Futures-Kontrakt

Futures-Kontrakte, im Deutschen oft als Termingeschäfte bezeichnet, sind Vereinbarungen, die Händler dazu verpflichten, Vermögenswerte in der Zukunft zu einem bestimmten Preis und Datum zu kaufen oder zu verkaufen. Diese Finanzinstrumente werden häufig sowohl von Hedgern als auch von Spekulanten genutzt, um künftige Preisentwicklungen zu antizipieren, entweder um sich gegen Risiken abzusichern oder um Gewinne zu erzielen.

Ein Terminkontrakt legt die Anzahl der Einheiten eines Vermögenswerts fest, die gekauft oder verkauft werden, sowie den Preis und den Zeitpunkt, zu dem der Vermögenswert den Besitzer wechselt. Die Abrechnung des Kontrakts erfolgt bei Erreichen des Verfallsdatums. Zu diesem Zeitpunkt ist derjenige, der den Future hält, verpflichtet, den zugrunde liegenden Vermögenswert zum vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen.

Obwohl Futures bis zum Verfall gehalten werden können, ziehen es viele Spekulanten und Händler vor, die Kontrakte vor ihrem Verfall auf dem offenen Markt zu kaufen und zu verkaufen. Nachdem sie eine Position in einem Futures-Kontrakt eingegangen sind, können Futures-Händler ihre Positionen im Wesentlichen auf drei Arten auflösen. Die erste und gebräuchlichste ist das Offsetting, d. h. die Schließung einer Position durch den Aufbau einer anderen von gleichem Wert und gleicher Größe. Die zweite gängige Alternative ist als Rollover bekannt. Futures-Händler können beschließen, ihre Position vor Ablauf des Kontrakts zu verlängern (Rollover). Dazu verrechnen sie zunächst ihre Position und eröffnen dann einen neuen Stapel von Futures-Kontrakten im gleichen Umfang, aber mit einem anderen Verfallsdatum (weiter in der Zukunft). Die dritte Möglichkeit besteht darin, den Fälligkeitstermin und die Abwicklung des Kontrakts abzuwarten. Bei der Abrechnung sind alle beteiligten Parteien rechtlich verpflichtet, ihre Vermögenswerte (oder Barmittel) entsprechend ihrer Futures-Kontraktposition auszutauschen.

Terminkontrakte sind zwar eine Art von Derivaten, unterscheiden sich aber von anderen bekannten Derivaten wie Optionen und Forwards. Optionen geben einem Händler die Möglichkeit, einen Vermögenswert zu einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen, erfordern aber nicht, dass er dies auch tatsächlich tut, während die Ausführung bei einem Terminkontrakt eine Voraussetzung ist. Forward-Kontrakte sind Futures-Kontrakten sehr ähnlich, doch handelt es sich dabei in der Regel um informelle oder private Vereinbarungen zwischen zwei Parteien und nicht um Verträge, die an einer offiziellen Börse gehandelt werden. Außerdem bieten Forward-Kontrakte den Händlern in der Regel mehr Flexibilität, wenn es um die Anpassung der Bedingungen geht, während Futures-Kontrakte standardisiert und restriktiver sind.

Mit Terminkontrakten können verschiedene Arten von Vermögenswerten gehandelt werden, z. B. Fiat-Währungen, Aktien, Indizes, von Regierungen ausgegebene Schuldtitel und Kryptowährungen. Auch Öl, Edelmetalle, landwirtschaftliche Erzeugnisse und andere Rohstoffe werden mit Hilfe von Futures-Kontrakten gehandelt.

Abgesehen von den verschiedenen Basiswerten, auf denen Futures basieren können, gibt es auch zwei verschiedene Möglichkeiten, die Kontrakte abzurechnen. Bei der physischen Erfüllung wird der zugrunde liegende Vermögenswert physisch an die Partei geliefert, die sich zum Kauf verpflichtet hat. Bei der Barabrechnung hingegen wird der Vermögenswert nicht direkt übertragen. Ein Beispiel für Terminkontrakte mit Barausgleich ist der Bitcoin-Futures-Markt der CME, auf dem keine Bitcoins gehandelt werden, sondern nur bar abgerechnete Kontrakte in Abhängigkeit von der Marktentwicklung der zugrunde liegenden Kryptowährung.

Wie bei den meisten Anlage- und Handelsinstrumenten verwenden Futures-Händler neben der Fundamentalanalyse häufig auch Indikatoren der technischen Analyse, um weitere Erkenntnisse über die Preisentwicklung auf den Märkten für Futures-Kontrakte zu gewinnen.

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