IOHK veröffentlicht Vorschläge an die Ethereum Classic Community

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Das Ethereum-Gründungsmitglied Charles Hoskinson ist nicht nur der Kopf hinter Cardano. Aufgrund seiner Vergangenheit äußert sich Hoskinson noch immer regelmäßig über Entwicklungen bei Ethereum und dessen Forks. Nach der jüngsten 51%-Attacke auf das Ethereum-Classic-Netzwerk hat Hoskinson über sein Unternehmen IOHK zwei grundlegende Verbesserungsvorschläge für das Netzwerk veröffentlicht. Mithilfe dieser Ansätze soll die Chain die herben Rückschläge seit des Angriffs überwinden können.

IOHK mit Vorschlägen für Ethereum Classic

Beim ersten Vorschlag handelt es sich um ein Checkpoint-System, welches dazu beitragen soll, dass Risiko entsprechender Angriffe zu reduzieren. Der zweite Vorschlag, die Einführung einer eigenen Finanzaufsicht im Netzwerk. Insbesondere letzterer Vorschlag hat für negative Kommentare aufseiten der Community gesorgt.

Allerdings sorgten bereits die jüngsten Angriffe für Zweifel am Fortbestand des Projekts. Allerdings gilt Hoskinson als ein Befürworter der ETC-Fork. Allerdings sieht der Gründer die Zukunft in einer dezentralisierten Finanzaufsicht. Dementsprechend lässt sich ableiten, dass die aktuelle Finanzierungsmethodik gescheitert ist. Untermalt wird dies durch die deutliche Aussage, dass der aktuelle Ansatz, der auf freiwilligen Interaktionen basiert, um somit das ETC-Ökosystem zu unterstützen, gescheitert ist.

Dass eine dezentrale Finanzverwaltung funktionieren kann, zeigt insbesondere Cardano. Doch auch andere Krypto-Projekte haben diesen Schritt gewagt und somit den Grundstein für eine unabhängige Forschung und Entwicklung geebnet. Allerdings gibt es im direkten Vergleich zu Ethereum Classic ein wichtiges Differenzierungsmerkmal, denn bei den meisten Projekten wird die Finanzverwaltung bereits zu Beginn eingeführt.

Community äußert Sorge hinsichtlich einer sinkenden Hash-Rate

Das bedeutet auch, dass sich die meisten Investoren und Anleger bei einem entsprechenden Projekt bereits zu Beginn auf diese grundlegende Funktion einstellen können. Bei ETC gab es dies dahingegen in der Vergangenheit nicht und alle Teilnehmer müssten die entsprechende Änderung akzeptieren oder das Netzwerk verlassen.

Die konkrete geäußerten Sorgen zeigen, dass die Teilnehmer in einem solchen Schock für das Netzwerk eine Gefahr für die Hash-Rate sehen. Sinkt diese drastisch, müsste sich das Netzwerk einem noch größeren Risiko stellen. In einem Statement machte Terry Culver, CEO von ETC Labs und einer der wichtigsten Individuen im gesamten ETC-Ökosystem, deutlich, dass ETC noch nicht vollends versagt habe.

„Eine Finanzverwaltung ist das wahre Zeichen für das Scheitern von ETC. Man kann eine dezentrale, öffentliche Blockchain nicht mit einem „Geldbaum“ aufbauen, von dem nur wenige profitieren. ETC Labs, die COOP und andere Mitglieder der Gemeinschaften werden alles tun, um das Netzwerk zu sichern.“ – Terry Culver, CEO von ETC Labs

Sollte es allerdings zu einer dezentralen Finanzverwaltung kommen, dann wären die Auswirkungen auf das Netzwerk womöglich desaströs. Immerhin sorgt ein Rückgang der Hash-Rate bei gleichbleibender Schwierigkeit für einen Rückgang der Blockabschlüsse. Im gleichen Zuge kommt es zu einer Reduktion der Belohnungen, welche die Miner für die geleistete Arbeit erhalten. Natürlich agieren alle Miner rational und basierend auf den besten Möglichkeiten. Sollte sich die Aussicht bei Ethereum Classic so drastisch reduzieren, dann müssten die Miner auf eine Adjustierung des Preises hoffen, um die Reduktion der Blockprämien auszugleichen.

IOHK-Vorschlag ist interessant aber keine wirkliche Alternative für ETC

Zum aktuellen Zeitpunkt liegt der Blockreward bei 3,2 ETC. Durch die vorgeschlagene Reduzierung um 20 %, erhielten die Miner nur noch 2,56 ETC. Die Differenz von 0,64 ETC würde nun in die Finanzverwaltung fließen. Wenn die Miner dies nicht möchten, können Sie sich auch für eine Vernichtung der Coins entscheiden.

Aus dem Vorschlag geht hervor, dass die erhaltenen Coins anschließend verteilt werden sollen. 10 % sollen fix für Gitcoin-Zuschüsse verwendet werden. Das restliche Kapital dient dahingegen zur Vergabe an Crypto-Projekte. Dabei soll die Community sich für drei unterschiedliche Projekte entschieden können. Die Projekte würde je 30 % der Einlagen bekommen.

Das ein solches Update erscheint, ist eher unwahrscheinlich. Auch Culver hat bereits angemerkt, dass ETC Labs zwar bereit sei, um mit dem IOHK an einer grundlegenden Verbesserung des Ökosystems zu arbeiten. Allerdings sei die Einführung einer dezentralen Finanzaufsicht abwegig und unwahrscheinlich.

„Wir unterstützten den Vorschlag der Finanzverwaltung nicht, da eine Steuer beim Mining das gesamte Netzwerk lahmlegen könnte. Wir würden von den Minern verlangen, 20 % weniger für ETC zu zahlen, wenn bereits das Mining anderer Netzwerke profitabler ist. Das wird sie in dem Moment vertreiben, in dem wir sie brauchen, die Hash-Rate senken und das Netz noch verwundbarer machen. Langfristig würde eine Finanzadministration im ETC-Netzwerk dazu beitragen, dass ETC zu einer privaten Blockchain mit zentralisierter Verwaltung und einem Monopol auf die Entscheidungsfindung avanciert.”

Laut Hoskinson sei allerdings das Checkpointing eine entsprechende Lösung, um den Rückgang der Hash-Rate zu unterbinden. Zwar streitet Hoskinson nicht ab, dass es zu einem kurzfristigen Rückgang kommen könnte, doch zeitgleich würde das Ökosystem an Attraktivität gewinnen und neue Wachstumsperspektiven bieten – die Miner kämen zurück.

Ein Hybridmodell könnte somit die perfekte Antwort auf die bestehenden Probleme sein. So gäbe es zusätzliche Zeit, um das Interesse und die Akzeptanz zu steigern. Im Endeffekt ließen sich Preissteigerungen von mehr als 20 Prozent erzielen – die Kompensation für die sinkenden Erträge der Miner.

Fazit: IOHK mit gutem aber unrealistischen Vorschlag

Der Angriff auf ETC hat das Netzwerk hart getroffen. Um überhaupt am Markt zu bleiben, müssen die Entwickler und Nutzer neue Wege gehen und die Sicherheit des Netzwerks steigern. Genau diesen Status Quo hat die IOHK genutzt, um einige Verbesserungsvorschläge zu veröffentlichen.

Einerseits handelt es sich um ein Checkpointing-System. Hierdurch soll die Sicherheit im gesamten Netzwerk steigen. Auf der anderen Seite gibt es den Vorschlag, eine Finanzaufsicht zu installieren und somit die Kontrolle über das Netzwerk zu dezentralisieren. Die Idee kommt bei der Community nicht sonderlich gut an, bietet jedoch Potenzial.

Aus meiner Sicht muss Ethereum Classic dringend neue Wege beschreiten, um überhaupt eine Rolle in der Zukunft einzunehmen. Sollte sich die Community gegen sämtliche Anpassungen widersetzen, könnte dies das mittel- bis langfristige Aus der Kryptowährung bedeuten.

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