Stellar (XLM): Was steckt hinter der Plattform?

Stellar ist eine Krypto-Plattform, die eine alternative, neue und effiziente Finanz-Infrastruktur bereitstellen möchte. Menschen sollen über Ländergrenzen hinweg Transaktionen tätigen können, ohne auf zentrale Bankinstitutionen angewiesen zu sein. Das Besondere an der Plattform besteht in der Gleichheit aller Akteure. Banken, Zahlungsnetzwerke aber auch Privatpersonen aus finanziell schwachen Ländern können auf der Stellar-Plattform miteinander auf Augenhöhe interagieren. Stellar besticht durch sehr geringe Transaktionskosten, ein schnelles Netzwerk und einem Werttransfer über Ländergrenzen hinweg. Die Marktkapitalisierung erreichte über den Jahreswechsel einen Höhepunkt. Das wird besonders im Vergleich zwischen dem 06. November 2017 und dem 04. Januar 2018 deutlich. Am 06. November 2017 erreichte Stellar ein Marktkapital in Höhe von 461.411.194 US-Dollar. Der Preis pro Lumen (XLM) betrug 0,027816 US-Dollar. Am 06. November wurden 2.627.500 US-Dollar gehandelt. Am 04. Januar erreichte die Marktkapitalisierung der Plattform einen Höhepunkt mit 15.225.176.641 US-Dollar. Der Preis pro XLM betrug 0,851652 US-Dollar. An diesem Tag wurden 1.235.740.000 US-Dollar umgesetzt. Woher kommt der plötzliche Anstieg?

 

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Stellar – Die Entwickler hinter der Plattform

Die Wurzeln der Stellar-Plattform haben ihren Nährboden in der Stellar Developement Foundation. Diese Non-Profit-Organisation wurde 2014 von Jed McCaleb und Joyce Kim gegründet. Jed McCaleb ist dafür bekannt 2001 das Filesharing-Netzwerk eDonkey2000 entwickelt und auf den Markt gebracht zu haben. eDonkey2000 funktioniert als ein Peer-to-Peer-Filesharing-Netzwerk. Er ist auch für die Entwicklung der ehemaligen Krypto-Börse Mt GOX verantwortlich. Die Krypto-Börse wickelte zu Hochzeiten circa 70 % des weltweiten Bitcoin-Handels ab. Nachdem McCaleb seine Anteile verkauft hatte, wurde die Börse gehackt. Bevor er die Stellar-Plattform mitentwickelte, arbeitete er gemeinsam mit Arthur Britto, Chris Larsen und David Schwartz an Ripple.

Joyce Kim machte mit 19 einen Abschluss an der Cornell University. Danach folgten Abschlüsse bei Harvard und der Columbia Law School. Sie arbeitete als Anwältin bei Sherman & Sterling and Wilmer Hale und arbeitete gleichzeitig ehrenamtlich für das Projekt Sanctuary for Families and the Innocence. 2006 wurde sie der CEO von Soompi, eine englische Webseite über koreanische Popkultur. 2001 folgte die Mitbegründung von Simplehoney, einem Start-up aus dem Bereich der Mobilwerbung. Bevor sie die Stellar Developement Foundation mitbegründete, hatte sie bei Freestyle Capital die Position des Vice Chairmain inne. Im Team der Stellar Developement Foundation befinden sich noch 22 weitere Mitglieder in den unterschiedlichsten Rollen.

 

Stellar – Die Funktionsweise der Plattform

1. Das Prinzip der Stellar-Plattform

Um das grundlegende Funktionsprinzip von Stellar begreifen zu können, ist es sinnvoll, das angestrebte Ziel auszuformulieren. Wie bereits angeschnitten, verfolgen die Entwickler der Plattform das Ziel, eine neue finanzielle Infrastruktur bereitzustellen, auf der ein Wertaustausch problemlos stattfinden kann. Innerhalb dieser Infrastruktur stehen alle Akteure, ob Banken, Privatpersonen oder ganze Zahlungssysteme, auf derselben ökonomischen und partizipatorischen Ebene.

Das gewährleisten die Betreiber des Stellar-Netzwerkes durch ein internationales, dezentralisiertes Computernetzwerk. Das Stellar-Netzwerk besteht aus vielen verschiedenen Servern. Die Server sind auf die gesamte Welt verteilt. Jeder einzelne Server oder Computer innerhalb des Stellar-Netzwerkes verfügt über die gesamte Stellar-Blockchain (Node). In der Blockchain wird jede getätigte Transaktion aufgezeichnet. Das bedeutet, dass jede neue Transaktion alle zwei bis fünf Sekunden auf jedem Rechner des Netzwerkes erfasst wird. Das wird möglich, weil sich die Rechner alle zwei bis fünf Sekunden miteinander synchronisieren. Je mehr Rechner sich im Netzwerk befinden, desto stabiler wird es. Durch die ständigen Synchronisierungen, auch Konsensfindungen genannt, können Hacks und Fälschungen ausgeschlossen werden, weil einzelne Computer, die nicht nach dem Protokoll der Blockchain arbeiten, direkt erkannt und ausgeschlossen werden.

Ein Transfer unterschiedlichster Werte über das Stellar-Netzwerk wird durch sogenannte Moderatoren (engl. anchors) gewährleistet. Moderatoren sind Computer die als Schnittstelle zwischen der Stellar-Plattform und anderen Wertsystemen fungieren. Es ist beispielsweise denkbar über das Stellar-Netzwerk über einen Moderatoren in Euro einen undefinierten Betrag X zu kaufen und diesen nach Australien zu überweisen. Der Betrag X wird in Australien von einem anderen Moderatoren empfangen und automatisch in die Landeswährung zum besten Kurs umgerechnet und dem Empfänger-Konto gutgeschrieben. Innerhalb des Stellar-Netzwerkes, genauer auf der Blockchain, werden Wertträger, wie Bitcoin, Euro oder US-Dollar, als Kredite registriert. Jeder Kredit wird dem Account gutgeschrieben, auf welchen der Kredit aufgeladen wurde. Der Account selbst fungiert dabei als eWallet.

An einem realen Beispiel verdeutlicht, kann Karin ihrer Freundin Mary in den USA 10 Euro über das Stellar-Netzwerk schicken. Dafür ist es notwendig, dass sowohl Mary als auch Karin über einen Stellar-Account verfügen. Die 10 Euro werden nun innerhalb der Stellar-Blockchain als Kredit über 10 Euro gespeichert. Der Kredit wird Mary durch einen Moderatoren bereitgestellt. Mary kann nun 10 Euro abheben. Sie kann aber auch zum besten Kurs 10 Euro in US-Dollar umwandeln. Sie kann den Kredit aber auch an Ramona in Australien weiterschicken, wenn sie das möchte. Das Ziel, verschiedene Wertträger unkompliziert in der ganzen Welt zu transferieren, wird durch ein Computernetzwerk gewährleistet. Um Werte zu transferieren oder zu empfangen, benötigen Personen lediglich einen Account auf der Stellar-Plattform. Das klingt kompliziert. Wie gewährleisten die Entwickler der Plattform einen sicheren und vielfältigen Werttransfer?

 

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Stellar – Die Hybrid Blockchain @stellar.org

 

2. Technische Funktionsweise der Stellar-PLattform

Die bereits genannten Synchronisationen der einzelnen, beteiligten Rechner funktionieren über das Stellar Consensus Protocol. Dieses Protokoll definiert die Regeln, wonach einzelne Computer zu einem Konsens kommen können, wenn es um die Bestätigung der Echtheit einer Transaktion geht. Von der Bestätigung der Echtheit einer Transaktion hängt das intakte Funktionieren des gesamten Netzwerkes ab. Das Protokoll regelt die Vorgehensweise einzelner Nodes, also Computer innerhalb des Netzwerkes, bezüglich vier wichtiger Eigenschaften:

  • dezentralisierte Kontrolle
  • geringe Wartezeiten
  • flexible Vertrauensverhältnisse
  • nahezu vollständige Sicherheit

Auf ein Alltagsbeispiel übertragen wird das folgendermaßen gewährleistet. Mareike trifft sich mit ihren Freunden Hagen, Jan, Joel, Christian, Steffi, Lisa und Paul in einem Restaurant. Das Besondere an dem Restaurant ist, dass vor der Bestellung ein Konsens darüber entstehen muss, was die Gruppe essen will. Ein Konsens darüber, was gegessen wird, erfordert aber nicht unbedingt die Zustimmung aller Beteiligten. Es ist aber auch nicht möglich einzelne Bestellungen aufzugeben. Mareike kann nun eine Wahl treffen. Sie entscheidet sich für einen Burger. Bei dieser Entscheidung muss sie bestätigen, dass sie bei ihrer Wahl bleiben wird und individuell nichts anderes als einen Burger wählen würde. Das ist wichtig, weil sonst im Nachhinein behauptet werden könnte, dass sie von Beginn an doch Pizza essen wollte. Das führt zu Streit innerhalb der Gruppe. Zur selben Zeit muss sie die Option offen lassen, etwas anderes als einen Burger zu essen, nämlich das, was dem Gruppenkonsens entspricht.

Jetzt können Jan, Hagen, Steffi, Joel, Paul, Lisa und Christian ein Statement dazu abgeben, ob sie ebenfalls Burger essen wollen. Wenn sie alle Burger essen wollen, ist die Entscheidung getroffen und alle essen Burger. Es ist aber auch denkbar, dass die sieben Freunde von Mareike bloß eine Currywurst essen wollen. Gemäß den genannten Regeln kann Mareike nun darauf verzichten etwas zu essen oder die Wahl einer Currywurst akzeptieren. Sie kann aber nicht einen erneuten Vorschlag darüber machen, was die Gruppe essen könnte. Weiterhin ist es möglich, dass sich innerhalb der Gruppe Fraktionen bilden. Aus der gesamten Gruppe könnten sich nun zwei bilden. Eine Gruppe, mit Mareike, Steffi, Lisa und Paul könnte sich für Burger entscheiden und die andere Gruppe, mit Hagen, Jan, Paul und Joel, könnten sich für die Currywurst entscheiden. Wichtig ist nur, dass der Entscheidungsfindungsprozess der beiden Gruppen nicht von der jeweils anderen gestört wird, weil es einen Konsens geben muss. Andernfalls bekommt keiner der Beteiligten etwas zu essen.

Auf eine technische Ebene übertragen, handeln die acht Freunde nach dem Prinzip der vereinigten Byzantinischen Vereinbarung (engl. federated Byzantine Agreement). Nach diesem Modell ist es nicht notwendig, dass alle Computer des Netzwerkes derselben Meinung sind, um einen Konsens zu erhalten. Alle zwei bis fünf Minuten synchronisieren sich die Rechner des Stellar-Netzwerkes. Dabei wird jedes neue Update durch einen neuen Slot identifiziert. Wenn eine bestimmte Anzahl von Rechnern eine Einigung über den Inhalt eines Slots, also wie viele Transaktionen auf welche Art und Weise an wen gesendet wurden, kommt ein Konsens zustande. Der Konsens wird dann von einer Mindestanzahl (engl. quorum) von Rechnern, welche zu einem Konsens gekommen sind, bestätigt und veröffentlicht. Die Kommunikation über den Inhalt eines Slots und die anschließende Einigung in einem Konsens bedeutet, dass der Inhalt eines Slots ratifiziert wurde.

Nun kommt noch eine weitere Entwicklung hinzu: Teileinheiten einer Mindestanzahl von Rechnern, um einen Konsens zu erreichen, sogenannte quorum slices. Quorum slices sind nichts anderes als einzelne Rechner innerhalb des Netzwerk, welche selbstständig entscheiden, an welchen Entscheidungsprozessen sie teilnehmen. Es ist jedoch eine Voraussetzung, dass ein Rechner zuvor innerhalb des Stellar-Netzwerkes registriert und verifiziert wurde. Dezentralisierte Kontrolle kommt zustande, indem jeder Rechner eine eigene Entscheidung trifft. Kommt er mit anderen Rechnern überein, entsteht ein Konsens. Geringe Wartezeiten von Transaktionen entstehen, weil nicht alle Rechner innerhalb des Stellar-Netzwerkes eine Bestätigung abgeben müssen, sondern sich in einer Mindestanzahl von Rechnern organisieren können, um einen Konsens zu erreichen. Flexible Vertrauensverhältnisse entstehen dort, wo Rechner zu einem Konsens kommen. Diese Vertrauensverhältnisse sind flexibel, weil Rechner nur mit solchen Rechnern einen Konsens finden, welche über dasselbe Ereignis abstimmen. Misstrauen entstünde dort, wo Mareike mit Karsten darüber diskutiert, ob die beiden lieber Burger essen oder ob sie kurze oder lange Ski nutzen wollen. Sicherheit entsteht dann, wenn jegliche Rechner, welche nicht in eine Konsensbildung integriert sind, ausgeschlossen werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie schlechte Absichten hatten oder schlichtweg eine falsche Aussage getroffen haben. Weitere Informationen können hier nachgelesen werden.

 

3. Die Kryptowährung “Lumen” (XLM)

Die Stellar-Plattform verfügt über eine eigene Kryptowährung, den Lumen (XLM). Ein Lumen ist eine digitale Einheit, welche einem Vermögenswert innerhalb des Stellar-Netzwerkes entspricht. Jeder US-Dollar oder Euro, welcher über die Stellar-Plattform transferiert werden soll, wird in Lumen transferiert. Das bedeutet, dass die Kryptowährung als Brücke zwischen zwei unterschiedlichen Währungen, aber auch zwischen unterschiedlichen Vermögenswerten fungieren kann. Jede Transaktion innerhalb des Stellar-Netzwerkes kostet 0.00001 Lumen. Das bewahrt das Netzwerk auch vor dDoS-Attacken, weil diese ab einem bestimmten Zeitpunkt zu teuer werden. Weiterhin muss jeder Account-Inhaber mindestens 20 Lumen besitzen, um zu gewährleisten, dass nur ernsthaft Interessierte an dem Netzwerk teilnehmen.

Jede Transaktion innerhalb des Stellar-Netzwerkes kostet 0.00001 Lumen

 

 

Stellar (XLM) – Fazit

Woher der Wertanstieg der Plattform von Stellar kommt, kann nicht genau gesagt werden. Der Krypto- und Blockchain-Markt wird insgesamt durch viele Faktoren beeinflusst. Was jedoch überzeugt ist die Idee der Plattform von Stellar und wie sie umgesetzt wird. Die Idee hinter der Plattform besteht in einem weltweiten, sehr anpassungsfähigen Werttransfernetz, über welchem ein Betrag in Euro direkt in die USA versendet werden kann. Vor Ort wird der Betrag automatisch zu einem guten Kurs umgerechnet. Das können Nutzer mit nahezu allen Wertträgern durchführen. Weiterhin nutzen die Entwickler das Stellar Consensus Protocol. Das Protkoll von Stellar arbeitet mit dem “federated Byzantine Agreement”, was es ermöglicht eine nahezu vollständige Sicherheit, schnelle Transaktionen, flexible Vertrauensverhältnisse innerhalb des Netzwerkes und eine dezentralisierte Kontrolle umzusetzen. Aktuelle XLM-Kurs