Ethereum | Identitätsprüfung syrischer Flüchtlinge

Mit der Entwicklung der Blockchain-Technologie sprachen viele Entwickler davon, dass die Technologie einen weitreichenden Einfluss auf unser soziales System haben wird. Im Zuge des Syrienkonflikts haben Entwickler ein humanistisches Projekt aufgesetzt, welches auf der Blockchain-Technologie basiert und die Daten von syrischen Flüchtlingen sichern soll.

 

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Flagge von Syrien

 

Blockchain-Technologie für ein soziales Projekt

Als die Blockchain-Pioniere davon sprachen, dass die neue Technologie einen weitreichenden Einfluss auf das aktuelle soziale Gebilde haben wird, dann haben viele Skeptiker nicht an die Sicherung von Personendaten gedacht. Nachdem die syrische Regierung einen entsetzlichen Giftgas-Angriff auf dessen Einwohner veranlasst hat, haben viele Einwohner die Flucht aus dem Land ergriffen. Insbesondere Menschen, die die Flucht in den Jordan ergriffen haben, können nun an einem Projekt teilnehmen, welches deren Daten schützen soll. Das Projekt hört auf den Namen „Building Blocks“ und wurde von der UN im Rahmen des „World Food Programme“ (WFP) ins Leben gerufen. Neben der UN nehmen auch einige Industriepartner an der Entwicklung teil.

 

Syrier lassen altes Leben zurück

Wie der MIT Technology Review berichtet, fliehen immer mehr Syrier in das Azraq Flüchtlingslager. Diese jordanische Siedlung wird nun zur Heimat vieler Syrier, die ihrem alten angsterfüllten Leben entfliehen möchten und liegt in grenznähe. Nun werden die Neuankömmlinge zu einem Bestandteil eines Blockchain-Projekts, welches auf einer sogenannten „Fork“ der Ethereum-Blockchain basiert. Die Flüchtlinge gleichen die Hilfe des WFP-basierten Projekts durch tägliche Transaktionen an Verkäufer aus, indem sie die Blockchain-Technologie nutzen. Hierbei werden die persönlichen Daten gesichert und vor Missbrauch geschützt. Als eines der Beispiele führt der MIT Technology Review an, dass die Flüchtlinge, die einen jordanischen Supermarkt besuchen, lediglich mit einem Selfie bezahlen. Die als „EyePay“ bezeichnete Technologie scannt die Augen der jeweiligen Person und identifiziert diese somit. Der Vorteil daran ist, dass keinerlei persönlichen Daten geteilt werden und somit eine Verfolgung durch syrische Milizen vermieden wird.

 

Sozial und wirtschaftliche Vorteile

Die Vorteile dieses Ansatzes sind sowohl sozialer, als auch wirtschaftlicher Natur und können einen weitreichenden Einfluss auf das Leben kommender Generationen haben. Aus humanistischer Sicht können diese Menschen, die ihr bisheriges Leben hinter sich lassen mussten, eine Chance für einen Neustart in einem fremden Land wahrnehmen. Die Krise in Syrien sorgt dafür, dass die Menschen in einer Welt, in der viele Geschäftsmodelle auf der Erhebung von Kundendaten basieren, kaum eine Chance haben. Nun gibt die auf einer Blockchain basierende Technologie auch diesen Menschen eine Chance, indem eine Art digitale Identität geschaffen wird, welche in der Wirtschaft genutzt werden kann.

Der Architekt der Plattform, Houman Haddad, hofft, dass die Syrier durch den neuen Dienst am wirtschaftlichen Geschehen teilnehmen können. Zudem hat Building Blocks den typischen Ansatz der WFP, welcher in der Bereitstellung von Lebensmitteln besteht, komplett auf den Kopf gestellt. Vielmehr werden diese Menschen durch die Bereitstellung von finanziellen Mitteln dazu befähigt, am normalen Leben teilzunehmen. Zudem senkt der Blockchain-basierte Dienst die Kosten um bis zu 98 Prozent, sodass die Flüchtlinge mehr finanzielle Mittel für einen Neustart besitzen.