Coinbase vertuscht Verluste in Millionenhöhe? Nutzer schlagen Alarm

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Welle der Kritik trifft Coinbase. Vermehrt beschweren sich Personen über hohe Verluste, die nach jahrelanger Zusammenarbeit mit der Krypto-Börse unaufgeklärt und unentschädigt bleiben.
- Zuletzt streuten zwei Nutzer Gerüchte über mögliche Millionenverluste, die Coinbase potenziell durch unausgereifte Sicherheitssysteme verursachte.
- Die Informationen lassen sich öffentlich bislang nicht verifizieren.
Coinbase vertuscht Verluste in Millionenhöhe? Nutzer schlagen Alarm
Vertuscht die Krypto-Börse Coinbase schon seit Jahren Verluste in Millionenhöhe? Auf X formiert sich aktuell eine Welle der Kritik unter den Kunden des Unternehmens. Sie machen der Handelsplattform schwere Vorwürfe.
Der Vorfall begann schon am Samstag. Ein Trader namens Kuno kritisierte Coinbase in einem X-Beitrag. Als Nutzer der US-amerikanischen Krypto-Börse habe er den Zugriff auf 1,2 Millionen US-Dollar verloren, die sich in der Verwahrung des Unternehmens befanden, behauptete er.
Seit einem Jahr reagiere Coinbase nicht auf seine Anfragen. Demnach habe er bereits dutzende Male Kontakt zum Kundendienst aufgenommen. Auch persönliche Gespräche mit Vertretern der Börse hätten nicht geholfen, seinen Zugriff wiederzuerlangen.
Jordan Fish, der weite Bekanntheit unter seinem Pseudonym “Cobie” in der Krypto-Szene erlangte, untersuchte den Fall. Cobie ist Mitarbeiter von Coinbase und verfügt deshalb über Einblicke in interne Systeme.
Ihm zufolge sei Kunos Vorwurf frei erfunden. Der Trader versuche mit einem aufsehenerregenden Beitrag Aufmerksamkeit zu erlangen, argumentiert Cobie.
Auf das Gespräch zwischen Kuno und Cobie reagierte mit Ari David Paul eine weitere Person. Paul arbeitet für die Investmentunternehmen Strobe und BlockTower. Letzteres habe als Kunde von Coinbase ganze 25 Millionen US-Dollar verloren – und das bereits vor Jahren.
Laut Paul laufen aus diesem Grund bereits mehrere Klagen gegen Coinbase. Doch besonders merkwürdig klingen die angeblichen Hintergründe. So soll Coinbase die Verluste vertuscht haben, da sie durch eine Reihe von erfolgreichen Hacks entstanden seien.
“Coinbase hat vor ein paar Jahren 25 Millionen US-Dollar meines Unternehmens „verloren“. Wie sich herausstellte, haben sie in Wirklichkeit massive und wiederholte Hackerangriffe vertuscht. Sie wollen unser Geld immer noch nicht zurückgeben”, schreibt Paul.
Coinbase “lost” $25m of my firm’s a couple years ago. Turned out they were actually covering up massive and repeated hacks. Still wouldn’t return our money. We traced this to at least a dozen other affected firms and over $1b covered up. That’s all I can say for now as…
— Ari Paul (@AriDavidPaul) September 28, 2026
Hacker entwenden eine Milliarde US-Dollar von Coinbase?
Pauls Vorwürfe klingen nicht völlig aus der Luft gegriffen. Er ist bereits seit etlichen Jahren in der Kryptobranche involviert. Was genau hinter seinen Behauptungen steckt, ist bislang jedoch unklar.
Cobie selbst reagierte auf Pauls Kritik nicht. Auf X nahm der Kundendienst von Coinbase allerdings Kontakt zu Paul auf. Man wolle den Vorfall nun lösen, heißt es in einem Kommentar.
Die angeblich verlorenen 25 Millionen US-Dollar seien jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Insgesamt belaufen sich Verluste, die Coinbase durch Hackerangriffe erlitten haben soll, auf eine Milliarde US-Dollar – das behauptet Paul weiter und stützt sich dabei auf Blockchaindaten. Neben BlockTower seien weitere Firmen betroffen.
“Wir haben herausgefunden, dass mindestens ein Dutzend weitere Unternehmen betroffen sind und dass insgesamt Verluste über eine Milliarde US-Dollar vertuscht wurden. Mehr kann ich derzeit nicht sagen, da noch mehrere Gerichtsverfahren laufen”, erklärt er.
Auf Pauls Beiträge reagierten weitere Nutzer, die ebenfalls über Verluste berichten, die Coinbase demnach seit Jahren nicht erstattet.
Wie zuverlässig diese Angaben sind, lässt sich aktuell nicht unabhängig einschätzen. Bekannt ist jedoch ein Vorfall aus dem Jahr 2024. Damals berichtete Bloomberg über einen Hack, der BlockTower traf. Die genauen Hintergründe blieben jedoch verborgen. Ob Paul auf diesen Vorfall anspricht, ist ungewiss.
In der Vergangenheit veröffentlichte er wiederholt kritische Beiträge über Coinbase, in denen er sich ähnlich äußerte. Einer davon stammt aus dem Frühjahr 2025.
Coinbase zählt – gemessen am Handelsvolumen – zu den drei größten Krypto-Börsen der Erde. In den USA ist das Unternehmen Marktführer. 120 Millionen Kunden nutzen den Dienst international.
Auf direkte Nachfrage von Blockchainwelt äußerte sich Coinbase innerhalb von zwei Stunden nicht zum Thema.
Nachtrag: In einer späteren Antwort dementierte Coinbase die Gerüchte, wonach eine Serie von Hackerangriffen Verluste einbrachte. Coinbase habe also keine Milliarde US-Dollar an Unbefugte verloren. Zu persönlichen Daten – etwa den angeblich verlorenen 25 Millionen US-Dollar des Ari David Paul – könne man sich nicht äußern.
Ferner warnte die Krypto-Börse vor dem unvorsichtigen Einsatz von API Keys. Ein API Key erlaubt den Zugriff auf die eigenen bei Coinbase hinterlegten Einlagen, ohne dass dafür ein direkter Zugriff auf die App oder Webseite von Coinbase nötig ist.
Ohne eine konkrete Aussage zu tätigen, impliziert das Unternehmen damit, dass BlockTower seinen API Key durch Unvorsichtigkeit möglicherweise an Dritte weitergab.

