IKEAs SolarVille: dezentralisierte Energieversorgung zum Anfassen

IKEAs Forschungslabor SPACE10 hat mit dem Projekt SolarVille einen Plan entwickelt, wie Gemeinden ihr eigenes Versorgungsnetzwerk für Solarenergie aufbauen können. Die Umsetzbarkeit ihrer Idee lässt sich bereits am Model im kleinen Maßstab überprüfen.

SPACE10 Projekt SolarVille
SPACE10 Projekt SolarVille @space10.io

SPACE10: Demokratisierung des Zugangs zu erneuerbaren Energien

Fossile Energie kann auf Dauer nicht das Hauptversorgungsmittel der Menschheit bleiben. Das liegt nicht nur daran, dass sie begrenzt sind, sondern auch an ihrem negativen Einfluss auf den Klimawandel. Saubere und erneuerbare Energiequellen sind die Lösung. Doch das Problem ist, dass sie noch lange nicht überall zugänglich ist. Besonders abgeschiedene und ärmere Regionen der Welt sind von den neuen Möglichkeiten ausgeschlossen.

Doch auch in entwickelten Ländern ist das Potenzial der erneuerbaren Energien noch lange nicht ausgeschöpft. Das allgemeine Problem sind die zentralisierten Energiesysteme. Sie sind zu langsam, kostspielig und sehr kompliziert, um eine breite Masse erreichen zu können. Daher setzt sich SPACE10 für ein dezentralisiertes System der Energieversorgung ein.

In Zusammenarbeit mit den Blockchain-Experten BLOC, Blocktech und WeMoveIdeas haben sie ein Konzept zur Lösung des Problems entwickelt. Ihre Antworte zeigen sie anschaulich mit ihrem SolarVille Projekt. Es zeigt, wie so ein dezentralisiertes System funktionieren kann. Das Konzept sieht vor, dass Haushalte ihre eigene erneuerbare Energie mit Sonnenkollektoren erzeugen. Den Überschuss können sie an andere Haushalte innerhalb der Gemeinde weiterverkaufen. Der Handel läuft dabei direkt vom Hersteller zum Endverbraucher über die Blockchain-Technologie.

Das SolarVille Modell beweist, dass es funktioniert

SPACE10 wollte seine Idee aus der Theorie in die Praxis umsetzten. Damit sollten Menschen spielerisch an das Thema herangeführt werden. Gleichzeitig sollte es zeigen, dass es sich bei der Idee nicht nur um reine Theorie handelt und tatsächlich bereits mit dem heutigen Stand der Technologie realisierbar ist. Dazu hat sich das Forschungsteam mit dem kleinen dänischen Architekturbüro SachsNottveit zusammengetan. Gemeinsam haben sie SolarVille im Maßstab 1:50 umgesetzt. Die kleinen Modellhäuser bestehen komplett aus Hartholz. Kleine LEDs an den Häusern zeigen, wie die Energie von Haus zu Haus weitergeleitet und gehandelt wird.

Die Gebäude und Strukturen wurden bewusst in unterschiedlichen Designs gewählt, um verschiedene Kulturen und Regionen widerzuspiegeln. Das soll vermitteln, dass SolarVille in jeder Stadt und jeder Region anwendbar ist. Die Modellstadt steht aktuell noch in Kopenhagen. Bald soll es auf Tour gehen, um auch in anderen Ländern vorgeführt zu werden.