Coinbase erleidet Umsatzverlust von 1,1 Milliarden US-Dollar

Der in San Francisco ansässige Kryptobörsen Betreiber Coinbase muss auch im 2. Quartal 2022 wieder einen Verlust vermelden, diesmal ist der Umsatz um 1,1 Milliarden US-Dollar eingebrochen und lag nur noch bei bescheidenen 803 Millionen US-Dollar.

Coinbase Logo auf Tablet mit Krypto-Coins daneben

Die aktuelle Krise in der Kryptobranche setzt besonders den Betreibern von Kryptobörsen zu. Noch vor Kurzen gehörten sie zu den Stars in der Kryptobranche, die Kryptobörsen wie Binance, eToro, Kraken oder eben Coinbase konnten nahezu täglich mit neuen Rekorden an Umsätzen und Erträgen aufwarten.

Eine Kryptobörse war wie eine Lizenz zum Gelddrucken. Erträge und Gewinne ohne Ende.

Doch diese schöne Zeit ist vorerst vorbei, jetzt folgt eine Verlustwarnung der nächsten. Jeden Monat und jedes Quartal müssen immer neue Rückgänge des Umsatzes und schließlich die Realisierung von Verlusten ausgewiesen werden. Eine Schreckensmeldung folgt der nächsten.

Coinbase – aktuelle Zahlen

In dem Geschäftsbericht zum zweiten Quartal 2022 musste Coinbase einen Umsatzrückgang in Höhe von 1,1 Milliarden US-Dollar ausweisen, der jetzt nur noch bei 803 Millionen US-Dollar lag.

Das zweite negative Quartal in Folge, eine ungewohnte Situation für das erfolgsverwöhnte junge Unternehmen. Kurz nach Veröffentlichung der Zahlen ist der Kurs von Coinbase gleich um 5 % eingebrochen.

Coinbase selbst relativiert die Zahlen, der Großteil sei nicht auf realen Umsatzverlust zurückzuführen, sondern begründet sich durch Rechnungslegungsvorschriften, die verlangten, dass die Werte von Kryptowährungen in den Büchern vermindert werden müssen, wenn diese gefallen sind.

Im zweiten Quartal hatten 9 Millionen Nutzer Transaktionen übe die Kryptobörse von Coinbase durchgeführt, ein Rückgang um 200.000 zum ersten Quartal. Mitte letzten Jahres konnte Coinbase noch eine monatliche Zunahme der Nutzer um etwa 200.000 berichten.

Der gegenwärtige wirtschaftliche Zusammenbruch kam „schnell und wütend“, und das Kundenverhalten ähnelt dem früherer Bärenmärkte.

Aktionärsbrief

Coinbase

Schwere Zeiten für Coinbase

Diese negativen Firmenzahlen kommen zu einer denkbar schlechten Zeit für Coinbase. Zu den schweren Zeiten in der Kryptobranche an sich, kommen noch die speziellen Negativmeldungen im Zusammenhang mit Coinbase.

Dazu gehört die Verhaftung des ehemaligen Produktmanagers wegen Insiderhandels sowie die immer noch laufenden Ermittlungen der Börsenaufsichtsbehörde gegen Coinbase, mit dem Vorwurf, illegale Notierungen vorgenommen zu haben.

Da ist es schwer für Coinbase, das Vertrauen der Nutzer zurückzugewinnen, wenn eine Hiobs Botschaft auf die andere folgt.

Der einzige Lichtblick war die Ankündigung von Coinbase, eine Partnerschaft mit Blackrock, dem weltgrößten Vermögensverwalter, eingegangen zu sein, dies ließ den Kurs von Coinbase in die Höhe schnellen.

Ein Weg, den viele Kryptofirmen gehen werden, mit dem finanziellen Rückhalt von Großinvestoren den Weiterbetrieb aufrechterhalten.

BlackRock wird Partner von Coinbase und bietet Handel mit Bitcoin an

Ist die Talsohle durchschritten?

Einiges deutet darauf hin, dass das Ende der Talfahrt in der Kryptobranche erreicht sei. So konnte der Bitcoin im Juni 2022 seinen Kurs auf 24.000 US-Dollar steigern, ein Zuwachs von rund 55 Prozent.

Ethereum konnte seinen Wert seit dem Tiefstand im Juni 2022 mehr als verdoppeln, ein Wertzuwachs von 105 %. Und auch etliche andere Kryptowährungen haben sich in den letzten Wochen positiv entwickelt. Es gibt leichten Grund zur Hoffnung.

Sicherlich werden nicht alle Kryptofirmen die Krise überstehen, doch die, die auf der Strecke bleiben, hatten vielleicht nie eine gute Geschäftsidee und haben einfach nur Geld auf dem Krypto-Teppich eingesaugt. Vielleicht ist es gut, dass die verschwinden.

Andere Firmen werden aus der Krise gestärkt hervorgehen, mit neuen Finanzinvestoren und einer besseren Ausstattung an Eigenkapital. Gerade die Eigenkapitalquote tendiert bei vielen Kryptowährungen gen Null.

Fazit zur Krise in der Kryptobranche

Dass während der aktuellen Krise in der Kryptobranche so viele Kryptofirmen gleich existenzielle Probleme bekommen, ist Wasser auf die Mühlen der Kryptogegner, die meinen, die Kryptofirmen würden keine Werte erstellen und hätten keine Substanz.

An diesem Vorwurf ist in der Tat auch etwas Richtiges dran. Viele der Start-ups in der Kryptobranche bestehen aus einigen „Jungs“, die lediglich mit einer Idee daherkommen und daraufhin von Investoren mit Geldern in Millionen- oder gar Milliarden-Höhe überschüttet werden, ohne dass die „Geschäftsidee“ sorgfältig geprüft wird.

Und dann gibt es noch solche Verbrecher wie Do Kwon, der ein ganzes Kryptoökosystem aufbaut und Milliarden einsammelt, nur um sich die Gelder in die eigene Tasche stecken zu können.

Jahrelang haben ihm die Leute das Geld mit vollen Händen zugeworfen und jetzt rufen die gleichen Leute nach Justiz und Gesetz.

Bei all den tollen Versprechungen, dass die Zukunft der Finanzwelt in der dezentralen Finanzwirtschaft liegt, deren Grundlage auf der Selbstkontrolle und Unabhängigkeit liegt, sollte nicht vergessen werden, dass gerade unregulierte Umgebungen das Lieblingsumfeld von „Bösen Buben“ ist. Und nicht jeder Mensch will nur das Beste für Dich und Dein Geld.

Auch die Kryptobranche benötigt Regularien und Vorschriften, die die Kunden und Investoren vor unnötigen Risiken und unseriösen Anbietern schützt. Die gesetzlose Wild-West-Mentalität führt letztlich immer ins Chaos und in die Katastrophe.

Autor

Als ausgebildeter Finanzberater und Reisekaufmann sowie Hobby-Journalist mit zahlreichen Veröffentlichungen in verschiedenen Zeitungen, bin ich heute als Autor für touristische Beiträge und Reiseführer genauso zu Hause, wie in der Finanzwelt. Das Thema Kryptowährung fasziniert mich schon seit Jahren und ich habe bereits unzählige Artikel geschrieben, die auf verschiedenen Krypto Portalen und in etlichen Magazinen veröffentlicht wurden.

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