Baseline integriert Microsoft und Google Spreadsheets

Baseline-Protokoll

Google Spreadsheets und Microsoft 365 sind nun Teil des Baseline-Protokolls. Dadurch soll überprüft werden, ob die gespeicherten Datensätze in Datenbanken mehrerer Entitäten die gleichen Werte enthalten. Dieser Schritt ermöglicht die Pflege konsistenter Daten in Kombination mit einer Enterprise Ressource Planning (ERP)-Lösung. Zu demonstrativen Zwecken hat Baseline ein Proof of Concept veröffentlicht, in dem das sogenannte „Baselining“ präsentiert wird. Im Zuge dessen gaben Microsoft, Ernst & Young und ConsenSys, die Entwickler des Baseline-Protokolls, weitere Details bekannt.

Baseline ermöglicht zentrale Prüfung der Datenintegrität

Das erst vor kurzem veröffentlichte Baseline-Protokoll wurde seitens seiner Entwickler um eine neue Funktionalität ergänzt. Baseline ist Teil des Ethereum OASIS Open Projects. In einem Proof of Concept ist anhand von Tabellenkalkulationsdaten bewiesen worden, dass das Protokoll die Datensätze mehrerer unabhängiger Datenbänke auf Korrektheit prüfen kann. Die Lösung ist in Zusammenarbeit mit den Blockchain-Unternehmen LimeChain und Provide entstanden. So können Unternehmen, die das Baseline-Protokoll einsetzen, ihre Google Sheets und Microsoft 365 Dokumente über eine zentrale Instanz prüfen.

Das Konzept des Baselinings sieht vor, dass sich Datensätze verschiedener Entitäten auf Integrität prüfen lassen, während die Daten selbst in den traditionellen Datenbanken der Unternehmen verbleiben. Demzufolge ist es nicht notwendig, die Daten auf einer Blockchain zu speichern. Die Verwendung der Distributed-Ledger-Technologie stellt die Konsistenz der Daten her. Von daher war es möglich, konsistente Daten zwischen einem ERP-System und einer einfachen Tabellenkalkulation in Google Sheets oder Microsoft Excel herzustellen. Ähnliche Konzepte gab es vor kurzem auch in Verbindung mit dem SAP ERP-System und Dynamics 365.

Das Baseline-Protokoll in der Praxis

Baseline könnte die Synchronisierung zwischen Aufzeichnungssystemen und Datenbanken sicherstellen und dabei die Technologie des Distributed Ledgers verwenden. Baseline agiert in gewisser Weise als Integrationsschicht und richtet sowohl an Klein- und Großunternehmen gleichermaßen. Die Blockchain wiederum enthält – wie zuvor erwähnt – nicht die Daten, sondern vielmehr die Ereignisse und Informationen der Synchronisierungsprozesse. Über APIs findet die Kommunikation zwischen Anwendungsprogrammen und den Ausführungssystemen statt. Die Herausforderung, diese Daten konsistent zu synchronisieren, ist den Unternehmen nun offenbar erfolgreich gelungen.

“Unsere Erkenntnis war, dass viele kleinere Unternehmen immer noch Tabellenkalkulationen verwenden, um den Überblick über ihre Verträge und Bestellungen zu behalten” – George Spasov, Mitgründer von LimeChain

Das steckt hinter dem Baseline-Protokoll

Erst im März dieses Jahres gaben die drei Unternehmen Microsoft, Ernst & Young und ConsenSys die Veröffentlichung des Baseline-Protokolls bekannt. Baseline ist eine Art Plattform auf Basis von Ethereum, welche Smart Contracts und Tokenisierung unterstützt. Die drei Gründer bekamen bei der Konzeption des Protokolls weitere Unterstützung von Kryptopionieren, wie Chainlink, MakerDAO und Unibright. Das Baseline-Protokoll erinnert in vielen Punkten an die von JP Morgan entwickelte Blockchain-Infrastruktur Quorum. Ein wesentlicher Einsatzzweck von Baseline ist zudem die Finanzbranche und die Integration in das Unternehmensumfeld.

Baseline ist so konzipiert, dass es in gewisser Weise Funktionalitäten von ERP-Systemen abbilden kann. So kann beispielsweise ein Geschäftsvorfall, wie eine Bestellung oder Lieferung, in Form eines Tokens auf der Baseline-Plattform abgebildet werden. Selbst ganze Lieferketten lassen sich tokenisieren. Das Ziel von Baseline ist demnach die Integration in die Unternehmensprozesse.  Von Haus aus bringt das Protokoll neben Smart Contracts und der Tokenisierung viele weitere Funktionen mit. Dazu gehören zum Beispiel die Off-Chain-Speicherung von Daten, ein dezentrales Identitätsmanagement und einen Zero-Knowledge-Beweis.

EY als Vorantreiber

Mit Baseline treibt die große Unternehmensberatung und Wirtschaftsprüfung Ernst & Young seine Blockchain-Aktivitäten voran. Die Lösung stellt eine kostengünstige Alternative auf dem Ethereum Mainnet für Unternehmen dar, die keine teuren Automatisierungssysteme bezahlen können. Gleichzeitig ist mit der Ethereum-Plattform eine sichere Infrastruktur geboten, die einen sicheren, verifizierten Datenaustausch garantiert. Paul Brody, CEO der Blockchain-Sparte von EY, bezeichnet diesen Schritt wie folgt:

In den letzten zwei Jahren hat EY den Stand der Technik für private, sichere Transaktionen auf öffentlichen Blockchains vorangetrieben. Diese Initiative baut auf dieser Grundlage auf und beginnt damit, Lücken wie Unternehmensverzeichnisse und private Geschäftslogik zu füllen, damit Unternehmen in der Lage sind, End-to-End-Prozesse wie die Beschaffung mit starker Privatsphäre durchzuführen.

Fazit: Baseline liefert weitere Argumente für den Einsatz im Unternehmensumfeld

Das von Microsoft, Ernst & Young und ConsenSys entwickelte Baseline-Protokoll ermöglicht die Sicherstellung der Datenintegrität zwischen verschiedenen Entitäten. Auf Basis der Ethereum-Plattform und mithilfe der Distributed-Ledger-Technologie haben die Entwickler eine effiziente Möglichkeit geschaffen, Datensätze auch ohne teure Automatisierungs- und Steuerungslösung konsistent zu synchronisieren.

Nun wurde in einem Proof of Concept dargestellt, wie dies in der Praxis geschieht. Die Unternehmen LimeChain und Provide haben es geschafft, Microsoft 365 und Google Spreadsheets über Schnittstellen so anzubinden, dass die Datenintegrität über das Baseline-Protokoll sichergestellt wird. Die Daten müssen dafür nicht einmal auf der Blockchain liegen, sondern können in den traditionellen Datenbanken verbleiben.

Damit liefert das erst vor wenigen Wochen veröffentlichte Baseline-Protokoll weitere Argumente in Unternehmen eingesetzt zu werden. Es bleibt spannend, ob sich in Zukunft weitere Features in das Protokoll integrieren lassen, die für einen Unternehmenseinsatz sprechen.

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