Bitcoin und Co. sollen in Russland alltägliche Zahlungsmittel werden

Das Wichtigste in Kürze

  • Kryptowährungen wie Bitcoin sollen in Russland nun doch zum alltäglichen Zahlungsmittel werden – das gab der Vorsitzende des parlamentarischen Finanzausschusses bekannt.
  • Der Politiker, Anatoly Aksakov, war es auch, der noch im Dezember fest an einem strengen Krypto-Verbot festgehalten hatte. Der Einsatz von Krypto als Zahlungsmittel ist in Russland seit 2021 untersagt.
  • Aussagen Aksakovs legen nahe, dass man durch eine neue, kryptofreundliche Politik die finanzielle Anbindung Russlands sichern wolle. Seit 2022 ist das Land von zehntausenden Sanktionen betroffen.

Bitcoin und Co. sollen in Russland alltägliche Zahlungsmittel werden

Bitcoin und Co. sollen in Russland nun doch alltägliche Zahlungsmittel werden – das habe der Abgeordnete Anatoly Aksakov jüngst dem Nachrichtenmagazin Tass verraten. Aksakov ist Vorsitzender des Finanzausschusses der Staatsduma.

Aksakovs neueste Erklärung ist eine Überraschung. Noch im Dezember hatte er felsenfest behauptet, dass Kryptowährungen in Russland niemals zu Zahlungsmitteln aufsteigen werden.

2020 unterzeichnete der russische Präsident Wladimir Putin in Russland ein Gesetz, das den Einsatz von Kryptowährungen als Zahlungsmittel unter Strafe stellt. Seit 2024 erlaubt der Staatsapparat die Nutzung der digitalen Anlagen als Zahlungsmittel im internationalen Handel. Russland reagierte damit auf den Ausschluss aus dem SWIFT-Netzwerk im Jahr 2022 in Folge des Ukrainekrieges.

Anfang Dezember 2025 zogen die russischen Behörden ein positives Resümee: Der Einsatz von Krypto im grenzüberschreitenden Handel sei ein voller Erfolg. Um das Konzept weiter zu fördern, beschlossen Finanzministerium und Zentralbank eine Lockerung der regulatorischen Vorgaben.

Vladimir Chistyukhin, der stellvertretende Vorsitzende der russischen Zentralbank, stellte die strengen Verbote für Kryptowährungen auf dem Binnenmarkt infrage und stellte Lockerungen in Aussicht.

Einige Tage später reagierte Aksakov auf diese Idee und verwarf sie im Gespräch mit Tass direkt. Der Vorsitzende des Finanzausschusses beharrte auf einer Beibehaltung des Krypto-Verbots.

Weil der Einsatz von Kryptowährungen illegalerweise trotzdem zunahm, hatte die russische Gesetzgebung erst im Juli 2025 eine Verschärfung der Strafen beschlossen, die seit Jahresbeginn 2026 in Kraft ist.

Staatsduma entwarf Pro-Krypto-Gesetz bereits

Innerhalb weniger Wochen scheint Aksakov seinen Standpunkt gegenüber Krypto bereits drastisch geändert zu haben. Die Hintergründe seines Sinneswandels sind öffentlich unbekannt.

Fakt ist, dass Staatspräsident Wladimir Putin in der Vergangenheit mehrfach positive Äußerungen über Bitcoin und Co. vorgenommen hat. Putin bezog dabei nicht selten Positionen, die im deutlichen Kontrast zu seinen politischen Beratern stehen.

Im Dezember 2024 lobte Putin den Bitcoin für seine Neutralität und Zensurresistenz. Diese Vorteile hob er im Vergleich zu anfälligen Fiatwährungen hervor, nachdem russische Fremdwährungsreserven beschlagnahmt wurden.

In der russischen Staatsduma scheint nun alles rasant voranzugehen. Laut Aksakov sei ein Gesetzesentwurf zur Legalisierung von Krypto-Zahlungen bereits fertiggestellt.

“Der Entwicklung digitaler Finanzanlagen wird große Aufmerksamkeit gewidmet, und wir werden uns in der kommenden Frühjahrssitzung intensiv mit Kryptowährungen befassen”, sagte Aksakov zunächst.

“Es wurde bereits ein Gesetzentwurf ausgearbeitet, der Kryptowährungen von den speziellen Finanzvorschriften ausnehmen wird, sodass sie zu einem alltäglichen Bestandteil unseres Lebens werden”, fuhr der Abgeordnete fort.

Dieses Mal, so erklärte Aksakov, sei es kein Missverständnis. Russland verfolge tatsächlich den Plan, Kryptowährungen zu alltäglichen Zahlungsmitteln zu machen. Die digitalen Anlagen seien dann frei zugänglich, statt nur für akkreditierte Investoren.

Für Laien werde man allerdings ein Investmentlimit von 300.000 Rubel einführen – nach aktuellem Wechselkurs entspricht das rund 3.300 Euro oder 3.800 US-Dollar. Professionelle Konten können ohne Restriktionen handeln.

Möchte Russland seine finanzielle Anbindung mittels Krypto sichern?

Das neue Konzept stellt nach der bisher restriktiven Krypto-Politik des russischen Staates eine 180-Grad-Wende dar. Man könnte auf diese Weise versuchen, den eigenen Stand innerhalb der Krypto-Industrie zu festigen. Das Interesse an Krypto könnte unter Russen dadurch stark ansteigen.

Mit einem Anteil von 16,4 Prozent am Bitcoin-Netzwerk ist Russland für BTC derzeit der zweitwichtigste Standort nach den USA.

Zudem könnte das größte Land der Erde versuchen, seine finanzielle Anbindung mittels Krypto zu sichern. Russland gilt mit mehr als 20.000 Sanktionen als das am stärksten sanktionierte Land der Erde.

“Kryptowährungen können aktiv im internationalen Handel genutzt werden – einschließlich ihrer Ausgabe hier und ihrer anschließenden Platzierung auf den Finanzmärkten anderer Länder”, gab Aksakov zum Besten.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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