Bitcoin ETFs: Ein zweischneidiges Schwert

In den USA verklagt gerade Grayscale die SEC, da diese Bitcoin-ETFs nicht genehmigt hat. Im starken Kontrast dazu hat die EU vor kurzem den ersten europäischen Bitcoin-ETF zugelassen. Dieser wird im Juli erwartet und ist vom niederländischen Emittenten Jacobi Asset Management.

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Bitcoin-ETFs: Die Lage in den USA

Heute reichte Grayscale Investments eine Klage gegen die US-Börsenaufsichtsbehörde ein, nur eine Stunde nachdem die Behörde einen Antrag abgelehnt hatte, der es ihrem Bitcoin-ETF erlaubt hätte, an der New Yorker Börse zu handeln.

Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hat den Antrag der NYSE Arca auf eine Regeländerung abgelehnt, die es ihr ermöglicht hätte, Anteile am Bitcoin-Spot-ETF von Grayscale zu notieren und zu handeln, und begründete dies mit Bedenken hinsichtlich Marktmanipulation.

Klage gegen die SEC

Die NYSE Arca hatte im Oktober einen Antrag eingereicht, der es Grayscale erlaubt hätte, seinen 13,5 Milliarden US-Dollar schweren Grayscale Bitcoin Trust in einen Bitcoin-Spot-ETF umzuwandeln.

Die Klage zielt darauf ab, das US-Berufungsgericht für den District of Columbia Circuit dazu zu bewegen, die Anordnung der Securities and Exchange Commission zu überprüfen. Der CEO von Grayscale, Michael Sonnenshein, sagte dazu:

Wir sind zutiefst enttäuscht von der Entscheidung der SEC, Spot-Bitcoin-ETFs weiterhin vom US-Markt fernzuhalten, und widersprechen ihr vehement.

Ankündigung vom CEO bereits im Vorfeld

In einer offiziellen Stellungnahme argumentiert Noah Sonnenshein, der zuvor seine Absicht bekundet hatte, die SEC im Falle einer Ablehnung zu verklagen, dass die Regulierungsbehörde nicht zwischen Bitcoin-Futures-ETFs, die eine Zulassung erhalten haben, und Bitcoin-Spot-ETFs unterscheiden sollte.

Der Generalanwalt von Grayscale, Don Verrilli, sagte: „[…] die SEC versäumt es, ähnliche Investmentvehikel einheitlich zu behandeln und handelt daher willkürlich.“

Die Ablehnung der SEC beruhte auf der vorgeschlagenen Regeländerung für die Notierung und den Handel von Anteilen des GraniteShares Bitcoin ETF und nicht darauf, ob Bitcoin selbst eine geeignete Anlage ist. Die SEC sagte dazu:

Es handelt sich nicht um eine Bewertung der Frage, ob Bitcoin oder die Blockchain-Technologie im Allgemeinen einen Nutzen oder Wert als Innovation oder Investition hat.

Ganz andere Töne in der EU: der erste Bitcoin-ETF kommt

Das Unternehmen Jacobi Asset Management hat angekündigt, im Juli einen europäischen Spot-Bitcoin-ETF aufzulegen. Der börsengehandelte Fonds wird den Namen Jacobi Bitcoin ETF tragen und an der Euronext Amsterdam notiert sein.

Der Bitcoin-ETF bietet europäischen institutionellen und professionellen Anlegern eine neue Möglichkeit, zu geringen Kosten und mit täglicher Liquidität an einer regulierten Börse in Bitcoin zu investieren. Die Verwaltungsgebühren liegen bei 1,5 Prozent per annum.

Was steckt hinter Jacobi Asset Management?

Jacobi Asset Management ist ein globales Unternehmen für die Verwaltung von digitalen Vermögenswerten, das sich mit dem Auf und Ab des Kryptowährungsmarktes auseinandersetzt.

Das Unternehmen ermöglicht Kunden, ihr digitales Vermögen zu vermehren und verhilft diesen mit seinem Fachwissen in den Bereichen Blockchain-Technologie, Investitionen und Regulierung zum Erfolg.

ETF ermöglicht es Anlegern, über eine etablierte und vertrauenswürdige Anlagestruktur auf die zugrunde liegende Performance dieser interessanten Anlageklasse zuzugreifen.

Jamie Khurshid

CEO - Jacobi Asset Management

Jacobi ist ein Anlageservice für Kryptowährungen, der institutionellen und professionellen Anlegern die Werkzeuge an die Hand gibt, die sie für den Handel und die Verwaltung von Kryptoanlagen benötigen.

Zugang zu Bitcoin für die Allgemeinheit

Edd Carlton ist der Institutional Digital Asset Trader bei Flow Traders und erklärte, dass die Notierung eines Bitcoin-Spot-ETF „der wachsenden Nachfrage institutioneller Anleger entspricht“. Forderungen nach einem Bitcoin-Spot-ETF werden in den USA schon seit Jahren erhoben.

Das gemeinsame Merkmal von Spot-ETFs sind ihre niedrigen Kosten und Provisionen. Wenn man jedoch in einen Spot-Bitcoin-ETF wie den Jacobi Bitcoin ETF investiert, muss man sich bewusst sein, dass diese Art von Produkt volatiler ist als ein gewöhnlicher ETF und daher ein größeres Risiko für Investoren darstellt.

Weniger ETFs in Europa

Insgesamt verfügen europäische Anleger nicht über die gleiche Vielfalt an ETFs wie US-Anleger. Nur 15 und 20 Prozent der Kleinanleger in Europa nutzen ETFs im Vergleich zu etwa 40 Prozent ihrer US-Kollegen.

Infolgedessen ist das Handelsvolumen von ETFs in Europa geringer, und die Europäische Kommission erwägt, sie von einem konsolidierten Band zu entfernen.

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Wie geht es weiter?

Dennoch bringt die Entscheidung der Europäischen Kommission, einen Bitcoin-ETF zuzulassen, die Situation einen Schritt näher an die Realität heran. Ein solcher ETF würde u.a. Investmentfonds und Versicherungsgesellschaften einen klaren Weg in den Bitcoin eröffnen, der derzeit für diese Fonds nicht verfügbar ist.

Es besteht ein erhebliches Potenzial für einen Bitcoin-Spot-ETF, der sich in Europa großer Beliebtheit erfreuen könnte, da es den Anlegern an Alternativen auf herkömmlichem Wege fehlt.

Obwohl die USA in der Regel der Vorreiter bei technischen Neuerungen ist und dort die Beliebtheit und Nachfrage nach Kryptowährungen größer ist, ist hier die SEC der Bremser. Die EU hat dem im Verhältnis überraschenden Schritt gewagt und gibt dem Bitcoin ETF grünes Licht. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser entwickeln wird.

Autor

Eva Steinmetz zeigt großes Interesse an den Themen Krytowährungen, Tokenisierung und Künstliche Intelligenz zur Optimierung von bereits bestehenden Systemen, wie der Immobilien- oder Finanzbranche. In diesem Zuge liegt ein Fokus auf die Veränderungen zur Regulierungen der Kryptowährungen weltweit.

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