MakerDAO: Nutzer wertet Konsequenzen nach „Schwarzem Donnerstag“ aus

Der 12. und 13. März dieses Jahres ist in der Kryptowelt als „Schwarzer Donnerstag“ bekannt. Und tatsächlich dürften die Depots vieler Investoren sehr düster ausgesehen haben, denn der gesamte Kryptomarkt brach um mehr als 60 Prozent ein.

Insbesondere die Maker Foundation, einem Pionier im Bereich der dezentralen Finanzdienstleistungen (DeFi), traf der plötzliche Kursverfall sehr deutlich.

Es kam zu einer Unterbesicherung der durch den Stablecoin Dai (DAI) gedeckten Schuldenpositionen im Maker-Ökosystem.

Ein Nutzer hat den „Schwarzen Donnerstag“ nun in einem Bericht ausgewertet und die wesentlichen Fakten und daraus resultierenden Maßnahmen veröffentlicht.

Der März schockt die Kryptowelt – MakerDAO unter Druck

Wer sich mit Aktienmärkten, Indizes, Futures und Kryptowährungen auseinandersetzt, wird schnell zwei Tiere kennenlernen: den Bären und den Bullen.

Der Bär bezeichnet grob vereinfacht einen resignierenden, fallenden Markt und der Bulle einen steigenden Markt im Aufschwung.

Im März tauchte plötzlich ein neues Tier auf: der „schwarze Schwan“. Dieser beschreibt ein seltenes und dramatisches Ereignis. Durch die weltweite Corona-Krise kam es zu drastischen Wirtschaftseinbußen in der Realwirtschaft.

Diese kamen so plötzlich, dass die Finanzmärkte wie in einem Schock plötzlich erhebliche Verluste verzeichneten. Der „Schwarze Schwan“ beschreibt also keine theoretischen Szenarien, sondern Kurseinbrüche durch einen realen Wirtschaftseinbruch.

Auch die Kryptowelt traf dieses Ereignis mit voller Breite. Die Kryptowährung Ether (ETH), welche als Transferwährung auf der Ethereum-Plattform dient, brach um 50 Prozent ein.

Der 12. März ließ auch die Kurse vieler weiterer Kryptowährungen purzeln und ging jeher als „Schwarzer Donnerstag“ in die noch junge Geschichte der digitalen Währungen ein.

Vor allem das Maker-Ökosystem wurde stark getroffen. Der plötzliche Kursverlust von Ether (ETH) sorgte dafür, dass der Stablecoin DAI der Maker Foundation nicht mehr seinen Gegenwert von einem US-Dollar halten konnte.

Dieser Zustand rief nach bisherigen Erkenntnissen mindestens zwei Bots auf den Plan. Offenbar haben diese nur auf diesen Zustand gewartet und massiv Leerverkäufe getätigt.

Nutzer veröffentlicht Liquidationsbericht im Internet

Den zuvor beschriebenen Ereignissen bezog die Maker Foundation bereits in eigenen Dokumenten Stellung. Der Bericht „MakerDAO MCD Ethereum System Liquidation Report“ des Nutzers „MakerMan“ dient nun noch einmal als eine übersichtliche Zusammenfassung der Ereignisse.

Der Bericht wurde im Maker-Forum und auf Reddit veröffentlicht. Einerseits beschreibt er das eingetretene Szenario und beschäftigt sich andererseits mit den dadurch entstandenen Konsequenzen.

Der zuvor beschriebene Einbruch der Kryptowährung Ether sorgte dafür, dass das auf dem Stablecoin DAI aufgebaute Verleihsystem von Maker nicht ausreichend gedeckt war.

Der Report gibt eine Unterdeckung von etwa 6,65 Millionen (entspricht einer Summe von 6,65 Millionen US-Dollar) DAI an. Die Unterdeckung und die Überlastung der Ethereum-Plattform sorgte dann dafür, dass viele Nutzer nicht mehr an Auktionen im Verleihsystem teilnehmen konnten.

Die zuvor erwähnten Bots, auf die im System Liquidation Report nicht näher eingegangen wird, konnten dadurch etliche Auktionen ohne Mitbieter für sich erwerben.

Diese Auktionen beinhalten in Liquidation gegangene Schuldpositionen, die im Tausch gegen eine gewisse Menge DAI erworben werden können.

Die Unterbesicherung des Stablecoins sorgte nun dafür, dass etliche dieser Auktionen für 0 Dai den Besitzer wechselten. Der Marktplatz der DeFi-Plattform war zu diesem Zeitpunkt nach Aussage des Berichts durch den Einsturz der digitalen Währung Ether geradezu „überschwemmt“ von Schuldpositionen.

Diese wurden in etlichen Auktionen von den Bots ersteigert. Der Nutzer „MakerMan“ wertete dazu die Anzahl der Auktionen vor, während und nach dem „Schwarzen Donnerstag“ aus.

Am „Schwarzen Donnerstag“ lässt sich eine deutliche Zunahme des Transaktionsverlaufs beobachten, was die Aktivität der Bots deutlich macht.

MakerDAO Auswertung Transaktionsverlauf

Die Maker Foundation will Vorkehrungen für die Zukunft treffen

Unmittelbar nach dem „Schwarzen Donnerstag“ begann die Maker Foundation mit den Aufräumarbeiten. In dem Report sind die entsprechenden Schritte, die in den Folgetagen nach dem Crash getätigt wurden, genau dokumentiert.

So eröffnete Maker etliche neue Schuldenpositionen, die neu geprägte MKR Coins gegen DAI tauschten, um neues Kapital in das DAI-Netzwerk zu pumpen.

Diese Maßnahme zeigte Wirkung und innerhalb kürzester Zeit wurden mehr als 5 Millionen DAI eingespeist. Allein die Kapitalgesellschaft Paradigm Capital gewann knapp 70 Prozent dieser Auktionen für sich.

Gleichzeitig reagierte die Maker Foundation auf Kritik aus der Community. Diese stellte die unbequeme Frage, warum der Handel mit Schuldpositionen in dieser besonderen Situation nicht einfach ausgesetzt werden konnte.

Zukünftig soll es nach dem Ersteller des Berichts die Möglichkeit geben, Auktionen auszusetzen, sofern diese durch eine Unterbesicherung des Stablecoins DAI quasi ohne Gegenwert den Besitzer wechseln würden. Leerverkäufe zu 0 DAI wären dann nicht mehr möglich.

„MakerMan“ schlägt zudem vor, Auktionen auch auszusetzen, wenn zum Ende der Gebotsphase weniger als drei Gebote von zwei Einzelbietern abgesetzt wurden.

Zusätzlich hält er die Integration eines Dashboards für sinnvoll. Dieses soll den Status der Auktionen anzeigen und die Sicherheit einer Schuldposition transparent darstellen können.

Die Maker Foundation rief unmittelbar nach dem Crash erste Abstimmungen über das weitere Vorgehen in der Community ein und bezog Stellung zum Geschehen:

Fazit: „Schwarzer Donnerstag“ setzt Maker unter Druck – Nachbesserungen sind nötig

Der 12. März 2020 sorgte durch einen Crash der Kryptowährung Ether (ETH) für eine Unterdeckung de Stablecoins DAI. Dieser konnte den Gegenwert von einem US-Dollar nicht halten und war unterbesichert.

Offenbar nutzten mehrere Bots diesen Zustand aus und tätigten etliche Leerverkäufe auf der DeFi-Plattform des Maker-Ökosystems. Es entstand ein enormer Schaden und etwa 62.842 ETH wechselten für einen Gegenwert von 0 DAI den Besitzer.

Der Nutzer „MakerMan“ wertete die Ergebnisse nun in einem Bericht aus und veröffentlichte ihn im Internet. Der Bericht sammelt die wesentlichen Fakten und stellt die Ereignisse in einen zeitlichen Rahmen.

Dabei konzentriert sich „MakerMan“ insbesondere auf den „Schwarzen Donnerstag“ und vergleicht ihn mit Daten vor, während und nach dem genannten Tag.

Am Ende seines Reports fasst er seine Erkenntnisse zusammen und schlägt entsprechende Maßnahmen vor, um ein solches Ergebnis zukünftig zu vermeiden.

Die Maker Foundation selbst muss sich wohl demnächst vor Gericht für die Ereignisse verantworten. Vor allem die nicht vorhandenen Sicherheitsvorkehrungen sind Teil der Anklage.

Ein entsprechendes Anklageschreiben lässt sogar vermelden, dass einige Versäumnisse bereits eingeräumt wurden.

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