BitMEX Ex-CEO Artur Hayes zu Hausarrest verurteilt

BitMEX Ex-CEO und Co-Founder Arthur Hayes wird von einem US-Bundesgericht zu zwei Jahren Bewährung mit sechs Monaten Hausarrest und Standortüberwachung verurteilt. Damit endet das Verfahren, in dem sich Hayes im Februar schuldig bekannt hatte.

BitMEX Ex-CEO Hayes erhält 2 Jahre auf Bewährung

Der Mitgründer und BitMEX Ex-CEO Hayes lebt seit vielen Jahren in Singapur und hat nun 30 Tage Zeit dem Gericht bekannt zu geben, wo er in den USA den Hausarrest verbüßen wird.

Kürzlich kaufte Hayes in Miami in Haus, nachdem er 14 Jahre lang in Asien gelebt hatte. Sein Anwalt teilte am Freitag aber mit, noch sei unklar, wo sein Mandant die auferlegte Strafe verbüßen wird, da er bisher in Florida keine sozialen Kontakte aufbauen konnte.

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Arthur Hayes. Photo credit: BitMEX

Hayes bekannte sich in vollem Maße für schuldig und übernahm die volle Verantwortung für seine Handlungen. Der zuständige Richter, John Koelti vom U.S. Southern District Court in New York, stimmte zu, dass BitMEX Ex-CEO Hayes nach erfolgreichem Abschluss seines Hausarrests international reisen darf. Zudem könne er sich bei Bedarf per Videoanruf aus seinem Haus aus Asien bei seinem Bewährungshelfer melden.

Gericht will kein Exempel statuieren

Das jetzt gefallene Urteil ist unerwartet hoch ausgefallen. Anfänglich sah es so als, als strebe man eine Verurteilung von sechs bis zwölf Monaten Gefängnis an. Die Höchststrafe hatte allerdings 10 Jahre Gefängnis vorgesehen.

Die Verteidiger hielten BitMEX Ex-CEO Hayes aber zugute, dass er ein Ersttäter ist und lange Jahre gemeinnützig tätig war. Die Bewährungsabteilung sah daraufhin eine Bewährung von zwei Jahren ohne Inhaftierung als angemessen an.

Allerdings sahen die Staatsanwälte das Ganze nicht so positiv und forderten Richter Koelti auf, eine Strafe von sechs bis zwölf Monaten Haft auszusprechen.

Koelti lehnt dies aber mit der Begründung ab, Hayes als Individuum zu betrachten und nicht als Exempel für alle kriminellen Krypto-Börsen zu verurteilen.

Ich bedauere zutiefst, dass ich an dieser kriminellen Aktivität beteiligt war. Meine besten Jahre liegen noch vor mir. … Ich bin bereit, die Seite umzublättern und neu anzufangen. Ich bitte Sie, mir zu erlauben, nach Hause zurückzukehren, zutiefst reuig und in der Lage, das nächste Kapitel meines Lebens zu beginnen.

Arthur Hayes

BitMEX Ex-CEO

BitMEX zahlt 100 Millionen US-Dollar Strafe

Im Oktober 2020 kamen die Vorwürfe gegen die drei damals beschuldigten Gründer der Plattform BitMEX erstmalig auf.

Von Ende 2014 bis zum 01.10.2020, so das Gericht, soll das Unternehmen illegal Geschäfte mit US-Kunden getätigt haben, in dem sie rechtswidrig Aufträge und Gelder von ihnen zum Handel mit Kryptowährungen, einschließlich Derivaten auf Bitcoin, Ether und Litecoin, angenommen haben.

Alle drei wurden von einem US-Bezirksgericht bereits Anfang Mai zu einer Geldstrafe von jeweils 10 Millionen US-Dollar verurteilt. Weitere Vorwürfe des Gerichtes bezogen sich auf den Betrieb einer Einrichtung zum Handel oder zur Verarbeitung von Swaps ohne Genehmigung der US-amerikanischen CFTC.

Mit dieser wäre das operative Geschäft mit Derivatkontrakten durch die Commodity Futures Trading Commission CFTC legal gewesen.

Mit Derivatkontrakten lassen sich regulierte börsengehandelte Produkte wie Futures oder Optionen handeln. Das Unternehmen musste aufgrund dieser Verstöße bereits eine Strafzahlung in Höhe von 100 Millionen US-Dollar zahlen.

Auf DCMs kann nur zugegriffen werden, indem eine Vereinbarung mit einem lizenzierten Händler abgeschlossen wird. Genau das war BitMEX zum Zeitpunkt der Aktivitäten aus Sicht des Gerichtes aber nicht.

Ebenso fehlte BitMEX die alternative Lizenz der Swap Execution Facility SEF, bei denen Marktteilnehmern freien Zugang auf oben genannten Produkte gewährt wird. Das Geschäft der Krypto-Börse läuft aber augenscheinlich erfolgreich unter den strengen Augen der Gesetzeshüter weiter.

Da die Märkte für digitale Vermögenswerte weltweit wachsen, nutzt die Kommission weiterhin aktiv ihre bestehenden Durchsetzungsbefugnisse im Bereich der digitalen Vermögenswerte, um Kunden zu schützen und sicherzustellen, dass diese aufstrebenden Märkte frei von Betrug und Manipulation sind.

Rostin Behnam

Vorsitzende CFTC

Die drei Co-Founder zahlen jeweils 10 Millionen US-Dollar Strafe

Die zivilrechtliche Strafe in Höhe von 30 Millionen US-Dollar erging auf Anordnung der Commodity Futures Trading Commission durch das U.S. District Court for the Southern District of New York in einer Zustimmungsverfügung vom 10. August 2021.

Die Kundeninformationsprogramme CIP und Know-Your-Customer (KYC)-Verfahren sind durch das Financial Crimes Enforcement Network FinCEN geregelt. Diese sehen Mindeststandards für Anti-Geldwäsche-Programme für Banken ohne eine bundesstaatliche, funktionale Aufsichtsbehörde vor.

Damit soll sichergestellt werden, dass alle Banken, unabhängig davon, ob sie der bundesstaatlichen Regulierung unterliegen oder nicht, Anti-Geldwäsche-Programme einrichten und umsetzen.

Personen, die Handelsplattformen für Kryptowährungsderivate kontrollieren und Geschäfte in den USA tätigen, müssen sicherstellen, dass ihre Plattform den geltenden Bundesgesetzen für Rohstoffe entspricht, einschließlich CFTC-Registrierung und regulatorischen Anforderungen wie Know-Your-Customer und Anti-Money Laundry-Vorschriften.

Gretchen Lowe

Amtierende Direktorin für Durchsetzung CFTC

Folgen weitere Urteile für BitMEX-Gründer?

Nach Bekanntwerden der ersten Vorwürfe im Oktober 2021 wurden alle US-Kunden von BitMEX einer Benutzerprüfung unterzogen.

Allen anderen US-Personen und nicht verifizierten Benutzern wurde der Handel auf der Plattform oder das Abheben von Geldern verweigert. Zum 30.06.2021 wurde die Betriebs- und Geschäftsgenehmigung für die USA zurückgenommen.

BitMEX Ex-CEO Hayes ist nun verurteilt und es bleibt abzuwarten, ob es noch weitere Urteile geben wird.

Autor
Autorin

Stefanie Herrnberger ist als freiberufliche Referentin und Redakteurin tätig. Ihre langjährige berufliche Erfahrung im Bereich der Industrie 4.0, Digitalisierung und Blockchain bieten ihr den perfekten Background, um über Anwendungsfälle der Distributed-Ledger-Technologie in der globalen Industrie und Wirtschaft zu berichten.

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