DAppNode | Dezentralisierung weiter gedacht

Dezentralisierung ist eine zentrale Frage, wenn es um Internet und Blockchain Technologie geht. Wie dezentralisiert ist die Welt bereits und wie viel ist noch möglich? DAppNode ist ein neues Projekt, mit dem Ziel eine ganz neue Definition von Dezentralisierung zu liefern.

 

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Das Problem

Die Blockchain-Technologie zeichnet sich durch einen Kernbegriff aus: Dezentralisierung. Vitalik Buterin beschrieb in “Meaning of Decentralization” treffend drei Formen der Dezentralisierung:

  1. Architektonisch: Ein System muss aus mehreren Geräten bestehen. Diese müssen so platziert sein, dass, falls eines oder mehrere Geräte ausfallen, nicht das ganze System zusammenbricht.
  2. Politisch: Das System darf nicht vollständig unter der Kontrolle von einer oder mehrerer Personen oder Gruppierungen sein.
  3. Logisch: Die Pflege der Datenbank und Funktionen des Systems werden nicht einheitlich vorgegeben, sondern entsteht durch Interaktion und Austausch innerhalb eines Netzwerks – Stichworte: Konsens und Schwarm-Intelligenz.

Die Blockchain Technologie erfüllt zwar diese Punkte. Doch auf den zweiten Blick ist die Dezentralisierung nicht perfekt:

  • Die Blockchain arbeitet mit Knoten, doch wer betreibt sie und wie viele gibt es?
  • Das Internet, der Zugang in die dezentralisierte Welt, ist selbst zentralisiert.

Das Team von DAppNode hat sich daher die Frage gestellt: Wie sinnvoll ist die Dezentralisierung, wenn sie in den Händen von zentralisierten Diensten liegt? Laut Angaben des Unternehmens gab es in den vergangen zwei Jahren zwischen 13.000 und 5.500 Bitcoin Nodes, die online waren. Das ist eine vergleichsweise niedrige Zahl im Vergleich zu der Menge an Nutzern und Transaktionen, die diese Knoten täglich verwenden. Auch bei Ethereum läuft es nicht viel besser. Der Großteil der Nutzer verwendet MetaMask und MyEtherWallet, sodass auch hier wieder ein Potential für Zentralisierung entsteht.

Was steckt hinter dem DAppNode Projekt?

DAppNode ist eine Software, die generell auf jeder beliebigen Hardware installiert werden kann. Am 03. Juli hat das DAppNode Team die Veröffentlichung der Alpha Version bekannt gegeben. Die Software ermöglicht es den Nutzern:

  • Zugang zu dApps, ohne den Weg über zentralisierte und anfällige VPS Clients
  • Hosten von eigenen Knoten
  • Erleichtert das Betreiben eines eigenen Servers
  • Zugriff auf eigenen Knoten teilen mit Freunden und Familie

DAppNode wird ähnlich wie ein App Store aufgebaut sein. Derzeit können Nutzer folgende dApps über die Software erreichen:

  • DAppNode
  • Giveth Leaderboard
  • MyCrypto
  • Aragon
  • GNOSIS multisig
  • ENS-Manager

Das Team erwartet in den nächsten Monaten, wenn sich das Projekt herumspricht, deutlich mehr dApps anbieten zu können. Für die nächste Zeit plant das Team außerdem die Einführung von SDKs, um die Arbeit von Entwicklern zu erleichtern. So sollen neue DApps leichter in das System integriert werden können. Neben dem Zugang zu dApps soll die Software auch über einen eigenen Webbrowser verfügen. Damit könnten Seiten zensurresistent, dauerhaft abrufbar und dezentralisiert erreichbar sein.

Da es sich hierbei wie bereits erwähnt um die Alpha Version handelt, hoffen sie, dass viele Menschen die Software installieren, um dann ihr Feedback und eventuelle Verbesserungsvorschläge abzugeben. Langfristig soll DAppNode ein sich selbst erhaltendes System, mit einer einzigartigen Peer-2-Peer-Economy sein und insbesondere eine echte Form der Dezentralisierung für seine Nutzer bieten.

DAppNode Team

Das Team von DAppNode besteht aus 5 Personen. Jordi Baylina ist der Ideengeber für das Projekt. Eduardo Antuña Díez ist der Projektleiter. DApp Lion ist Leiter der Front-End Entwicklung und Yalor ist für die Kommunikation zuständig. Als Berater für das Projekt tätig ist Griff Green. DAppNode wird durch Spenden finanziert. Dazu verwendet das Team Giveth Alpha, um die Spendengelder und deren Verwendung so transparent wie möglich darzustellen.