Blockchain am MIT: Digitale Diplome

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) will die Blockchain-Technologie in verstärktem Ausmaß nutzen, um eine neue Ära des digitalen Wandels möglich zu machen. Absolventen sollen digitalisierte Abschlüsse erhalten. Gleichzeitig sollen Studierende durch die Sicherheit und Anonymität der Blockchain mehr Autonomie und Hoheit über ihre Referenzen und Leistungsnachweise bekommen. Dezentrale Netzwerke eröffnen großes Potential für verschiedene Branchen.

 

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Digitale Diplome am MIT @learningmachine.com

 

Überblick: Potential der Blockchain für akademische Leistungsnachweise

Der Name Massachusetts Institute of Technology steht seit Gründung vor über 150 Jahren für Pionierleistungen in Forschung und Technologie. Das technische Potential der Blockchain wird seit 2017 in einem Pilotprojekt genutzt, um den digitalen Wandel voranzutreiben. Bislang wurden Referenzen und Abschlüsse in traditioneller Papierform herausgegeben. Intern wird im Institut bereits seit 2015 mit digitalen Zertifikaten experimentiert, bisher jedoch nicht mit offiziellen Leistungsnachweisen.

Bei Blockchain-Nutzung wird jede Transaktion beziehungsweise jeder Block separat verschlüsselt und aufgezeichnet. Anschließend wird sie dem vorherigen Block hinzugefügt, sodass eine sichere und transparente Timeline für jede Transaktion entsteht. Das Netzwerk basiert auf Konsens, weshalb jede Aufzeichnung von anderen Nutzern abgesegnet werden muss. Einmal entstandene Aufzeichnungen lassen sich nicht mehr revidieren oder modifizieren, da dies Auswirkungen auf die anderen Blöcke der Kette hätte. In der Folge entsteht ein sicheres und transparentes dezentrales Netzwerk, das Vorteile für die Aufzeichnung von Leistungsnachwesen und die Herausgabe von Studienabschlüssen verspricht – eben die Vorteile der Blockchain.

 

 

Pilotprogramm und Partnerschaft

Im Sommer 2017 erhielten 111 Absolventen ihre Abschlüsse neben dem regulären Papierformat über eine App. Dieses Pilotprojekt wurde durch eine Partnerschaft des MIT-Studierendensekretariats mit der Firma Learning Machine möglich. Das in Cambridge (Massachusetts) ansässige Unternehmen für Software-Entwicklung stellt die technische Infrastruktur für das Projekt zur Verfügung (Link zur CaseStudy). Ein wichtiger Bestandteil ist hierbei die Blockcerts-Wallet. Es handelt sich um eine App, die es den Studierenden ermöglicht, ihre Abschlüsse mit ausgewählten Empfängern zu teilen. Auch potentielle Arbeitgeber können auf diese Weise Einblick in die Studienleistungen erhalten. Die Unveränderbarkeit der Blockchain sorgt für die Sicherheit und Einzigartigkeit der Abschlüsse. Zudem ist der Identity Provider Touchstone in die App integriert.

 

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MIT: Freiheit und Autonomie für Studierende

Grundsätzlich sind digitale Leistungsnachweise kein vollständig neues Konzept. Die Blockchain-Technologie sorgt jedoch für bisher unbekannte Hoheit der Studierenden über ihre Studienleistungen. Sobald Leistungen erbracht wurden, sollen Studierende die Möglichkeit haben, diese zu sehen und zu teilen. Die ständige Verfügbarkeit der Aufzeichnungen und Abschlüsse ist die Neuerung. Wie der CEO und Mitgründer des Partners Learning Machine feststellt, können Blockchain-basierte Studienleistungen sogar die herausgebenden Institutionen überdauern. Selbst wenn das MIT oder Learning Machine nicht mehr existieren sollten, behalten die Aufzeichnungen ihre Gültigkeit.