht angemessen“. In der Zwischenzeit kam jedoch bereits Bewegung in die Sache. Deutschland brachte beispielsweise erst kürzlich neue Regeln für die Besteuerung von Kryptowährungen heraus.

Fazit: Die EU-Haushalte setzen auch Krypto-Assets

Die EZB forschte im Rahmen einer Umfrage, wie viele Haushalte in der Europäischen Union Kryptowährungen halten. Sie kam zu dem Ergebnis, dass mit 10 Prozent der Haushalte eine durchaus weite Verbreitung vorherrscht. Nach Ansicht der Europäischen Zentralbank ist das gleichzeitig auch kritisch zu betrachten, da längst nicht alle Länder klare Regulierungen für Krypto-Assets eingeführt haben.

Die EU zählt knapp 445 Millionen Einwohner, von denen nach Aussage der Studie also viele Millionen Haushalte Kryptowährungen halten. Der Bericht zeigt aber auch erneut, dass der Krypto-Markt in Zukunft umfangreich reguliert werden dürfte. Die EZB sieht in der aktuellen Situation ein zu großes Risiko für die finanzielle Stabilität. Es bleibt also spannend, welche Regulierungsmaßnahmen in Zukunft auf den Markt zukommen könnten.

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Jens Kerkmann interessierte sich bereits während seines Studiums im Bereich Wirtschaftsinformatik für die Themen Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Bis heute begleitet ihn die Materie in seinem Alltag und Berufsleben und er ist als Autor für Ratgeberartikel und Nachrichten aus dem Blockchain- und Digitalisierungsumfeld tätig.

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