UEFA verkauft eine Million EM-Tickets über die Blockchain

UEFA verkauft EM-Tickets auf der Blockchain

Für Fußballfans steht wieder ein besonderes Jahr vor der Tür. Immerhin findet in diesem Jahr die Europameisterschaft statt. Auch die UEFA nutzt dieses Event und veröffentlicht eine neue App für den Verkauf von Tickets. Dabei basiert diese App auf der Blockchain-Technologie, welche für die meisten Anwender ein Synonym für Kryptowährungen wie Bitcoin ist. Insgesamt möchte die UEFA über das neue Bezahlsystem mehr als eine Million Tickets verkaufen. Vor allem der Ticketschwarzmarkt – dieser ist ein Ärgernis für die Veranstalter und Fans – soll durch die neue Maßnahme an Fahrt verlieren.

UEFA bringt EM-Tickets auf die Blockchain

Der internationale Profifußball ist bereits seit längerer Zeit kein Nischenmarkt mehr. Vielmehr hat sich die gesamte Branche professionalisiert. Dementsprechend groß ist auch die Nachfrage nach EM-Tickets. Laut Angaben der UEFA handelt es sich die womöglich größte Europameisterschaft der Geschichte – die Ticketnachfrage deutet dies bereits an. Diese Chance möchte die Fußballorganisation nutzen und eine engere Bindung zu den Fans und Zuschauern aufbauen.

Als eine Maßnahme zur Verbesserung des gesamten Fanerlebnisses hat die UEFA nun ein blockchainbasiertes Ticketsystem eingeführt. Mithilfe dieses mobilen Systems können die Fans reibungslos die Stadien betreten. Dabei profitieren die Zuschauer von mehr Sicherheit im Zahlungsverlauf sowie bei der Nutzung der Tickets.

Laut den Angaben der Betreiber sorgt das moderne Ticketsystem für eine sichere Verteilung der Karten. Außerdem verhindert die integrierte Blockchain das Replizieren und Duplizieren der teuren Eintrittskarten. Die QR-Codes der Eintrittskarten aktivieren sich über Bluetooth, sobald sich der Besucher in der unmittelbaren Nähe des Stadions befindet.

Pilottest für Blockchain-Tickets war ein Erfolg

Das mobile Ticketprojekte für die UEFA EURO 2020 basiert auf dem erfolgreichen Pilottest im Rahmen der UEFA Nations League im Juni 2019 auf. Hier vertrieb der Veranstalter über 110.000 Tickets – rund 80 Prozent der verfügbaren Karten – über das gleiche System. Die Karten für die vier Spiele erhielten die Nutzer auf ihre Mobiltelefone. Im Nachhinein lässt sich sagen, dass der gesamte Ablauf für die Betreiber ein Erfolg war.

Nun erhalten auch die Käufer von EM-Tickets, welche bereits die Verkaufsphase im Dezember 2019 nutzten, die Tickets als mobile Ausführung. Hierfür müssen die Käufer die UEFA EURO 2020-App für mobile Tickets verwenden. Gemäß den Angaben der Entwickler soll diese ab Ende Mai 2020 für Android- und iOS-Geräte zur Verfügung stehen. Die erworbenen Eintrittskarten finden die Käufer spätestens sieben Tage vor dem Spiel auf ihren Endgerät vor. Insgesamt sollen in den geplanten 51 Spielen rund eine Million mobile Eintrittskarten in die Nutzerkonten der Zuschauer gebucht werden.

Mobile EM-Tickets mit Vorzügen

Bereits heute lässt sich sagen, dass die anstehende Europameisterschaft mit 28,3 Millionen Ticketanfragen die höchste Nachfrage in der Geschichte des Wettbewerbs aufweist. Dementsprechend groß ist auch der organisatorische Aufwand für die Betreiber. Aus diesem Grund stellt das blockchainbasierte System auch eine relevante Optimierung dar. Immerhin versorgt das mobile System Zuschauer aus mehr als 200 Ländern mit Eintrittskarten.

Außerdem zahlt das mobile System auf die Nachhaltigkeitsziele der UEFA ein. Diese spart mehr als eine Million Papierkarten ein und reduziert somit den Papierkonsum erheblich.

Auch die Fans profitieren von einem verbesserten Erlebnis. Durch die Transferfunktion der App lassen sich die Eintrittskarten problemlos an andere Gäste übertragen, welche ebenfalls ins Stadion wollen. Auch die mobile Auswertung ist eine Erleichterung für Zuschauer und Sicherheitspersonal.

Mobile Systeme ermöglichen neue Vertriebsansätze

Des Weiteren können die Betreiber durch den Einsatz des blockchainbasierten Systems neue Funktionen nutzen. So lassen sich Karten für spätere Spiele bereits jetzt erwerben. Sollte das eigene Team vorzeitig aus dem Wettbewerb fliegen, so kommt es allerdings nicht zur Abwicklung der entsprechenden Transaktion.

Zusätzlich verbessert sich die gesamte Distribution der Tickets – die Zuschauer müssen keine langen Wartezeiten an Vorverkaufsstellen durchleben. Nach dem Kauf und dem anschließenden Download des Tickets müssen die Fans lediglich Bluetooth aktivieren, sobald sie sich dem Stadion nähern. Anschließend aktivieren sich die Eintrittskarten eigenständig. Außerdem ergibt sich ein weiterer wichtiger Vorteil in Bezug auf den Schwarzhandel von Eintrittskarten. In der Vergangenheit kam es regelmäßig vor, dass Zwischenhändler große Kartenbestände erwarben, um diese anschließend teurer zu veräußern. Durch die blockchainbasierte Abwicklung ist dies nicht mehr möglich. Folglich können alle Nutzer das Ticket zum festgelegten Preis erwerben.

Fazit: Einsatz der Blockchain bei den EM-Tickets

Die UEFA hat mehr als eine Million Eintrittskarten für die diesjährige Europameisterschaft auf die Blockchain gebracht. Im ersten Schritt mag dieser Schritt etwas komisch wirken. Allerdings zeigen die Erfahrungen der Nations League, dass die Kunden den Service gut angenommen haben.

Durch die Speicherung der Tickets auf der Blockchain lassen sich zahlreiche Vorteile wie frühzeitige Buchungen, Unterbindung von illegalen Ticketverkäufen und umfangreiche Einlasskontrollen nachhaltig verbessern. Aus meiner Sicht ist das mobile Ticketsystem der UEFA vielversprechend. Sollte sich der Einsatz bei der EURO 2020 als Erfolg herausstellen, so ist ein Einsatz im klassischen Liga-Alltag sowie im Rahmen der Champions League aus meiner Sicht wahrscheinlich.

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