Was ist Anchor Protocol?

Bei der Kryptowährung Anchor Protocol handelt es sich um ein Kredit- und Darlehensprotokoll, mithilfe dessen Anleger eine Rendite von bis zu 19,5 % auf Stablecoins generieren können.

Das Ziel von Anchor Protocol besteht darin, dass Kreditgeber ihre UST hinterlegen und dadurch lukrative Renditen auf ihr Investment erzielen können, während gleichzeitig die Volatilität niedrig gehalten werden soll

Was ist Anchor Protokol Titelbild

Die Kreditnehmer sollen ihre Sicherheiten in LUNA zu produktiven Vermögenswerten machen können, ohne die Kontrolle darüber abtreten zu müssen. Dementsprechend soll diese hochrentable Anlagemöglichkeit dafür sorgen, dass die Nachfrage nach UST und die Anwendung des Terra-Projekts steigt.

Die wichtigsten Eigenschaften von Anchor Protocol im Überblick

Das Anchor Protocol soll mittels renditestarker Anlagemöglichkeit bei gleichzeitig niedriger Volatilität dafür Sorge tragen, dass die Nachfrage nach UST gesteigert wird. Hierdurch soll die Akzeptanz des Stablecoins UST steigen, wovon das Terra-Projekt profitieren soll.

Denn die Gründer von Terra haben das Anchor Protocol entwickelt. Hierbei handelt es sich um ein südkoreanisches Fintech-Unternehmen namens Terraform Labs, welches von Daniel Shin und Do Kwon im Jahr 2021 gegründet wurde.

Dabei steht das Unternehmen auch hinter der Terra-Layer-One-Blockchain. Diese hat sich mit einem Wachstum von 17.000 % bis 2021 äußerst positiv entwickelt. Das Gründerteam zeichnet sich dadurch aus, dass es bereits vorher in leitender Position an großen Projekten beteiligt war.

Terraform Labs konnte bereits 150 Millionen US-Dollar von einigen großen Krypto-Investoren erhalten: Pantera Capital, Arrington XRP Capital, BlockTower Capital und Galaxy Digital.

Name Anchor Protocol
Kürzel ANC
Marketcap
Rang
Gründung 2021
Gründer Daniel Shin und Do Kwon
ICO 2022
Blockchain/Standard Terra Blockchain und Ethereum
Status Online
Website https://anchorprotocol.com/
Whitepaper Ja, Whitepaper

*(Stand heute)

Wie funktioniert Anchor Protocol?

Auf der Anchor-Plattform können Nutzer ihre Stablecoins hinterlegen. Hierfür erhalten diese eine Rendite von etwa 20 %. Die Stablecoins werden anschließend von der Plattform gebündelt und an Kreditnehmer verliehen.

Den Kredit müssen die Kreditnehmer sichern, indem sie ihre sogenannten bAssets auf der Plattform hinterlegen. Bei einem bAsset handelt es sich um einen Token, welcher im Proof-of-Stake-Konsensverfahren den Eigentumsnachweis für ein „Staked Asset“ darstellt.

Der Inhaber dieses Vermögenswerts erhält Blockrewards, wobei bAssets fungibel und transportierbar sind. Das bedeutet, dass Blockrewards verdient werden können, ohne die Liquidität der Vermögenswerte zu verlieren.

Die mit den eingesetzten Vermögenswerten erzielten Belohnungen tragen dazu bei, die Renditen für die Geldgeber im Netzwerk zu steigern. Angesichts der Volatilität von bAssets sind Kreditnehmer jedoch gezwungen, ihre Kredite übermäßig zu besichern.

Fällt die Beleihungsquote unter einen bestimmten Prozentsatz, verkauft Anchor die Vermögenswerte, um den Kredit zurückzuzahlen. Zur Berechnung der Zinssätze für Geldgeber und Kreditnehmer wird ein automatischer Zinsalgorithmus verwendet, welcher auf der Nachfrage nach Krediten und der Verfügbarkeit basiert.

Der Grundstein dieses Algorithmus ist der Auslastungsgrad des Terra-Pools. Das Anchor Protocol nimmt nur Einlagen an und gewährt Kredite in einem Stablecoin, dem TerraUSD (UST).

Zudem werden auf der Plattform nur zwei bAssets als Sicherheiten für die Kredite akzeptiert: gebundenes ETH (bETH) und gebundenes LUNA (bLuna).

Logo Bonded ETH bETH

Welches Problem adressiert Anchor Protocol?

Anchor Protocol widmet sich gleich mehreren Problemen, mit denen sich Nutzer in den Bereichen dezentrale und zentrale Finanzen auseinandersetzen müssen.

Oftmals sind Netzwerke sehr komplex aufgebaut, sodass neue Nutzer sich nur schwer zurechtfinden und eine recht lange Einarbeitungszeit benötigen. Ein weiteres großes Problem am Kryptomarkt besteht darin, dass es sich um risikoreiche Investments mit großen Kursschwankungen handelt.

Zudem gibt es DeFi-Kreditprotokolle, die über keine ausreichenden Sicherheitsmaßnahmen verfügen, da keine Stablecoins als Sicherheiten hinterlegt werden.

Wer einen Kredit über das traditionelle Finanzsystem erhalten möchte, der steht gleich vor mehreren Hürden. Denn er benötigt hierfür eine entsprechende Bonität, um kreditwürdig zu sein.

Trotzdem kann der Kredit ohne eine Angabe von Gründen abgelehnt werden, sodass man nicht einmal weiß, weshalb man abgelehnt wurde. Weitere Nachteile bei Nutzung des herkömmlichen Finanzwesens sind verspätete Zahlungen und der hohe Zeitaufwand.

Denn bei der Kreditaufnahme bei traditionellen Kreditgebern müssen zuerst viele Informationen angegeben und anschließend auf die Freigabe der Gelder gewartet werden.

Wie soll das Problem gelöst werden?

Das Problem der kompliziert zu nutzenden Netzwerke möchte Anchor Protocol dadurch lösen, dass das eigene Netzwerk möglichst benutzerfreundlich ausgerichtet ist.

Daher wird keine Anmeldung benötigt. Es muss nur eine Wallet angeschlossen werden, damit die zur Verfügung stehenden Funktionen und Services genutzt werden können. Zudem können die Nutzer dieses Systems Stablecoins für „Stakable Assets“ verleihen.

Das Ziel von Anchor Protocol ist es dabei, den Nutzern eine attraktive Rendite zu ermöglichen, ohne der am Kryptomarkt üblicherweise hohen Volatilität ausgesetzt zu sein. Denn im Gegensatz zu anderen Projekten werden Stablecoins als Sicherheit verwendet.

Die angesprochenen Probleme der traditionellen Kreditvergabe werden dadurch gelöst, dass die Kreditnehmer, welche einen Kredit über das eigene Netzwerk aufnehmen möchten, lediglich die Anforderungen an die Besicherung erfüllen müssen.

Verspätete Auszahlungen gibt es hier ebenfalls nicht. Sobald die Anforderungen des Protokolls hinsichtlich der Besicherung des Kredits erfüllt sind, werden die Finanzmittel freigegeben.

Potenzial und Chancen von Anchor Protocol

Anchor Protocol verfügt über ein großes Potenzial, da es gleich mehrere Probleme angeht. Dabei betreffen die Problemstellungen, welche diese Kryptowährung lösen möchte, nicht nur den Kryptomarkt, sondern auch das traditionelle Kreditvergabesystem.

Sollte es Anchor Protocol gelingen, diese Probleme langfristig zu beseitigen, dann könnte der Kurs deutlich ansteigen. Denn im Kreditwesen werden Milliarden umgesetzt.

Wenn man hier auch nur einen Teil dieses milliardenschweren Markts für sich gewinnen kann, dann könnte sich eine Investition in diese Kryptowährung als äußerst lukrativ herausstellen.

Risiken und Herausforderungen

Eine Investition in Vermögenswerte geht immer mit gewissen Risiken einher. Diese Aussage trifft insbesondere auf Kryptowährungen zu, welche als noch junge Anlageklasse über große Risiken und eine hohe Volatilität verfügen.

Sieht man sich den Kurs von Anchor Protocol an, dann fällt auf, dass dieser nicht nur sehr volatil war, sondern auch in kürzester Zeit extrem gefallen ist. Denn es gibt zwei große Probleme.

Es handelt sich bei UST um einen algorithmischen Stablecoin. Das bedeutet, dass ein Algorithmus den Stablecoin UST an den US-Dollar gebunden hat, es wurden keine echten Dollar in einer Bank hinterlegt.

Das zweite Problem betrifft die hohe Rendite. Dabei hat Anchor Protocol eine sogenannte „Renditereserve“ eingesetzt, welche Fehlbeträge ausgleichen sollte. Wenn die Mittel für den hohen Zinssatz also nicht reichten, dann sollte diese Reserve zum Einsatz kommen.

Dieses Vorgehen ist im Kryptobereich nicht unüblich. Allerdings kamen aufgrund der hohen Attraktivität in kurzer Zeit sehr viele neue Nutzer hinzu, sodass das System zusammenbrach. Dementsprechend ist Anchor Protocol heute kaum noch etwas wert.

Zudem ist Anfang Mai 2022 das Worst-Case-Szenario für UST eingetreten, denn der Terra-Stablecoin verlor seine Bindung an den US-Dollar. Doch nicht nur das, das komplette Terra-Ökosystem brach zusammen und es wurde ein neuer LUNA-Coin ausgegeben.

Der UST verschwand mittlerweile im Nirwana und er verdichten sich die Gerüchte, dass dieser Zusammenbruch alles andere als zufällig passiert ist. Die Zeit wird zeigen, warum es wirklich zu diesem Vorfall kam.

Anchor Protocol Token-Ökonomie

Der Token von Anchor Protocol ist auf 1 Milliarde begrenzt. Insgesamt befinden sich 222 Millionen Coins im Umlauf. Der Coin kann auf folgenden bekannten Kryptobörsen erworben werden:

  • KuCoin
  • Binance
  • Gate.io
  • Mandala Exchange
  • OKX

Weitere Informationen bezüglich der Token-Ökonomie von Anchor Protocol haben wir dir in der folgenden Tabelle zusammengestellt:

Anzahl Coins
Max. Coins
Allokation Coins 40 % werden als Anreize für Kreditnehmer

20 % gehen an die Investoren

10 % ans Team

10  % werden als Belohnungen für Luna-Staking vergeben,

10 % gehen an den Community-Fonds,

5 % werden für Airdrops und weitere

5 % für die Liquidität des Coins ausgegeben

Handelsvolumen
Marktdominanz 0,00 %
Distanz zum ATH

* Stand heute

Warum ist die Kryptowährung Anchor Protocol etwas wert?

Die Kryptowährung Anchor Protocol ist deshalb etwas wert, weil gleich mehrere große Probleme gelöst werden sollen. Diese betreffen dabei nicht nur den Kryptomarkt, sondern auch das traditionelle Kreditwesen.

Wenn es Anchor Protocol gelingen sollte, die herkömmliche Kreditvergabe zu revolutionieren, dann könnte man sich eventuell Marktanteile eines milliardenschweren Marktes sichern.

Selbst geringe Marktanteile würden dann zu hohen Renditen für die Investoren führen. Zudem können Nutzer dem Netzwerk unkompliziert und ohne Anmeldung beitreten. Es winkt eine Rendite von rund 20 %, was ebenfalls äußerst attraktiv ist.

Dabei wird nicht wie im traditionellen Kreditwesen erst eine Bonitätsprüfung durchgeführt. Kreditnehmer erhalten den Kredit sofort ausgezahlt, sofern sie die Sicherungsanforderungen des Protokolls erfüllen.

Anchor Protocol Allokation zum ICO

Im Jahr 2022 erfolgte das ICO des ANC Token. Dabei wurden 40 % der Coins als Anreize für die Kreditnehmer ausgegeben. Ein Fünftel der Token ging an die Anleger und 10 % ans Team.

Als Belohnung für Luna-Staking wurden 10 % der Token ausgegeben. Weitere 10 % gingen an den Community-Fonds. Jeweils 5 % wurden für Airdrops und ANC-Liquidität ausgegeben.

Technische Parameter von Anchor Protocol

Bei ANC handelt es sich um den nativen Governance-Token des Protokolls, welcher gestakt werden kann, um Stimmrechte zu erhalten. Mit diesen Stimmrechten kann Einfluss auf die zukünftige Entwicklung von Anchor Protocol genommen werden.

Konsensus Protokoll Proof-of-Stake (PoS)
Konsensus Algorithmus Proof-of-Stake (PoS)
Blockzeit /
Programmiersprache TypeScript, JavaScript, Python, HCL, Rust
Developer Guidelines Ja

Sicherheit des Netzwerks von Anchor Protocol

Die Grundlage von Anchor ist die Terra-Blockchain, eine Layer-1-Blockchain, welche einen delegierten Proof-of-Stake-Konsensmechanismus auf Basis von Tendermint verwendet.

Die Inhaber von LUNA-Token können entweder selbst Token einsetzen, um das Netzwerk zu sichern, oder ihre Token an andere Validierer übertragen.

Insgesamt wurde die Plattform dreimal von Cryptonics und Solidified geprüft und als sicher erachtet. Es werden Belohnungen in Höhe von 500 bis 150.000 US-Dollar für das Finden von Programmierfehlern geboten, um die Sicherheit zu verbessern.

Anchor Protocol Kooperationen

Man ist unter anderem eine Partnerschaft mit BENQI eingegangen. Dabei handelt es sich um ein dezentrales Finanzmarktprotokoll, welches auf Avalanche aufbaut.

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wird Anchor Protocol exklusiv BENQIs liquiden Staking-Token, sAVAX, für bestimmte Einsatzzwecke verwenden. So wird unter anderem den Nutzern von Avalanche ermöglicht, am Terra-Ökosystem teilzunehmen.

Anchor Protocol Konkurrenz

Es existieren mehrere Anbieter, die ebenfalls hohe Renditen bei der Hinterlegung von Stablecoins ermöglichen. Hierzu gehört unter anderem die große und bekannte Kryptobörse namens Crypto.com, welche eine Rendite von bis zu 10 % ermöglicht. Bei Aqru und Nexo können Anleger sogar eine Rendite von bis zu 12 % erwirtschaften.

Fazit

Das Unternehmen Terraform Labs ist mit dem Terra-Projekt und dem dahinterstehenden Ökosystem mit einer guten Idee und großen Ambitionen gestartet. Nun sind die zugrunde liegenden Coins, darunter ANC, aber extrem stark gefallen.

Letztlich ist das komplette Terra-Ökosystem zusammengebrochen. Zwar wurden diverse Rettungsversuche unternommen, doch insgesamt wurden Milliarden an Geldern vernichtet. Anleger, die ihr Vertrauen in dieses Projekt gesteckt haben, haben somit eine große Menge an Kapital verloren.

Allerdings gibt es Pläne des Gründers Do Kwon Terra wiederzubeleben und der Preis von ANC konnte kurzfristig wieder anziehen. Es bleibt daher abzuwarten, wie sich die Kryptowährung entwickelt, allerdings ist eine Investition in diesen Coin mit extremen Risiken behaftet.

Zudem ist fraglich, ob jemals wieder das Vertrauen von Investoren zurückgewonnen werden kann.

Autor
Autor & Editor

Mathias ist Krypto-Enthusiast seit 2017. Begonnen hat die Krypto-Reise mit Airdrops verschiedenster Projekte. Nach und nach tauchte Mathias immer tiefer in die Thematik rund um Kryptowährungen und die Blockchain ein. Er liebt es, über die verschiedenen Projekte zu recherchieren und zu schreiben. Dass BTC, ETH & Co. die Zukunft gehört, steht für ihn außer Frage. Absolutes Lieblingsprojekt: XYO

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