Nach Verweigerung von KYC: Dritter BitMEX Gründer zahlt Strafe

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KYC ist auf Krypto-Börsen ebenso allgegenwärtig wie verhasst. Die Börse BitMEX verweigerte sich gegenüber der Identifikation seiner Kunden absichtlich. Nachdem sich bereits zwei der drei Gründer für schuldig bekannten und eine Strafe zahlten, folgt mit Samuel Reed nun der dritte Gründer.

Welche illegale Aktivität beging die Börse BitMEX?

Die Krypto-Börse BitMEX machte erstmals große Schlagzeilen, als der Krypto-Gegner Nouriel Roubini im Juli 2019 seinen Unmut über Kryptowährungen bekundete und dafür BitMEX als Negativbeispiel erwähnte. Auf Plattformen dieser Art fänden illegale Aktivitäten statt, die auch seriöse Nutzer negativ beeinflussen könnten.

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Just schnappte Bloomberg das Thema auf und sah sich BitMEX genauer an. Das Medienmagazin erkannte daraufhin fehlende Maßnahmen zur Identifikation auf der Plattform, die zum Zeitpunkt bereits der US-Behörde CFTC bekannt waren und Untersuchungen begründeten.

Das Problem betraf offenbar ausschließlich oder zumindest in besonderem Ausmaß Kunden aus den USA. BitMEX stellte seinen Betrieb für US-Kunden offiziell schon 2015 ein. Die Plattform war jedoch immer noch für Nutzer aus dem nordamerikanischen Staat erreichbar.

Die Maßnahmen, um US-Amerikanern den Zugriff zu verwehren, waren offenbar absichtlich lückenhaft. In der Anklage der CFTC heißt es:

Mr. Reed wusste sehr wohl, dass diese Vorschriften ein Betrug waren und BitMEX erhebliche Gewinne aus dem US-Handel erzielte.

Besonders auffällig sei der Vorgang durch gezielte Werbung an US-Kunden durch US-amerikanische Influencer, die man durch ein Partnerprogramm eingebunden hatte.

KYC abgelehnt: Samuel Reed zahlt Strafe von 10 Millionen US-Dollar

Krypto-Börsen sind seit spätestens 2017 dazu verpflichtet, Kundendaten zu sammeln. Diese Daten dienen offiziell zur Vorbeugung von Geldwäsche – dem sogenannten AML. Beide Programme – KYC und AML – gehen miteinander einher und wurden von BitMEX bewusst verweigert, wie die US-Behörden bekannt gaben.

Behörden der USA stuften die Krypto-Börse daraufhin als aktives Mittel zur Geldwäsche ein und erhoben Anklage gegen die drei Gründer Arthur Hayes, Ben Delo und Samuel Reed.

Alle Drei bekannten sich schuldig und zahlten Millionensummen an Strafgeldern. Reed zahlt eine Strafe in Höhe von zehn Millionen US-Dollar aus seinem Privatvermögen. Im August 2021 zahlte BitMEX als Unternehmen bereits 100 Millionen US-Dollar Strafe an die USA. Zusätzlich zu den Strafzahlungen könnten die Gründer immer noch mehrjährige Haftstrafen erwarten.

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Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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