Neue Zahlungsgewohnheiten stärkten Potential von CBDCs

Neue Zahlungsgewohnheiten in Krisenzeiten

Im Laufe der vergangenen Wochen haben wir nicht nur eine historische Korrektur an den Finanzmärkten gesehen, sondern auch rapide ansteigende Arbeitslosenzahlen aufgrund der weiterhin stark steigenden Infektionszahlen. Wie Experten mittlerweile wissen, ist vor allem ein enger körperlicher Kontakt Schuld für die schnelle Verbreitung. Allerdings kann sich das Coronavirus ebenfalls durch physische Gegenstände verbreiten. Hierzu gehört auch Bargeld, dessen Umlaufgeschwindigkeit im Zuge der Krise sinkt. Für die Central Bank Digital Currencies, die digitalen Währungen der Zentralbanken, könnte die zunehmende Adaption mobiler Zahlungsmethoden zum Vorteil avancieren.

Veränderung beim Zahlungsverhalten durch Corona erkennbar

Die COVID-19 Pandemie gilt als schwerste gesundheitliche Krise unseres Zeitalters. Um die weitere Verbreitung des Virus zu verhindern, entschließen sich immer mehr Staaten zum Herunterfahren der eigenen Wirtschaft sowie zur Verhängung von Kontaktverboten. Die Einwohner sollen ihre Häuser einzig aus wichtigem Grund verlassen.

Bei einem solch wichtigen Grund handelt es sich etwa um den Arbeitsweg, Fahrten zum Arzt oder eben Einkäufe. Vor allem bei letzteren kommt Bargeld als beliebtes Zahlungsmittel zum Einsatz. Allerdings merken Experten auch an, dass die Verwendung von Bargeld die Verbreitung des Virus beschleunigen könne. Aus diesem Grund seien kontaktlose Zahlungsmethoden per Kredit- oder Girokarte vorzuziehen. In der Bevölkerung kommen die neuen und kontaktlosen Bezahlmöglichkeiten gut an – ein weiteres Anhalten der Krise sollte die Nutzungsraten weiterhin steigern. Außerdem erkennen immer mehr Menschen, dass Bargeld nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile bietet. So laufen Unternehmen die Gefahr Erreger an die eigene Kundschaft zu verteilen. Außerdem werden Forderungen nach mehr Solidarität laut und der Staat möchte sich einsetzen, um Steuerhinterziehungen zu bekämpfen und die Kosten der Krise nachhaltig zu reduzieren.

Wissenschaftler sehen in Zahlungsgewohnheiten geringes Ansteckungsrisiko

Trotz der permanenten Angst in der Bevölkerung sowie der Kritik aufseiten der Regierung an der Verwendung von Bargeld stufen einige Wissenschaftler die Gefahr als gering ein. Dabei sei Geld im Vergleich zu anderen Dingen, welche wir täglich berühren, keine sonderliche Gefahr. In China beginnt die Regierung inzwischen mit der Sterilisierung, um die Verbreitung des Virus zu unterbinden.

Nichtsdestotrotz bietet die aktuelle Diskussion auch neuen Spielraum für digitalisierte Zentralbankwährungen.

„Eine realistische Einschätzung der Risiken einer Übertragung bei der Verwendung von Bargeld ist wichtig, da die Abschaffung von Bargeld verteilende Folgen haben kann. So könnte es zu einer Teilung der Zahlungsgewohnheiten in der Bevölkerung kommen. Vor allem Verbraucher ohne gültige Bankverbindung oder ältere Verbraucher könnten potentiell unter einer Veränderung leiden.“

Zentralbankinfrastrukturen dienen zum Schutz des Marktes

Aufgrund des möglichen Risikos für einzelne Gruppen gelangen nun auch Central Bank Digital Currencies (CBDCs) in den Fokus der Diskussion. Diese seien eine passende Lösung, um ein ausfallsichere und zugängliche Infrastruktur zu schaffen. Eine solche Infrastruktur der Zentralbank könne schnell an Bedeutung gewinnen – somit auch die dahinterstehenden CBDCs.

Zwar deutet keine der bekannten Forschungsberichte an, dass eine der digitalen Zentralbankwährungen im Laufe der kommenden Wochen oder Monate auf den Markt kommt. Vielmehr befinden sich zahlreiche Notenbanken in einer Testphase. Einzig die chinesische Zentralbank kündigte bereits an, dass sie die Veröffentlichung einer CBDC plane. Allerdings muss in diesem Zuge auch berücksichtigt werden, dass die chinesische Bevölkerung bereits heute fast ausschließlich digital bezahlt.

Nichtsdestotrotz könnte ein Anhalten am aktuellen Pandemiezustand dazu beitragen, dass sich die Zahlungsgewohnheiten der privaten Endnutzer nachhaltig verändern.

„Im Kontext der aktuellen Krise müsste insbesondere das CBDC so gestaltet sein, dass Zahlungsoptionen für die nicht bankengebundenen und technischen Schnittstellen möglichst für die gesamte Bevölkerung geeignet sind.“

Fazit: neue Zahlungsgewohnheiten bieten Potential für neue Dienste

Wie lange die andauernde Pandemie die Welt in Atem hält, ist noch nicht abzusehen. Allerdings zeigt sich, dass die Menschen die notwendigen Maßnahmen gut adaptieren. Dementsprechend verzichten immer mehr Nutzer auf Bargeld als Zahlungsmittel.

Auch der Staat möchte nach der Krise neue Verfahren etablieren, um die Steuerhinterziehung in Deutschland zu reduzieren. Aufgrund dieser Maßnahmen erscheint es logisch, dass CBDCs einen höheren Zuspruch erhalten. Immerhin würden Konsumenten, Unternehmen und Staaten eine bessere Kontrolle über den Finanzmittelfluss erhalten. Außerdem ließen sich Infektionsquellen reduzieren. Die Einführung einer CBDC sollte bei anhaltender Einschränkung des öffentlichen Lebens an Wahrscheinlichkeit gewinnen.

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