Was sind Elastic Supply Token?

Tokenisierung

Elastic Supply Token sind eine Anlageklasse im Bereich von DeFi, bei der sich der Preis des Token vergrößert oder verkleinert, in dem sich dieser an dem Gesamtangebot des Tokens ausrichtet.

Der Prozess wird auch als Rebasing bezeichnet und erfolgt algorithmisch in Abhängigkeit vom aktuellen Preis jedes Tokens.

Was ist ein Elastic Supply Token / Rebasing?

Elastic Supply Token versuchen den Zielpreis zu erreichen, wobei sie sich ähnlich der Stablecoins verhalten. Jedoch basieren Stablecoins auf einem festen Wechselkursprinzip, das mit einem ausgewählten Vermögenswert korreliert. Stablecoins sind folglich immer im Verhältnis 1:1 an die jeweilige Sicherheit wie beispielsweise den US-Dollar gebunden.

Im Gegensatz dazu streben Elastic Supply Token ein Kursziel mit einem zeitlich variierenden Angebot an Coins an. Der Prozess der Angebotsanpassung, Rebase, reguliert damit die Zirkulation der zur Verfügung stehenden Token.

Ändert sich der Preis der Sicherheit hinter dem Token, ändert sich das aktuelle Angebot aller Token entsprechend. Die Anpassungen erfolgen mit unterschiedlichen Frequenzen und Bedingungen.

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Rebase gilt als überaus profitables Verfahren, jedoch steigt mit der Investition in einen Elastic Supply Token auch das Risiko für den Verlust der Investition.

Elastic Supply Token sind noch recht neu im DeFi-Ökosystem und dennoch gibt es bereits eine hohe Anzahl unabhängiger Projekte auf dem Gebiet der Anlageklassen.

Wie funktionieren Elastic Supply Token?

Smart Contracts passen die Bereitstellung der Elastic Supply Token über Algorithmen automatisch an. Diese Anpassungen finden immer dann statt, wenn der Token über oder unter einem bestimmten Zielpreis bewertet wird. Dann erweitert oder verkleinert sich der Tokenbestand.

Das gesamte Angebot der Elastic Supply Token ist im Wesentlichen einstellbar, denn durch die automatischen Prozesse passen Rebases das Volumen im Umlauf regelmäßig an.

Während es bei Bitcoin ein festes Angebot gibt und bei Ethereum ein unbegrenztes Angebot, verfügen EST je nach Modell über ein dynamisches Angebot.

Mit zunehmendem Angebot sinkt der Wert jedes Tokens. Bei einer Preiserhöhung wird das Angebot an EST entsprechend erhöht. Bei beiden Vorgängen steuern Nachfrage und Angebot das Token-Projekt.

Während Stablecoins die Risiken der Volatilität am Markt von Kryptowährungen reduzieren wollen, zielen ESTs darauf ab, die Preisschwankungen so weit zu reduzieren, dass der beabsichtigte Wert eines Token erreicht wird.

Welche Risiken haben EST?

Wenn der Vorgang Rebase auftritt, während der Kurs des Token sinkt, verliert der Anleger nicht nur Geld durch den sinkenden Preis des Elastic Supply Tokens, sondern besitzt nach jeder weiteren Rebase auch immer weniger Token.

Das führt zu einem hohen Investitionsrisiko, über das sich Anleger bewusst sein müssen. Es gibt hohe Chancen Geld zu verlieren, aber auch gute Chancen für hohe Gewinne. Also alles in allem ist ein EST ein sehr spekulatives Krypto-Asset.

Ein weiteres Risiko liegt in möglichen Fehlern im Programmcode der Elastic Supply Token und ihrer Smart Contracts. Bleibt ein Token unter dem Ziel eines sinkenden Marktpreises, führt dies zu einer sinkenden Marktkapitalisierung und im Laufe der Zeit zu einem kompletten Verlust.

Die algorithmisch instabilen Token erzeugen aufgrund dieser Fehler einen künstlichen Verkaufsdruck und die negative Rebase kostet Anleger viel Geld.

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Welche Vorteile bieten EST?

Elastic Supply Token profitieren von der steigenden Akzeptanz der Kryptowährungen und den Anwendungen im DeFi-Sektor. Ähnlich wie eine Ware sich auf Angebot und Nachfrage verhält, sind auch ESTs an dieses Verhältnis gebunden.

Rebase-Token, ein anderer Name für Elastic Supply Token, versuchen durch eine einzigartige Methode der Verknappung, Merkmale des Rohstoffhandels zu implementieren.

  • Wert von EST bleibt durch Angebotsanpassung stabil
  • Alternative zu Stablecoins
  • Neue Anwendungsfälle im DeFi-Sektor
  • Erhöhtes Risiko für Ausfall
  • Mögliche Fehler im Smart Contract führen zu Deflation
  • Nur erfahrenen Investoren zu empfehlen
Elastic Supply Token
Quelle: defiprime.com/elastic

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Welche EST gibt es am Markt?

Die Elastic Supply Token sind noch recht jung am Markt. Doch es gibt zahlreiche Investoren, die hohe Risiken eingehen, da auch hohe Gewinne möglich sind.

Ampleforth AMPL

Ampleforth ist das bisher größte EST-Projekt und setzt auf eine Anlageklasse, die wenig Korrelation mit dem klassischen Krypto-Ökosystem aufweist. Dafür hat Ampleforth nominale Wechselkursinformationen in die Token-Ökonomie übertragen.

Ampleforth läuft auf der Ethereum Blockchain und ist am Kurs des US-Dollars orientiert. Das Kursziel liegt bei 1,009 USD und die Spanne für die Abweichungen bei +/- 5 %.

Der Ampleforth Token implementiert die ERC20-Schnittstelle von Ethereum und verfügt über eine zusätzliche Funktion namens bases (Uint250-Epoche, int256 supplyDelta), die eine Reihe öffentlicher Schnittstellen überschreibt.

Diese Methode weist den Token-Vertrag an, die Gesamtmenge an Token zu addieren oder zu subtrahieren. Berechtigt ist dafür allerdings nur der Supply Policy Contract.

Wie funktioniert der EST von Ampleforth?

Eine neue Handelsstrategie für Krypto-Assets ist mit EST entstanden, denn sie berücksichtigen ein zusätzliches Angebotssignal. Um eine Überkorrektur zu vermeiden, bewertet der Algorithmus die Veränderungen so, als würden sie sich gleichmäßig über eine definierte Anzahl Tage verteilen.

Die Änderung erfolgt dabei nicht mehr als einmal in 24 Stunden und wirkt sich auch nur in gleichem Maße auf die Aktualisierung in den Wallets der Benutzer aus.

Als Quelle für Marktdaten verwendet das Protokoll mehrere Datenanbieter von seriösen Whitelists. Jede Veränderung an der Tokenanzahl wird öffentlich protokolliert und automatisch mit einem Zeitstempel versehen.

Alle Teilnehmer haben Einblick in die öffentlich protokollierten Daten und erhalten so einen Überblick über die Angebotsanpassungen.

Bei Ampleforth gibt es laut Whitepaper keine zentralisierte Überwachung von Preis und Angebot. Das dezentrale Netzwerk funktioniert durch die Anpassungen seiner Benutzer, die langsam oder schnell auf Anpassungen reagieren.

Langsam bedeutet, der Benutzer hält lange seine Token und verkauft oder kauft nur gelegentlich seinen Bestand an Elastic Supply Token. Der schnelle Benutzer lebt von kurzfristigen Trades und der Marktdynamik.

Antizyklischer Druck auf den EST-Markt

Durch die Anpassung des Angebots an die Nachfrage übt das Ampleforth-Protokoll einen antizyklischen Druck aus, der in digitalen Assets der aktuellen Generation nicht vorhanden ist. Ampleforth hat drei Zustände in seinen Algorithmen:

  • Expansion: Es gibt ein Zeitfenster, in dem die schnellen Benutzer die Möglichkeit haben, ihre Elastic Supply Token zu verkaufen, nachdem das Angebot gestiegen ist, aber noch bevor eine Preiskorrektur erfolgt. Solange es genügend schnelle Benutzer gibt, die bereit sind, zu verkaufen, wird der Preis sinken. Das System erweitert sich proportional zu den Benutzern, wenn der nominale Wechselkurs oberhalb der Kurszielschwelle ist und täglich weiter expandiert, bis das Kursziel erreicht ist.
  • Verringerung: Die Vorgehensweise ist ähnlich wie bei der Expansion. Solange genügend Nutzer die Möglichkeit schätzen, mehr vom Netzwerk zu einem günstigeren Preis zu kaufen, korrigiert sich der Preis nach oben. Es besteht die Möglichkeit mehr Token zu einem niedrigeren Preis zu kaufen, denn das System orientiert sich proportional an dem nominalen Wechselkurs und der Anzahl der Benutzer. Nicht alle Benutzer erhalten die gleiche Ansicht auf den Kursverlauf und agieren daher unterschiedlich auf die Anpassungen. Mit diesem System will Ampleforth die Deflation verhindern.
  • Gleichgewicht: Die Angebotspolitik von Ampleforth sieht in dieser Phase kein Eingreifen vor. Innerhalb des festgelegten Bereiches bleibt der Kurs konstant. Schnelle Benutzer können jedoch im Gegensatz zu langsamen Benutzern auch in dieser Phase ihre Krypto-Assets handeln. Es besteht die Möglichkeit, dass es mehrere Anpassungsphasen gibt, bevor ein Gleichgewicht zwischen Anzahl und Preis hergestellt ist. Die Marktkapitalisierung wird als Anzahl Token x Preis Token dargestellt.

Ampleforth bei Uniswap kaufen

Ampleforth geht davon aus, dass alle Benutzer die nächste Gleichgewichtsphase versuchen vorherzusagen und ihre Kauf- und Verkaufsziele darauf anpassen.

Hat der Markt dann seinen tatsächlichen Gleichgewichtspunkt erreicht, agieren die Benutzer wieder entsprechend ihrer ursprünglichen Investitionsabsicht und es kommt zur entsprechenden Anpassung in Form einer Erweiterung oder der Reduzierung.

AMPL sind die Token des Anbieters, die gegen Bitcoin oder USD auf Krypto-Börsen erworben werden können. Bitfinex und Uniswap stehen für den Kauf in Bitcoin zur Verfügung.

EST bei YAM Finance

Für YAM beträgt das Kursziel 1 USD und der Zeitraum zwischen den Rebases beträgt 12 Stunden. Ein Teil jeder Angebotserweiterung wird bei YAM verwendet, um Token als Sicherheit für die Community zu kaufen.

Das Yam Treasury, ein Krypto-Fonds, ist inzwischen auf 3,5 Millionen USD angewachsen.

Die Community beschloss am 29.12.2020 jedoch, dass die Treasury Finanzierung deaktiviert wird. Stattdessen sollten die Gelder in Gitcoin-Zuschüsse fließen, bei denen Entwickler über die Gitcoin Open Software Plattform für Ihre Arbeit an der Entwicklung belohnt werden.

So wurde beschlossen, dass ab sofort immer 1 % des gesamten Finanzmittelflusses in die Gitcoin-Zuschüsse fließen, um damit das Ethereum-Ökosystem zu unterstützen. Die Mittel aus dem Yam Treasury werden zu 100 % in Projekte der Kategorie Tech von Gitcoin eingesetzt.

Allerdings gab es im August 2020 einen Fehler, der dazu führte, dass der Coin in die Inflation abrutschte. Mehr als 500.000 US-Dollar hat dieser Fehler im Programmcode gekostet. Nur über eine Protokolländerung durch ausreichend Token konnte dieser Inflations-Bug rückgängig gemacht werden.

Derzeit kann YAM nicht sicher an dezentralen Krypto-Börsen platziert werden. Der Token bleibt aber solange bestehen, wie Ethereum einen entsprechenden Vertrag unterhält.

Fazit und Ausblick zu Elastic Supply Token

Ökonomisch betrachtet, ist das Gesetz von Angebot und Nachfrage die Grundlage dafür, wie der Preis eines Vermögenswertes bestimmt wird. Bleiben alle anderen Faktoren gleich, dann ist der Preis eines Assets umso höher, desto weniger Menschen es begehren.

Andersherum sinkt der Preis, wenn viele Menschen das Asset wollen. Blickt man auf die Marktkapitalisierung einer Kryptowährung, dann berücksichtigt diese sowohl den Preis als auch das Angebot des Vermögenswertes und multipliziert diese Werte miteinander. Dabei liegt aber zugrunde, dass alle Vermögenswerte zum gleichen Preis verkauft werden können.

Die Funktionsweise des DeFi-Systems wurde jedoch abseits von Bitcoin (begrenzter Vermögenswert) und Ethereum (unendlich verfügbarer Vermögenswert) durch wrapped Token und sogenannte synthetische Token wie den Elastic Supply Token grundlegend verändert.

Elastic Supply Token erweitern oder verringern das zirkulierende Angebot, um den Token-Preis auszugleichen. Diese Methode wird als Rebasing bezeichnet und kann von Projekt zu Projekt leicht variieren.

Algorithmische Stablecoins wie die EST sind viel volatiler als die echten Stablecoins. Bei den meisten Token wird die Anpassung nicht durch einen Spotpreis bestimmt, sondern auf Basis eines zeitlichen Durchschnittspreises und über einen Zeitraum von 24 Stunden.

Yam macht diese Anpassung allerdings schon nach jeweils 12 Stunden. Der Fehler im Protokoll macht deutlich, wie schnell es in die Abwärtsspirale bei den EST gehen kann.

Als Benutzer liegt das Vertrauen vollständig beim Anbieter und man hat wenig Einfluss darauf. Wie so oft bei hochspekulativen Anlageformen sind auch bei Elastic Supply Token hohe Gewinne genauso wie hohe Verluste möglich.

Daher sollten sich nur wirklich erfahrene Anleger an diese Krypto-Assets wagen. Ob sie sich langfristig durchsetzen können, wird wahrscheinlich auch davon abhängen, ob noch mehr Fehler in Codes auftreten werden und wie sich diese auf die breite Akzeptanz der Token auswirken werden.

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