Norwegen intensiviert Tests für CBDC

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Norwegen intensiviert seine Bemühungen, eine digitale Landeswährung in Form von CBDC Realität werden zu lassen.

Nach jahrelanger Forschung möchte die Zentralbank Norwegens nun in den kommenden zwei Jahren ihre eigene Central Bank Digital Currency CDBC zum Leben erwecken.

Während dieser zwei Jahre sollen weitere verschiedene technische Lösungen getestet werden. Norwegen übernimmt damit eine Vorreiterrolle in Europa.

Norwegen mit erster CBDC in Europa?

Die Norges Bank, die Zentralbank in Norwegen, verkündete am Freitag offiziell, innerhalb der nächsten zwei Jahre intensiv diverse technischen Lösungen für die Realisierung von digitalem Zentralbankgeld zu testen.

Dieser Schritt geschieht auf Empfehlung einer internen Arbeitsgruppe.

Die Arbeitsgruppe ist der Meinung, dass die Motivation für die Erforschung von CBDCs gestärkt wurde. Viele Zentralbanken sind dabei, ähnliche Forschungen durchzuführen, und einige haben bereits mit technischen Tests begonnen.

Laut der Ankündigung befindet sich die Norges Bank bereits seit vier Jahren in der Forschung des digitalen Zentralbankgeldes.

Der Chef der norwegischen Notenbank, Øystein Olsen, schien in der Vergangenheit nicht so sehr an der Entwicklung von CBDCs interessiert zu sein. Gemäß einer Erklärung vom Juni 2019 hieß es, dass diese „komplexe Fragen aufwerfen“.

Doch bereits damals gab er zu verstehen, dass weitere Untersuchungen und Test durchzuführen sind.

Sie sollen aufzeigen, ob „die Förderung eines sicheren und effektiven Zahlungssystems“ angemessen und „ein anhaltendes Vertrauen in das Währungssystem gewährleistet“ ist.

Zwei Jahre später scheint die Skepsis und Vorsicht etwas verflogen zu sein. Und scheinbar haben die Forschungen Brauchbares ergeben, um weitere Tests zu legitimieren.

Das Zentralbankgeld bietet dem Zahlungssystem eine Reihe wichtiger Eigenschaften, die durch die Ausgabe eines CBDC beibehalten und weiterentwickelt werden sollten. Zusätzliches Hintergrundwissen ist notwendig, um entscheiden zu können, ob die Ausgabe eines CBDC sinnvoll ist.

Øystein Olsen

Gouverneur der norwegischen Zentralbank

Quelle: Norges Bank

Bargeldloses Leben im Land der Fjorde und Trolle

Norwegen veranlasste die Forschungen für eine digitale Zentralbankwährung aufgrund eines extremen Rückgangs der Nutzung von Bargeld.

Wie bereits berichtet, nutzen die Norweger kaum noch physisches Fiatgeld. Lediglich 4 Prozent aller Transaktionen in norwegischen Kronen finden in Form von Münzen und Banknoten statt.

Die Adaption eines digitalen Pendants zur bisherigen Landeswährung würde vermutlich vergleichsweise reibungslos ablaufen.

Die Bevölkerung Norwegens ist ohnehin an Geld in elektronischer Form gewöhnt.

Übrigens gilt das skandinavische Land als das bargeldloseste der Welt, dicht gefolgt von seinem Nachbarn Schweden.

Die Schweden sind es auch, die bereits ab 2023 zu 100 % auf Bargeld verzichten wollen.

Bank veröffentlicht CBDC Bericht

Die Bank veröffentlichte auch ein CBDC Dokument über ihre bereits beendete dritte Erprobungsphase und bat um Feedback bis zum 25. Juni 2021.

Die vierte technische Forschungs- und Erprobungsphase dauert voraussichtlich bis zu 24 Monate.

Danach soll die favorisierte Lösung in die Umsetzung gehen. In der Zwischenzeit kommt es möglicherweise auch zu gesetzlichen Änderungen.

Der Bericht der Norges Bank hob zwei potenzielle technische Richtungen hervor. Erstens die Lösung als Ledger-basiertes, tokenisiertes Geld.

Blockchain und DLT fanden zwar keine gesonderte Erwähnung, dennoch waren Gemeinsamkeiten mit Kryptowährungen zu sehen.

Der alternative Weg ist eine kontobasierte Lösung, die Ähnlichkeiten mit E-Geld aufweist.

Gleichwohl, welche Lösung final die Wahl gewinnt, die Bank betonte die Notwendigkeit, „DLT-konform“ zu sein. Außerdem besteht ein starkes Interesse an programmierbarem Geld.

Insgesamt hat Norwegen allerdings keine Eile, schnellstmöglich eine E-Währung einführen zu müssen.

Da ohnehin 96 Prozent aller Zahlungen bargeldlos funktionieren, kann das Land weiterhin an der für sie besten Lösung forschen und testen.

Folglich steht noch gar nicht fest, ob am Ende der Testphase bereits eine CBDC entwickelt wird oder weiterhin Zeit bis zur finalen Einführung verstreicht.

Digital Currency

Weltweite Bemühungen für CBDCs steigen

Länder auf der ganzen Welt verstärken ihre Bemühungen, nationale digitale Währungen zu entwickeln.

Anfang dieser Woche gab die Bank of England offiziell den Beginn vorläufiger CBDC-Studien bekannt, die zur Schaffung eines digitalen Pfunds – dem ‘Britcoin’ – führen könnten. Auch Japan beginnt in Q2 2021 mit einer Testphase bezüglich CBDCs.

Bereits seit Beginn des Jahres arbeitet Schweden an einem Pilotprojekt für die digitale Version der Krone.

Erst Anfang April veröffentlichte die schwedische Zentralbank ihren Bericht über die Ergebnisse der 1. Projektphase.

Demnach sagte die Riksbank, dass die neue CBDC-Technologie weiter untersucht werden muss, wobei die Skalierbarkeit einen großen Schwachpunkt darstellt.

Die in Phase eins des e-krona-Pilotprojekts getestete Lösung hat die in der öffentlichen Ausschreibung gestellten Leistungsanforderungen erfüllt. Allerdings fand dies in einer begrenzten Testumgebung statt, und die Fähigkeit der neuen Technologie, Massenzahlungen in großem Maßstab zu verwalten, muss weiter untersucht und getestet werden.

Die Zentralbank wies auch auf einige Herausforderungen in Bezug auf den Datenschutz hin.

Dabei betonte sie, dass die in einer E-Krona-Transaktion enthaltenen Informationen geschützt werden müssen, um das Bankgeheimnis zu wahren und die Offenlegung persönlicher Daten zu vermeiden.

Weltweit führend in der Einführung einer digitalen Landeswährung ist China. Das derzeit bevölkerungsreichste Land der Welt hat bereits reale Pilotprojekte in den Ballungszentren um Shenzhen, Chengdu und Suzhou verwirklicht.

Digitale Yuan konnten in einer Lotterie gewonnen und daraufhin bei ausgewählten Händlern ausgegeben werden. China beschäftigte sich bereits seit 2014 mit der Thematik CDBC.

FAZIT – Norwegen gemeinsam mit anderen Nationen als CBDC-Vorreiter

Norwegen forciert seine Anstrengungen zur Einführung einer digitalen Zentralbankwährung.

Nach einer vierjährigen Testphase zur Sondierung der Notwendigkeit und potenziellen Umsetzungsmöglichkeiten begibt sich die norwegische Zentralbank nun in eine weitere Forschungs- und Entwicklungsphase.

Die kommenden zwei Jahre sollen Aufschluss darüber geben, welche Lösung die praktikabelste und sicherste ist. Ob unmittelbar die E-Krone in Norwegen Einzug hält, bleibt abzuwarten.

Global gesehen befindet sich Norwegen in illustrer CBDC Gesellschaft. China, Großbritannien, Japan und Schweden tüfteln bereits an möglichen Lösungen zur Realisierung ihrer eigenen digitalen Landeswährung. Besonders China ist in diesem Prozess am weitesten fortgeschritten.

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Autor & Editor

Ich bin Krypto-Enthusiast seit 2017. Begonnen hat meine Krypto-Reise mit Airdrops verschiedenster Projekte. Seit 2020 bin ich Teil des Blockchainwelt.de Teams. Zu meinen Krypto-Steckenpferden gehören Krypto-News, Hardware Wallets sowie alles rund um das Thema Krypto-Kreditkarten.

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